Zum Fest des heiligen Joseph

von antimodernist2014

1. Am 8. Dezember 1870 erklärte Papst Pius IX. den heiligen Joseph zum Schutzpatron der Universalen Kirche und erhob sein Fest vom 19. März in den Rang Duplex I. Klasse. Im Dekret der Heiligen Ritenkongregation „Quemadmodum Deus“ heißt es dazu:

„Gleichwie der Allmächtige Gott Joseph, den Sohn des Patriarchen Jakob, über das ganze Land Ägypten setzte, um das Korn für das Volk zu retten, so erwählte Er, als die Fülle der Zeit gekommen war, Seinen Eingeborenen Sohn, den Heiland der Welt, auf Erden zu senden, einen anderen Joseph, dessen Vorbild der erste gewesen war, und machte ihn zum Herrn und Verwalter Seines Hauses und Seiner Besitztümer, zum Beschützer Seiner teuersten Schätze.
Fürwahr hatte er die Unbefleckte Jungfrau Maria zur Braut, aus welcher durch den Heiligen Geist Unser Herr Jesus Christus geboren ward, welcher sich würdigte, in den Augen der Menschen als Sohn des Joseph zu erscheinen und diesem untertan war. Ihn, den zahllose Könige und Propheten zu schauen sich gesehnt hatten, sah Joseph nicht nur, sondern hatte Umgang mit ihm, umarmte Ihn mit väterlicher Liebe und küßte Ihn. Mit größter Sorgfalt zog er Den groß, welchen die Gläubigen als das Brot, das vom Himmel gekommen ist, empfangen würden, um so das ewige Leben zu erlangen.
Aufgrund dieser erhabenen Würde, mit welcher Gott Seinen treuesten Diener ausgestattet hat, hat die Kirche den heiligen Joseph nächst seiner Braut, der Jungfrau und Gottesmutter, stets aufs höchste verehrt und gepriesen und in Zeiten der Bedrängnis um seine Fürbitte angerufen.
Und nun haben deshalb, da in diesen so überaus mühevollen Zeiten die Kirche von allen Seiten durch Feinde bedrängt und durch so großes Unheil bedrückt wird, daß gottlose Menschen behaupten, die Pforten der Hölle hätten sie längst besiegt, die ehrwürdigen Väter der ganzen katholischen Welt dem Obersten Hirten ihre eigenen Bitten und die ihnen von ihren Gläubigen übergebenen vorgelegt, er möge sich würdigen, den hl. Joseph zum Patron der Kirche zu erheben. Und sie wiederholten ihre Bitten und Wünsche noch eindringlicher anläßlich des Heiligen Ökumenischen Konzils im Vatikan.
So gefiel es unserem Heiligen Vater, Papst Pius IX., um sich und alle Gläubigen dem überaus mächtigen Schutz des heiligen Patriarchen Joseph anzuvertrauen, diesem Wunsch der Väter zu entsprechen und ihn feierlich zum Patron der katholischen Kirche zu erklären. Ebenso ordnete er an, daß sein Fest am 19. März fortan als Duplex I. class. gefeiert werde, jedoch ohne Oktav wegen der Fastenzeit, und ließ dies durch vorliegendes Dokument der Heiligen Ritenkongregation an diesem der Unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter, der keuschesten Braut des hl. Joseph, geweihten Tag promulgieren.“

2. Wir haben schon an anderer Stelle gesehen, welch enge Verbindung und welch tiefer Zusammenhang zwischen den beiden großen Dogmen dieses Papstes, der Unbefleckten Empfängnis und der Unfehlbarkeit des Papstes, besteht und wie grundlegend diese Glaubenswahrheiten für unsere Kirche sind. Man kann sagen, daß mit der Erhebung des hl. Joseph zum Patron der Kirche und damit gewissermaßen auch zum Bewahrer dieser beiden Dogmen Papst Pius IX. sein großes Werk vollendet hat. Er hat damit eherne Säulen errichtet zum Schutz und zur Freude der Kinder der Kirche und zum Schrecken und Verderben ihrer Feinde.

