Das Geheimnis Mariä

Dieses „neue“ Rom ist natürlich nicht mehr die Säule und Grundfeste der Wahrheit, sondern es ist Teil der mit dem 2. Vatikanum neu errichteten Menschenmachwerkskirche, die nicht mehr die göttliche Wahrheit lehrt, sondern die Irrtümer der liberalen, freimaurerischen, antichristlichen Welt verbreitet.

Die unmittelbaren Folgen der papstlosen Zeit

Jeder Katholik muß sich heute dieser Tatsache nüchtern stellen. Nur wenn er dazu bereit ist, wird er auch verstehen können, was in diesen letzten Jahrzehnten mit der Kirche geschehen ist. Die papstlose Zeit zieht nämlich unmittelbar ihre ganz besonderen Gefahren und Prüfungen nach sich! Der Katholik muß sich heute in einer Situation zurechtfinden, die für ihn ganz untypisch und ungewohnt ist. Was ändert sich eigentlich für den Katholiken, wenn es keinen legitimen Papst mehr gibt?

Der hl. Pius X. schreibt in seinem Katechismus: „In diesem Gehorsam gegenüber der höchsten Autorität der Kirche und des Papstes, die uns die Glaubenswahrheiten vorlegt, und die Kirchengesetze auferlegt und uns all das, was zu ihrer guten Leitung notwendig ist, anordnet, in dieser Autorität liegt die Richtschnur unseres Glaubens“ (Römischer Katechismus, Kleine Geschichte der Religion. Zitiert nach Catéchisme de St. Pie X, Itinéraires n. 143 Mai 1970, éd. DMM 1978, S. 354).

Der Katholik hat normalerweise eine lebendige Glaubensnorm, das sog. ordentliche Lehramt, das ihm täglich den Glauben verkündet. Und nur und ausschließlich „In diesem Gehorsam gegenüber der höchsten Autorität der Kirche und des Papstes, die uns die Glaubenswahrheiten vorlegt, und die Kirchengesetze auferlegt und uns all das, was zu ihrer guten Leitung notwendig ist, anordnet, in dieser Autorität liegt die Richtschnur unseres Glaubens.“ Ganz in diesem Sinne konnte Pius IX. ganz zurecht sagen: „Ich bin die Tradition.“ Das lebendige Lehramt allein ist die authentische Interpretation der Tradition. Ohne diese nächste Norm des Glaubens, wie man sagt, wäre der Katholik auf sich und sein eigenes unsicheres, fehlbares Urteil verwiesen.

Bei einer anderen Gelegenheit betonte Pius X. nochmals: „Das erste und bedeutsamste Kriterium des Glaubens, die oberste und unerschütterliche Richtschnur der Rechtgläubigkeit ist der Gehorsam gegenüber dem immerzu lebendigen und unfehlbaren Lehramt der Kirche, die von Christus als ‚columna et firmamentum veritatis‘, als ‚Säule und Grundfeste der Wahrheit‘ eingerichtet wurde“ (Ansprache „Con vera soddisfazione“ an Studenten, am 10. Mai 1909, EPS/E n.716).

Durch den Gehorsam „dem immerzu lebendigen und unfehlbaren Lehramt der Kirche, die von Christus als ‚columna et firmamentum veritatis‘, als ‚Säule und Grundfeste der Wahrheit‘ eingerichtet wurde“ gegenüber erhält der Katholik seinen Glauben und daraus allein folgt auch seine unerschütterliche Glaubenssicherheit. Keine andere Autorität innerhalb der Kirche oder außerhalb hat von Gott diese Verheißung des beständigen Beistandes des Heiligen Geistes erhalten und kann deswegen jemals ‚Säule und Grundfeste der Wahrheit‘ sein. „…Könnte derart also die Kirche, die doch die Säule und Grundfeste der Wahrheit ist und die offenkundig ohne Unterlaß vom Hl. Geist die Unterweisung in der ganzen Wahrheit empfängt, etwas anordnen, genehmigen oder erlauben, was zum Schaden des Seelenheils und zur Verachtung oder zum Schaden eines von Christus eingesetzten Sakramentes ausschlüge?“ So fragt Gregor XVI. in seiner Enzyklika „Quo graviora” vom 4. Oktober 1833 an die Bischöfe der Rheinprovinz (EPS/L n. 135-136, S. 110). Die Antwort auf diese rhetorische Frage ist natürlich ganz klar: Nein! Die Kirche kann niemals etwas anordnen, genehmigen oder erlauben, was zum Schaden des Seelenheils und zur Verachtung oder zum Schaden eines von Christus eingesetzten Sakramentes ausschlüge, weil sie durch den ständigen Beistand der Heiligen Geistes davor bewahrt wird.

Liest man diese Aussagen der Päpste aufmerksam und schaut man sodann auf das modernistische Rom, so kann und muß jeder Katholik feststellen: Diese nächste Norm unseres Glaubens haben wir verloren, denn ein im Modernismus gefangenes theologisches System kann niemals die Wahrheit lehren. Durch die vielfältigen Häresien haben die Päpste ihr Amt verloren. Es gibt deswegen zur Zeit keinen legitimen Inhaber des Stuhles Petri mehr. Die Katholiken sind von Gott für die Glaubensverweigerung der Päpste schwer bestraft worden, das sichtbare Wesen der Kirche ist verfinstert worden.

Signum Magnum

Sobald man erkennt, daß der eigentliche Grund unserer furchtbaren Not – und mit uns sind die Katholiken gemeint – im Fehlen des kirchlichen Lehramtes besteht, verschiebt sich die wesentliche Sorge auf eine ganz andere Ebene. Die entscheidende Frage ist doch sodann für jeden Katholiken die: Wie kann ich mich in der papst- und kaiserlosen Zeit noch zurechtfinden? Wie und wo finde ich inmitten der „Verfinsterung der Kirche“ täglich den notwendigen Halt für meinen Glauben? Wie und wo finde ich die notwendige Orientierung in meinen Entscheidungen? Gibt es für den Katholiken irgendeinen Ersatz für das fehlende Lehramt? Eines ist sicher: Ein solcher Ersatz können keine wie auch immer gearteten Pseudohierarchien oder Pseudoautoritäten sein, wie manche es sich hartnäckig einbilden. Daß solcherart Lösungen nur zu weiteren, womöglich noch schwerwiegenderen Verirrungen führen können, sollte eigentlich allmählich jedem noch einigermaßen wachen Katholiken aufdämmern.

Was ist also zu tun? Da doch Gott in Seiner Vorsehung immer das Beste für Seine Kinder anordnet und fügt, so hat er sicherlich auch für diese außerordentlich schwierige Zeit ein Mittel ersonnen, das uns dennoch befähigt, dieses geistige Chaos einigermaßen Heil zu überstehen.