Vom Lehramt zum Leeramt II

von antimodernist2014

Im ersten Beitrag hatten wir gesehen, wie unter Angelo Roncalli, dem „Propheten“, der Paradigmenwechsel im Vatikan begann. Heute wenden wir uns seinem Nachfolger zu:

Giovanni Battista Montini alias Paul VI.: Der Macher

Johannes XXIII. konnte das Konzil nur beginnen, vollenden sollte es sein Nachfolger, Paul VI.: Der Macher.

Giovanni Battista Montini war der bis dahin größte Revolutionär der Weltgeschichte. Genial hat er die Revolution aus dem Hintergrund gelenkt und ihr zum Erfolg verholfen. Seine Mitrevolutionäre wußten natürlich, daß sie sich ganz auf ihn verlassen konnten, wohingegen die allermeisten der sog. Konservativen niemals richtig begriffen, was denn eigentlich gespielt wurde. Anstatt unter lautem Protest die römische Räubersynode zu verlassen, was ihre einzige Rettung gewesen wäre, ließen sie sich in das revolutionäre Spiel einbinden und wurden so ungewollt zu jenen nützlichen Idioten, die letztlich der Revolution zum Durchbruch verhalfen. Sie waren nach der Regieübernahme durch die Revolutionäre dazu verdammt, ihren konservativen Part zu spielen, während die Progressisten den fortschrittlichen Teil übernahmen. Das System funktionierte nur deswegen so reibungslos, weil Montini alias Paul VI. das eigentliche Haupt der Revolutionäre war. Immer wenn es für den Fortgang der Revolution gefährlich wurde, war er zur Stelle und wies die Konservativen in die von der Revolution vorgegebenen Grenzen ihres Rollenspiels zurück. Nur so konnte das sog. Konzil Erfolg haben und zu dem werden, was es nach den Planern immer schon sein sollte: Die Konstituante einer Neuen Kirche.

Keine Revolution der Weltgeschichte ist so still und von den allermeisten unbemerkt durchgeführt worden wie diese Revolution in der Kirche während des sog. 2. Vatikanums. Ja viele haben bis heute noch nicht begriffen, daß gleichsam über Nacht eine neue „Kirche“ entstanden ist, die mit der „alten“ Kirche nichts mehr gemein hat. Sogar sog. Traditionalisten finden sich auch heute noch damit ab, der neuen Kirche zuzuarbeiten und „das Konzil im Lichte der Tradition zu interpretieren“, ohne zu merken, daß sie damit dasselbe behaupten, als wenn jemand sagte, man könne das Kommunistische Manifest im Licht der christlichen Monarchie interpretieren.

Entscheidenden Anteil an dem unheimlichen Erfolg dieser Revolution in der Kirche hatte Giovanni Battista Montini. Er war der Macher der Revolution. Er führte die Beschlüsse der Revolutionäre so selbstverständlich, mit solcher Folgerichtigkeit und wenn es sein mußte unnachgiebiger Härte durch, daß es fast keinen Widerstand gab. Dabei kam ihm natürlich besonders zugute, daß die allermeisten Katholiken vor lauter Ratlosigkeit sein Spiel gar nicht durchschauten, hielten sie ihn ja immer noch für den legitimen Nachfolger des hl. Petrus. Dabei waren die Revolutionäre schon lange in die Kirche eingedrungen und konnten in aller Ruhe von innen her ihr Werk der Zerstörung vollbringen.

Leon de Poncins gibt in seinem Buch „Christentum und Freimaurer“ zu bedenken:

„Man fragt sich, wie Paul VI. dort Erfolg haben konnte, wo alle Feinde der Kirche gescheitert waren. Die Erklärung ist leicht: Sie hatten die Kirche von außen her angegriffen, während sie unter Montini allmählich von innen her zernagt wurde… Doch wie kommt es, daß ein solches Ereignis (die ‚Selbstzerstörung der Kirche‘, wie Montini selbst sagte) nicht jedermann die Augen öffnete? Auch hier ist die Erklärung einfach: Sie liegt in dem genialen Doppelspiel, mit dem Paul VI. die ganze Welt genarrt hat. Beispielsweise trat er vor der UNO auf, um seinen Glauben an die Menschenrechtscharta zu bekennen, und anschließend bekundete er seinen Glauben an Gott laut dem katholischen Credo… Kein Papst vor ihm hat die Kühnheit besessen, das Heilige Offizium aufzuheben … Kein Papst vor ihm hat mit solcher Autorität eine Reform des Konklaves durchgesetzt, indem er alle über achtzig Jahre alten Kardinäle ausschloß! Kein Papst vor ihm hat die Dreistigkeit aufgebracht, den Gläubigen eine revolutionäre ‚Messe‘ aufzuzwingen.
Kurz, wir stehen einem buchstäblich dämonischen Plan der weltweiten Unterwanderung im wahrsten Sinne des Wortes gegenüber … Beim Zweiten Vatikanischen Konzil ging man von einer traditionellen christlichen Religion zu einer humanitären Pseudoreligion über, die ganz und gar von freimaurerischen Vorstellungen durchdrungen war. Im Gefolge des II. Vatikanums steht eine neue Religion im Begriff, die alte zu verdrängen. Der heilige Pius X. hatte diese Situation vorausgesehen, als er in ‚Pascendi‘ schrieb: ‚Die Urheber der Irrtümer gilt es heute nicht mehr unter den erklärten Feinden der Kirche zu suchen. Sie verbergen sich… im Schoß und im Herzen der Kirche selbst. Wir sprechen von einer großen Zahl … von Priestern, die, unter dem trügerischen Anschein der Liebe zur Kirche … bis ins Mark von einem Gift des Irrtums durchdrungen sind, das sie bei den Gegnern des katholischen Glaubens geschöpft haben … Sie geben sich … als Erneuerer der Kirche aus.‘“