3. Da aufgrund der Fastenzeit das Josephsfest am 19. März nicht mit der entsprechenden Feierlichkeit, namentlich auch der gebührenden Oktav, gefeiert werden konnte, gab es ein zweites Fest des hl. Joseph, am Mittwoch in der zweiten Woche nach der Osteroktav: „In solemnitate S. Joseph Sponsi B. Mariae Virg., Confessor et Ecclesiae Universalis Patroni“, Duplex I. class. cum Octava communi. Dieses Fest wurde 1955 von Pius XII. abgeschafft bzw. durch das neukreierte Fest „Joseph der Arbeiter“ am 1. Mai ersetzt. Dadurch wollte er bewußt ein Gegengewicht zu diesem sozialistisch besetzten „Tag der Arbeit“ schaffen.

Dabei wurde leider übersehen, daß der „Arbeiter“ im modernen Sinn mit all den menschenunwürdigen Umständen, die damit verbunden sind und den Nährboden für die Entstehung des Sozialismus und Kommunismus bilden, ein Produkt der industriellen Revolution darstellt und zu früheren Zeiten völlig unbekannt war. Der heilige Joseph als Handwerker aus dem königlichen Geschlechte David, der wohl im galiläischen Nazareth sein eigenes Häuschen besaß und seine eigene Werkstätte betrieb, eignete sich schlichtweg nicht, um als Leidensgenosse und Vorbild für den modernen „Proletarier“ umgeschmiedet zu werden. Vielmehr muß man fürchten, daß hier mit dem großen Heiligen und seinem Fest politischer Mißbrauch getrieben wurde, was dem Nährvater Christi vielleicht nicht allzu sehr gefallen hat.

4. Noch ärger trieb es freilich Angelo Giuseppe Roncalli alias Johannes XXIII., der seinen zweiten Namenspatron angeblich so hoch verehrte, daß er ihn mit dem Apostolischen Schreiben „Le voci che da tutti“ am 19. März 1961 zum Patron des Zweiten Vatikanischen Konzils erklärte und am 13. November 1962 kurzerhand seinen Namen in den Kanon der Heiligen Messe einfügte (Pius IX. hatte ein solches Ansinnen noch entschieden zurückgewiesen). Dieser doppelte erneute Mißbrauch wurde gewissermaßen vollendet durch Bergoglio, der als „Papst Franziskus“ ja in vielem das Erbe Roncallis angetreten hat und sich angeblich beinahe sogar „Johannes XXIV.“ genannt hätte. Dieser wurde nicht nur am Josefsfest, dem 19. März 2013, in sein Amt eingeführt, sondern ließ auch am 1. Mai desselben Jahres durch das Dekret „Paternas vices“ der Gottesdienstkongregation anordnen, daß der heilige Joseph „künftig in allen Hochgebeten des ordentlichen römischen Ritus angerufen werden“ soll. Die bisherige Krönung war die am 5. Juli 2013 durch die neue päpstliche Doppelspitze Franziskus-Benedikt vollzogene Weihe des Vatikanstaats an den heiligen Joseph und den heiligen Erzengel Michael.

Wir dürfen uns fragen, ob der heilige Joseph über all diese „Ehrungen“ sehr erfreut gewesen ist. Man hat immerhin sozusagen unter seinem Patronat auf dem „II. Vatikanum“ die heilige und makellose Braut Christi, die Kirche, in eine fehlerhafte und sündige „Menschenmachwerkskirche“ umgewandelt, man hat Seine heilige und Unbefleckte Braut, die allerseligste Jungfrau Maria, Urbild der Kirche, zu einem Glied dieser „Menschenmachwerkskirche“ degradiert. Man hat durch seinen Namen den heiligen römischen Meßkanon seiner Unantastbarkeit entkleidet und damit einen wesentlichen Schritt zur Zerstörung der heiligen Messe getan, und nun muß er es sich auch noch gefallen lassen, in allen „Hochgebeten“ des „Bastardritus“ an prominenter Stelle zu erscheinen und das Patronat über den „konziliaren“ Vatikan mit seinem kollegialen „Petrusdienst“ an den Hals zu bekommen. Ist all das wahre Josephsverehrung und Frömmigkeit, oder ist es nicht vielmehr eine Beleidigung für diesen großen Heiligen?

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