Zum Passionssonntag: Kreuzesfreunde

von antimodernist2014

1. Im Mittelpunkt unserer christlichen Religion steht der Gekreuzigte und das Kreuz. Mit dem Kreuzzeichen bekennen wir uns als Christen. Wir glauben, daß Unser Herr Jesus Christus uns am Kreuz erlöst hat. Wir glauben, daß in jeder Heiligen Messe die unsichtbare und unblutige Erneuerung Seines Kreuzesopfers sich vollzieht, um uns die Erlösungsfrüchte zuzuwenden, die Er auf Golgotha verdient hat. In der heiligen Kommunion empfangen wir den glorreichen Leib des Gekreuzigten mit Seinen heiligen fünf Wunden. Wir erlangen so Anteil am Gekreuzigten und Seinen Leiden. Christsein heißt Teilnahme am Kreuz Christi und damit an der Erlösung. Nur der Kreuzträger und Freund des Kreuzes ist der wahre Jünger Christi, gemäß Seinem Wort: „Si quis vult venire post me, abneget semetipsum et tollat crucem suam et sequatur me – Wenn jemand Mir nachfolgen will, so verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und so folge er Mir nach“ (Matt. 16,24)

2. Der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort kennzeichnet in seinem „Rundschreiben an die Freunde des Kreuzes“ die Jünger Christi wie folgt: „Die Partei unseres liebenswürdigen Erlösers steht auf der rechten Seite und steigt auf schmalem und engem Wege zum Himmel empor. Ihr guter Meister geht an der Spitze barfuß einher, mit blutbesprengtem, mit Dornen gekröntem Haupte, mit zermartertem Leibe und mit einem schweren Kreuz. Nur ein Häuflein Getreuer hat er in seinem Gefolge; es sind aber die tapfersten. Denn inmitten des Getümmels der Welt hören seine sanfte Stimme nur wenige. Andere haben nicht den Mut, ihm in seiner Armut, seinen Schmerzen, seinen Verdemütigungen und übrigen Kreuzen nachzufolgen, da man dies alles in seinem Dienste ausnahmslos alle Tage seines Lebens tragen müßte.“

Aber, sagt uns da ein furchtsamer Mitchrist, ein solches Verhalten führt uns ja „in die Isolation“! Der konsequente Kreuzesnachfolger „igelt sich ein, schottet sich ab; er trennt sich ggf. von seinen Glaubensgeschwistern, von seinen Angehörigen, Verwandten und Bekannten, auch dann und vor allem dann, wenn diese ihrerseits (grundsätzlich überzeugte) ‚papst- /hierarchie-treue‘ katholische Christen sind. Er meidet alle Kleriker, die nicht-kreuzesfreundlich sind, d.h. praktisch die gesamte Hierarchie. Damit scheidet, trennt sich der Kreuzesfreund von der ‚Gemeinschaft der Heiligen‘, zu der ja alle Getauften [insbesondere im Stande der heiligmachenden Gnade] gehören“. Aber hat nicht der Heiland selbst gesagt: „Denkt nicht, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater, und die Tochter mit ihrer Mutter, und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein“ (Mt 10,34-36)? Zu diesen „Hausgenossen“ gehören eben leider auch Getaufte und sogar „’papst- /hierarchie-treue‘ katholische Christen“. Der heilige Paulus schreibt: „Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, daß sie die Feinde des Kreuzes Christi sind“ (Phil 3,18).

3. Der heilige Ludwig Maria: „Auf der linken Seite wandelt die Partei der Welt oder des Teufels, welche zahlreicher, prächtiger und glänzender ist, wenigstens dem Anscheine nach. Die ganze schöne Welt läuft dort mit. Obgleich die Wege breit und geräumig sind, drängen sich die Massen und wälzen sich gleich Strömen dahin. Die Wege sind mit Blumen bestreut, mit Gold und Silber bedeckt, und überall locken Stätten für Vergnügen, Tanz und Spiel.“

Aber das führt doch „zur Nicht-Beteiligung an allgemeinen offiziell-katholischen Gottesdiensten, Andachten, Wallfahrten“! „Alles wird gemieden, was von Nicht-Kreuzesfreunden durchgeführt, geleitet wird, weil es der Überzeugung der vermeintlich notwendigen Kreuzesnachfolge abträglich sein könnte.“ In der Tat können wir als Kreuzesfreunde an solchen „allgemeinen offiziell-katholischen Gottesdiensten, Andachten, Wallfahrten“ in der Regel nicht teilnehmen, da sie zumeist nur die Eigenliebe bedienen, mehr von „Events“ und weltlicher Lustbarkeit an sich haben als von Bußgeist und Kreuzesliebe. Das gilt selbst für „asketische“ Übungen wie lange Fußwallfahrten („Jakobsweg“), auf denen man das „spirituelle Erlebnis“ sucht oder überhaupt nur die körperliche Herausforderung wie beim Marathon. Erst recht natürlich für jene „Wallfahrten“ im klimatisierten Bus, die nach einem kurzen Besuch (um nicht zu sagen Besichtigung) der Wallfahrtsstätte mit einem ausgiebigen Aufenthalt im Gasthaus oder Café enden (und somit eher einer Kaffeefahrt gleichen als einer Wallfahrt).