Wo Rampolla noch gescheitert war, da hatte Montini Erfolg! Die Revolution hatte mit der Tiara und im Chorrock gesiegt. Kardinal Suenens hatte ganz richtig geurteilt, als er sagte: „Das 2. Vatikanum war das 1789 der Kirche“. Mit dem „2. Vatikanum“ wurden von der neuen „Kirche“ alle Prinzipien der französischen Revolution übernommen. Die „Freiheit“ wurde in der Gestalt der Religionsfreiheit eingeführt, durch die der göttliche Anspruch, die einzige Kirche Jesu Christi zu sein, aufgegeben wurde. Die „Gleichheit“ wurde durch die Prinzipien der Kollegialität und der Demokratisierung der Institutionen übernommen. Die „Brüderlichkeit“ fand sich in Form des Ökumenismus wieder, durch den fortan sozusagen alle Häresien umarmt werden. Die Maurerbrüder hatten ihre Menschenmachwerkskirche erbaut, die nunmehr nicht mehr dem wahren und lebendigen Gott dienen, sondern dem Götzen der Humanität huldigen sollte. Natürlich mußte man diesen radikalen Paradigmenwechsel zunächst noch hinter Zweideutigkeiten verbergen. Dennoch haben ihn letztlich alle wahrgenommen, wenn ihn auch nicht alle als Antithese zum katholischen Glauben durchschaut haben. Dieser Paradigmenwechsel begegnet uns nach dem Konzil ganz offen als sog. „Geist des Konzils“, ein bekanntermaßen unheimlicher Geist, der jede noch so sakrilegische, heidnische, antichristliche Tat legitimiert und die Täter vor jeglicher Verfolgung schützt. Erst wenn man diesen grundsätzlichen Wechsel des katholischen Systems in ein antichristliches System wahrgenommen hat, versteht man auch die vom „2. Vatikanum“ vollzogene Revolution richtig.

Anton Holzer beschreibt diese in seinem Buch „Vatikanum II, Reformkonzil oder Konstituante einer neuen Kirche“ zusammenfassend so:

„Das vom Vaticanum II realisierte «neue Pfingsten» hat eine neue, häretische und schismatische «Kirche» konstituiert, die sich innerhalb der Organisation der römisch-katholischen Kirche festgesetzt hat und als Fremdbesetzung deren Zerstörung betreibt.
Das Vaticanum II war die Konstituante dieser «neuen Kirche», dieser «lebendigen Kirche», dieser «konziliaren Kirche» (Mgr. Benelli), formell und materiell; formell durch die Errichtung einer neuen Cathedra wider die Cathedra der vorkonziliaren Kirche: der Cathedra der menschlichen Selbstherrlichkeit, die sich zum Richter über das Wort Gottes in Schrift und Tradition, zu seinem Meister aufgeworfen hat; materiell durch die Verkündigung eines neuen Evangeliums: des Evangeliums der menschlichen Herrlichkeit und Würde und des entsprechenden ganzheitlichen Heils auf Erden, sowie durch die Errichtung eines neuen Altares, einer neuen Liturgie, eines neuen Kultes gegen den Gottesdienst der traditionellen theozentrischen Kirche: des Menschenkultes.
Die neue «konziliare Kirche», zwar schon vor dem Konzil vorhanden und wirksam, subversiv, sozusagen noch «in potentia», trat auf dem Vaticanum II als seiner konstituierenden Versammlung ans Tageslicht als offizielle Kirche, sozusagen «in actu primo», und betätigte sich in den postkonziliaren Reformen — «in actu secundo» —, sich konsolidierend und immer fester etablierend und die vorkonziliare Kirche zerstörend, namentlich auch durch ihre sog. Reformen…“

In unserem Rahmen ist es natürlich unmöglich, auch nur auf die auffallendsten Irrtümer des „2. Vatikanums“ einigermaßen einzugehen. Darum wollen wir uns auf einen einzigen, doch ganz zentralen Aspekt beschränken und seine konsequente Ausfaltung nach dem Konzil verfolgen, um das Geschehene doch noch etwas besser verstehen zu lernen.

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