Das Geheimnis Mariä

von antimodernist2014

Vielleicht fällt es Ihnen auch immer mehr auf, daß von vielen Traditionalisten selbst angesichts dieser kaum noch faßbaren geistigen Verwirrung in fast allen Bereichen des Lebens selbst schwersten Irrtümern oft nur Allgemeinplätze entgegengehalten werden – d.h. die eigentlich brennenden Themen werden nicht einmal mehr berührt. Vielmehr begnügt man sich allenthalben mit floskelartigen, fromm klingenden Redewendungen, die an die Stelle der sachlichen Auseinandersetzung getreten sind. Daß dadurch der eigentliche Ernst der Situation vollkommen verkannt wird und infolgedessen verloren geht, das fällt leider nur noch wenigen auf. Je nüchterner man dagegen versucht, die eigentlichen, entscheidenden, grundlegenden Irrtümer dieser modernen Zeit zu sichten, desto kindischer kommen einem solche Versuche vor. Wenn man etwa wieder einmal durch neueste Skandale der amtskirchlichen Würdenträger in Rom oder anderswo meint, sich moralisch entrüsten zu müssen, so übersieht man dabei letztlich ganz: solche Skandale sind immer nur die Folge des falschen, irrigen, ja antichristlichen Systems, das die neurömische „Kirche“ übernommen hat, und nicht deren Ursache. Solange man sich nur bei diesen Skandalen aufhält, aber deren Ursache nicht erkannt und bedacht hat, findet man natürlich auch nicht die rechte Lösung. Im Gegenteil, solch moralische Entrüstung lenkt nur vom Wesentlichen, Entscheidenden ab und führt letztlich zu nichts, wie einen ein unbefangener Blick auf die letzten Jahrzehnte leicht lehren könnte.

Die Verfinsterung der Kirche

Was ist nun der eigentliche, tiefste Grund für diesen heillosen Zustand der Welt? Oder gleich in die katholische Mitte hineingefragt: Was ist der tiefste, letzte Grund für das, was wir „Kirchenkrise“ nennen? Wir sind bei der Beantwortung dieser Frage nicht auf Vermutungen angewiesen, denn der Himmel hat uns die Antwort auf die Frage im Voraus schon gegeben, und zwar durch U. L. Frau von La Salette. In der sog. großen Botschaft heißt es:

„Im Jahre 1864 wird Luzifer mit einer großen Menge von Teufeln aus der Hölle losgelassen. Sie werden den Glauben allmählich auslöschen, selbst in Menschen, die Gott geweiht sind. Sie werden sie in einer Weise blind machen, daß diese Menschen, falls sie nicht eine besondere Gnade empfangen, den Geist dieser bösen Engel annehmen werden. Viele Ordenshäuser werden den Glauben völlig verlieren und viele Seelen mit ins Verderben ziehen. Schlechte Bücher wird es auf der Erde im Überfluß geben, und die Geister der Finsternis werden überall eine Kälte gegen alles ausbreiten, was den Dienst Gottes betrifft. Es wird Kirchen geben, in denen man diesen bösen Geistern dient. …
Der Stellvertreter meines Sohnes wird viel zu leiden haben, da die Kirche eine Zeitlang schweren Verfolgungen ausgesetzt sein wird. Das wird die Zeit der Finsternisse sein. Die Kirche wird eine schreckliche Krise durchmachen.“
Und noch weiter: „Zittert, Erde und ihr, die ihr Gelübde zum Dienste Jesu Christi abgelegt habt und die ihr innerlich euch selbst anbetet, zittert! Denn Gott geht daran, euch seinen Feinden zu überliefern, da die heiligen Orte in Verderbnis sind. Zahlreiche Klöster sind nicht mehr Häuser Gottes, sondern die Weiden des Asmodeus [des Teufels der Unkeuschheit] und der Seinen.“

Aufgrund dieser schwersten Anklagen gegen den Klerus wurde damals die große Botschaft von La Salette von vielen Priestern zurückgewiesen, ja sogar erbittert bekämpft. Wenn diese heute leben würden, würden sie sicher anders denken. Denn was hat die Welt nicht alles im Gefolge des Konzils an Verfall des Glaubens und Verderbnis der Sitten erlebt? Und wie sieht es denn heute mit dem Klerus aus? Sowohl, was die Sitten, und noch mehr, was den Glauben betrifft? Wenn die Gottesmutter sagt: „Sie werden sie in einer Weise blind machen, daß diese Menschen, falls sie nicht eine besondere Gnade empfangen, den Geist dieser bösen Engel annehmen werden“ – ist das noch eine Übertreibung angesichts des weltweiten Glaubensabfalls nicht nur des Volkes, sondern auch der Mehrheit der kirchlichen Würdenträger? Der Teufel hat seinen Krieg begonnen und er hat ganz planmäßig eine Bastion nach der anderen geschliffen. Warum ist ihm das so erstaunlich einfach gelungen? Weil die Katholiken nicht mehr wachsam waren und mehrheitlich die vielen Warnungen der Päpste vor dem Liberalismus und Modernismus in den Wind geschlagen haben.

Die weinende Gottesmutter fügt in ihrer großen Botschaft von La Salette noch die schreckliche und damals unvorstellbare Prophezeiung hinzu: „Die Kirche wird verfinstert. – Rom wird den Glauben verlieren und der Sitz des Antichrists werden.“ Der Teufel wird also zunächst siegen! Und zwar wird er in einem viel weiteren Sinne und auch Umfang siegen als die Katholiken sich das je haben vorstellen können und wollen. Der Grund für diesen Sieg sind vor allem die Sünden des Klerus und der gottgeweihten Seelen. Deswegen weint Maria in La Salette…

Das Hindernis, das weggeräumt worden ist

Der Sieg des Teufels war von der göttlichen Vorsehung noch an eine Bedingung gebunden. Das Hindernis, von dem auch der hl. Paulus im zweiten Thessalonicherbrief (vgl. 2. Thess. 2,11f) spricht, mußte zuerst noch beseitigt werden. Das Hindernis für den Sieg des Teufels über die Heiligen war, wie viele Kirchenväter erklären, das christliche Königtum und das Papsttum. Das christliche Königtum hatte die Revolution bis 1918 endgültig beseitigt.

Das Papsttum wurde ebenfalls vermehrt und immer heftiger angegriffen, konnte jedoch durch die Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit 1870 noch einmal gegen den um sich greifenden Rationalismus und Naturalismus verteidigt werden. Aber die Feinde ruhten nicht. Sie versuchten nunmehr, einen ihres Geistes auf den Stuhl Petri erheben zu lassen. In diesem gewaltigen Ringen gegen die Synagoge Satans hat Gott die Päpste schließlich einer letzten großen Prüfung unterzogen. Die Gottesmutter hatte in Fatima die Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen gefordert. Sie nennt diese Andacht das „letzte Heilmittel“, das Gott dieser Welt gegeben hat. Damit bringt sie unmißverständlich zum Ausdruck, es geht nun wirklich um alles, denn die Entscheidungsschlacht zwischen ihr und ihrem Anhang sowie der Schlange und deren Anhang steht bevor, wie dies auch Sr. Lucia in ihrem Gespräch mit P. Fuentes vom 26. Dezember 1957 betont. Maria gibt auch die entsprechenden Mittel an, wie diese Schlacht zu führen und zu gewinnen ist. Diese Mittel sind der Rosenkranz und die Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen, die unschwer mit der wahren Andacht zu Maria in Verbindung gebracht werden kann, wie sie der hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort lehrt.

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