4. „Auf der rechten Seite, bei der kleinen Herde, welche Jesu nachfolgt, spricht man von Tränen, Bußübungen, Gebet und Weltverachtung und hört Worte, die durch Schluchzen oft unterbrochen sind: ‚Laßt uns leiden, weinen, fasten und beten. Laßt uns verborgen, demütig, arm und abgetötet sein. Wer nicht den Geist Christi hat, der da ist ein Geist des Kreuzes, kann unserem Meister nicht angehören. Wer sich Christus anschließt, muß sein Fleisch mit seinen Lüsten kreuzigen. Entweder dem Bilde Christi ähnlich sein oder verdammt werden! Mut! rufen sie einander zu, Mut! Wenn Gott für uns, mit uns und vor uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Gott, der in uns wohnt, ist stärker als der Fürst dieser Welt. Der Diener ist nicht mehr als der Herr. Ein Augenblick leichter Trübsal bringt uns die Freuden ewiger Glorie. Es gibt weniger Auserwählte als man glaubt; nur die Mutigen und die sich Gewalt antun, reißen das Himmelreich an sich. Niemand wird gekrönt, der nicht gekämpft hat, wie das Evangelium, nicht etwa die Mode es vorschreibt. Kämpfen wir also tapfer und laufen wir schnell, damit wir das Ziel erreichen und die Krone gewinnen!‘ Das ist ein Teil der erleuchteten Aussprüche, mit denen sich die Freunde des Kreuzes gegenseitig ermuntern.“

Aber das führt doch nur zur „Abstinenz im Sakramenten-Empfang“! Da werden dann Heilige Messen „gemieden allein wegen fehlender (vollkommener) Übereinstimmung mit (streng) christlichen Forderungen. Zum Beispiel verachtet man ohnehin alle Messen nach dem N.O.M., aber selbst Heilige Messen des Alten Ritus z.B. der Petrus-Bruderschaft, allgemein der ‚Ecclesia-Dei-Gemeinschaften‘ etc. [allein] wegen ihres ‚una cum‘ mit dem amtierenden Papst im Mess-Kanon“. In der Tat ist die „konziliare Kirche“ die Gemeinschaft der Kreuzesfeinde, die versucht hat, im „N.O.M.“ das Ärgernis des Kreuzes sogar aus der Messe so weit wie möglich zu beseitigen. Wollen wir also bei ihnen mitlaufen oder „auf der rechten Seite, bei der kleinen Herde, welche Christus nachfolgt“?

5. „Jesus sagt: Si quis, wenn jemand, d.h. wenn einer und nicht, wenn mehrere, um die kleine Zahl der Auserwählten anzudeuten, welche dem Gekreuzigten gleichförmig werden wollen, indem sie ihr Kreuz tragen. Die Zahl ist so klein, daß wir vor Schmerz erbleichen würden, wenn wir sie sähen, so gering, daß, wenn Gott die wahren Kreuzträger versammeln wollte, er ihnen zurufen müßte, wie er es einst durch den Mund des Propheten tat: Congregamini unus et unus: Versammelt euch, der eine nach dem andern, der eine aus dieser Provinz, der andere aus jenem Reich.“

Aber der konsequente Christ „glaubt, daß der neue Ritus der Bischofsweihe von 1968 ungültig ist“. „Damit gibt es für ihn praktisch keine Bischöfe mehr unter dem Papst. Auch die Priesterweihen nach dem neuen Ritus von 1968 werden als ungültig angesehen. Aber nicht nur des neuen Ritus wegen, sondern auch aus dem Grund, weil Bischöfe, die nach dem neuen Ritus geweiht wurden, als Nicht-Bischöfe angesehen werden, die deshalb keine gültigen Priesterweihen vornehmen können.“ Wird es da nicht recht einsam auf weiter Flur? Ja, in der Tat würden „wir vor Schmerz erbleichen“, wie verloren und einsam weltweit die wenigen verbliebenen wahren Christen und Kreuzesfreunde heute sind. Die „Volkskirche“ gibt es nur noch dem Schein nach. Tatsächlich müßte man den Christen heute zurufen: „Versammelt euch, der eine nach dem andern, der eine aus dieser Provinz, der andere aus jenem Reich“, der eine aus Deutschland, der andere aus Frankreich, der dritte aus Polen, der vierte aus Ungarn, der fünfte aus Kanada… Die berühmte Pferdedecke des Irlmaier dürfte leicht ausreichen, damit die wahren Katholiken der Endzeit darauf Platz hätten.

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