Vom Lehramt zum Leeramt II

Es erwies sich bei der liturgischen Neugestaltung aller sakramentalen Riten sehr schnell, wie spielend einfach der gespenstische Geist dieses Konzils es ermöglichte, selbst solche Neuerungen durchzusetzen, die vor dem Konzil noch völlig undenkbar schienen. Die Katholiken hatten offensichtlich mehrheitlich die Fähigkeit der Unterscheidung der Geister verloren. Deswegen kam die Revolution mit ihrem Erneuerungsprogramm schnell vorwärts und dank Montinis energischem bis brutalem Vorgehen wurde die ganze katholische Welt innerhalb kürzester Zeit durch die neue Liturgie in eine seichte freimaurerische Menschheitsreligion umgeformt, die sich nunmehr spielend und schwätzend und lachend um einen Tisch versammelte, um ihre kindischen Events zu feiern. Wie hatte Montini noch gesagt, ganz vom Geist des Konzils erfüllt? „Die Kirche akzeptiert und anerkennt die Welt und dient ihr, so wie sie sich heute darstellt.“ Und etwas später, im Jahr 1971, sagte er: „Wir Modernen – Menschen unserer Zeit – möchten, daß alles neu sei. Unsere Alten, die Traditionalisten, die Konservativen beurteilen den Wert der Dinge gemäß ihrer bleibenden Beschaffenheit. Wir aber sind Aktualisten, wir wollen, daß alles fortlaufend neu sei und sich in einer ständig unvermuteten und dynamisch ungewöhnlichen Form ausdrücke.“ Und er betonte, daß die „neue Kirche“ bereit sei zur Anpassung an „die Sprachen, Sitten und Neigungen der Menschen unserer Zeit, die von der Geschwindigkeit der materiellen Entwicklung in den Bann geschlagen sind“. Es sei die Absicht des von ihm maßgebend geprägten Konzils gewesen, „das Christentum angenehm und liebenswert, nachsichtig und offen zu machen, frei von mittelalterlicher Strenge und einem pessimistischen Verständnis des Menschen wie seiner Moral“.

Wir dürfen nicht vergessen, indem Montini und seine Konzilskirche sich dem Geist der Welt ergibt, verkehrt er alle Institutionen der Kirche in ihr Gegenteil. Sie wirken fortan nicht mehr zum Heil der Seelen, sondern sie werden Mittel, um die Seelen zu verderben. Im Rahmen des Modernismus atomisiert sich notwendigerweise der wahre Glaube, da ihm das übernatürliche Fundament entzogen wird. Dementsprechend hatte Pius X. in einer Ansprache an die neuen Kardinäle kurz vor seinem Tod gesagt: „Den Glauben mit dem modernen Geist versöhnen zu wollen, führt nicht nur zur Schwächung, sondern zum totalen Verlust des Glaubens.“ Der Geist der Welt ist nichts anderes als der Geist der Leugnung der Menschwerdung Gottes und des daraus notwendig folgenden sozialen Königtums Jesu Christi. Ganz erfüllt von diesem Ungeist stimmte Ende Juli 1971, als amerikanische Astronauten auf dem Mond gelandet waren, Giovanni Battista Montini alias Paul VI. nachstehenden Jubelsang an, eine wahrhaft luziferische Litanei, die eines Saint-Simon, Auguste Comte oder auch Karl Marx würdig gewesen wäre: „Ehre dem Menschen, Ehre dem Denken, Ehre der Wissenschaft, Ehre der Technik, Ehre der Kühnheit des Menschen, Ehre den wissenschaftlichen und planerischen Fähigkeiten des Menschen, der es im Gegensatz zu anderen Lebewesen versteht, seinen Geist und seine Geschicklichkeit den Instrumenten der Eroberung darzubringen. Ehre dem Menschen, dem König der Erde und heutigen Fürsten des Himmels.“

