Zum Fest der Erscheinungen Unserer Lieben Frau von Lourdes

Darum gilt: „Die Hölle haßt in der unbefleckt empfangenen Jungfrau das unbesiegte Weib, das nach der Prophezeiung des Urevangeliums in Gemeinschaft mit seinem Samen in ewiger Feindschaft ihr gegenübersteht und der alten Schlange den Kopf zertritt; in der Unfehlbarkeit des Hl. Stuhles aber haßt und verfolgt die Hölle die unüberwindliche Macht, welche nach der Verheißung des Heilands die Kirche allen Angriffen der Hölle gegenüber aufrecht erhält und allen von der Hölle ausgesetzten Häresien den Kopf zertritt.“

4. So ließ die Hölle mit ihren Verbündeten nicht nach in ihrem Kampf gegen Maria, die Unbefleckte, und gegen die heilige und makellose Braut Christi, die Kirche. Im 20. Jahrhundert gelang ihnen der entscheidende Durchbruch mit dem sog. „II. Vatikanum“. Dabei war man wahrhaft teuflisch schlau vorgegangen. Man hat nämlich nicht einfach offen und platt die Dogmen geleugnet, sondern sie viel raffinierter und desto gründlicher untergraben.

Begonnen hatte man mit einer „Reform“ der römischen Liturgie. Diese hatte stets als ebenso heilig, vollkommen und makellos gegolten wie die Kirche, der sie entstammte. Nun plötzlich erschien sie „reform- und verbesserungsbedürftig“, mit Fehlern und Makeln behaftet, und „anpassungsbedürftig“, dem Zeitgeschmack und den Zeitbedürfnissen anzugleichen. Schienen die Reformen unter Pius XII., die schließlich als Reform Johannes‘ XXIII. zusammengefaßt wurden, auch relativ geringfügig und nicht so spektakulär zu sein, so gelang ihnen doch eines: die Liturgie der römischen Kirche ihres heiligen und unantastbaren Charakters zu entkleiden. Sie stand plötzlich nackt und bloß als fehlbares und beliebig formbares Menschenwerk da.

Damit leistete sie die Vorarbeit für das „II. Vatikanum“. Denn war die römische Liturgie nichts Heiliges mehr, dann auch die römische Kirche selbst. Und so konnte man sie degradieren und demontieren, dem Zeitgeist angleichen („Aggiornamento“) und zur „Menschenmachwerkskirche“ ummodeln. Vorbei war es mit der makellosen Braut Christi. Die „Hure Babylon“ trat an ihre Stelle. Da war es dann auch nicht mehr nötig, das Unfehlbarkeitsdogma ausdrücklich zu leugnen, denn einer solchen „Kirche“ noch Unfehlbarkeit zuzuschreiben, wäre Spott und Hohn gewesen.

Da war es nur konsequent, daß das „concilium malignantium“ auch die Gottesmutter ihrer Privilegien entkleidete und sie in das Schema der Kirche integrierte, um sie so als prima inter pares „auf das Niveau aller anderen Glieder des mystischen Leibes Christi herabzusetzen“. Da brauchte man ihre Unbefleckte Empfängnis nicht mehr eigens zu leugnen. Da wundert es uns nicht, daß ein Kardinal Ratzinger in seinem berühmt gewordenen Kommentar zum „Dritten Geheimnis von Fatima“ das Unbefleckte Herz Mariens definierte als „das für Gott geöffnete, durch das Hinschauen auf Gott rein gewordene Herz“. Das ist eine glasklare Häresie und die eindeutige Leugnung der Unbefleckten Empfängnis als direkte Folge des „II. Vatikans“.

5. Wir können nicht umhin, einmal mehr dieses „concilium malignantium“ als wahres Anti-Vatikanum zu bezeichnen, welches die großen Dogmen Pius‘ IX. leugnet und gewissermaßen ungeschehen machen will. Doch wir wissen, daß dieser Triumph der Schlange nur ein scheinbarer und vorübergehender ist. Am Ende wird die Unbefleckte ihm das Haupt zertreten, den Sitz seines Stolzes, in welchem er sich jetzt in seiner Dummheit rühmt.

Wir unsererseits sind nur darauf stolz, daß unser „Antimodernist“ genau vor sieben Jahren, am Fest der Erscheinungen Unserer Lieben Frau von Lourdes, dem 11. Februar 2007, seinen Kampf aufgenommen hat, der kein anderes Ziel hat, als eben die Ehre der Unbefleckten und der heiligen und makellosen Kirche wiederherzustellen. Denn „die Liebe zu Rom und die Liebe zu Maria“ sind „nur eine einzige Liebe“, und sie ist zugleich die große Liebe zu Unserem Herrn Jesus Christus, die uns alleine bewegt.

Lesen Sie zum heutigen Fest auch unsere Artikelserie Signum magnum apparuit – 1. Teil – 2. Teil – 3. Teil