Wie wir sagten, war Giovanni Battista Montini der entscheidende Macher der Revolution, der es zugleich verstand, seinen revolutionären Elan hinter einem autoritären Regierungsstil zu verbergen und aufgrund mancher Aktionen, wie etwa seiner Enzyklika Humanae Vitae, vor der Welt sogar als ultrakonservativ dazustehen – aber nur vor der Welt der Dummköpfe. Die anderen hatten durchaus begriffen, was sie an Giovanni Battista Montini hatten. Am 4. Oktober 1965 machte Paul VI. der UNO seine Aufwartung. Vor den erklärten Feinden der heiligen, katholischen, apostolischen und römischen Kirche gab er dort folgende Erklärung ab: „Neben Unserer persönlichen Ehrbezeugung überbringen Wir Ihnen jene des zweiten ökumenischen Konzils vom Vatikan … Wir sind uns bewußt, jenen einzigartigen Augenblick zu erleben, in dem ein Wunsch in Erfüllung geht, den wir seit fast zwanzig Jahrhunderten in unseren Herzen tragen…“ (Doc. Cath., Nr 1457 vom 14. Oktober 1965, S. 1730-1738). Der Leser darf durchaus rätseln, wer denn mit dem „wir“ gemeint war und was denn nun dieser einzigartige Augenblick eigentlich genau gewesen ist…

Abschließend sei noch auf eine mehr als symbolträchtige Handlung Giovanni Battista Montinis verwiesen, die natürlich ebenfalls von den Dummköpfen gar nicht wahrgenommen wurde, wohingegen die Wissenden sie sicher recht zu deuten wußten. Am 13. November 1964 legte Giovanni Battista Montini alias Paul VI. gegen Ende der dritten Periode des Zweiten Vatikanischen Konzils, als das Thema „Armut in der Welt“ behandelt wurde, in einem feierlichen Akt auf dem Altar der Peterskirche die Tiara, das aufreizendste Würdezeichen der dreigliedrigen hierarchischen Hoheit des Papsttums, ab. Er schenkte die Tiara, deren Wert damals auf rund 10.000 Dollar geschätzt wurde und die eigens für ihn nach der von ihm selbst ausgewählten mittelalterlichen Form gefertigt worden war, amerikanischen Katholiken als Dank für großherzige Spenden zugunsten der Armen in der Welt. Die Tiara wurde von Kardinal Spellmann zunächst nach New York gebracht, sodann „reiste“ sie durch die Vereinigten Staaten, wobei Geld für caritative Zwecke, u.a. für die Armen- und Sterbehäuser der Mutter Teresa von Kalkutta, gesammelt wurden. Seit dem 30. Juni 1968 wird die Tiara Paul VI. in der Krypta des National Shrine of the Immaculate Conception in Washington, dem Nationalheiligtum der nordamerikanischen Katholiken aufbewahrt.

Nach der Ära Montini erscheint also das wahre Papsttum nur noch als Relikt aus der Vergangenheit, das sinnigerweise in der neuen Welt in einer Krypta sicher verwahrt wird, damit auch ja niemand mehr auf die Idee kommt, es wieder hervorzuholen.
Überlassen wir auch bei diesem „Papst“ seinen Maurerbrüdern den Nachruf. Bei seinem Tod schrieben sie anerkennend: „Für uns ist dies der Tod Dessen, der die Verurteilung durch Klemens XII. und seine [übrigen] Vorgänger aufgehoben hat. Zum ersten Mal in der Geschichte der modernen Freimaurerei ist ein Oberhaupt der größten abendländischen Religion gestorben, das keine Feindseligkeit gegenüber den Freimaurern hegte. Und zum ersten Mal in der Geschichte können die Freimaurer dem Grab eines Papst ihre Ehrbezeugung entrichten, ohne Zweideutigkeit und Widerspruch“ („Rivista Massonica“ [Maurerische Zeitschrift]).

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