Das Geheimnis Mariä

Forscht man ein wenig nach, so stößt man auch wirklich auf ein Thema, das uns eine Antwort auf unsere Frage gibt. Der Himmel selbst verweist uns mit Beginn des 19. Jahrhundert immer eindringlicher auf Maria. Maria ist nach der Geheimen Offenbarung des hl. Apostels Johannes das „große Zeichen“, das am Ende der Zeiten am Himmel erscheint. Dieses große Zeichen am Himmel wurde auch durchaus von den Päpsten wahrgenommen und mehr und mehr in den Mittelpunkt des katholischen Lebens gerückt. In dem Artikel Signum magnum apparuit wird dieses Thema ausgiebig behandelt. Hier müssen wir es übergehen, denn wir wollen letztlich auf etwas anderes aufmerksam machen.

Die Vollkommene Hingabe an Maria

Es findet sich im ersten Teil des erwähnten Artikels ein Kapitel über den Propheten Mariens, den hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort (1673 bis 1716). Dieser ist der Verfasser der kleinen Schrift „Das Geheimnis Mariä“, die als eine wahre Perle unter den Schriften über die Marienverehrung gilt. Dieser zur Seite steht vom selben Autor geschrieben die „Abhandlung über die Wahre Andacht zur Maria“, die man gewissermaßen als größere Schwester der ersten Schrift bezeichnen kann. Der hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort gibt in diesen beiden Schriften nicht nur eine allgemeine Anleitung zur wahren Marienverehrung, sondern er spricht darüber hinaus von der Vollkommenen Hingabe an Maria und erklärt ihren Sinn, ihre Bedeutung und ihren außerordentlichen Wert. Dabei kommt in seinen Abhandlungen auch zum Ausdruck, daß diese vollkommene Hingabe an Maria für die Apostel der letzten Zeiten das charakteristische Merkmal sein wird.

„Diese großen Seelen, voll Gnade und Eifer, sollen sich den Feinden Gottes entgegenstellen, die sich von allen Seiten mit Ingrimm erheben werden. Sie werden in ganz besonderer Weise der allerseligsten Jungfrau ergeben sein, durchstrahlt von ihrem Lichte, genährt mit ihrer Milch, geführt von ihrem Geiste, gestützt auf ihren Arm und geborgen unter ihrem Schutzmantel. Mit der einen Hand werden sie die Häretiker mit ihren Häresien, die Schismatiker mit ihren Schismen, die Götzendiener mit ihrer Abgötterei und die Sünder mit ihren Gottlosigkeiten bekämpfen, niederwerfen und ausrotten. Mit der anderen Hand werden sie den wahren Tempel Salomons und die geistige Stadt Gottes aufbauen, d.h. sie werden die Verehrung der allerseligsten Jungfrau ausbreiten … Sie werden die ganze Welt durch Wort und Beispiel zur wahren Andacht zu Maria anleiten, was ihnen zwar viele Feinde zuziehen, aber auch viele Siege und großen Ruhm beim Allerhöchsten bereiten wird.“

Aufgabe Mariens in der Endzeit

Es ist recht erstaunlich, daß in all den Jahren der Kirchenkrise zwar vielfach von dieser besonderen Andacht zu Maria gesprochen wurde und wohl auch da und dort noch gesprochen wird, jedoch die eigentliche Bedeutung für die jetzige Zeit nicht erarbeitet, entsprechend hervorgehoben und treu geübt wurde. Denn wir leben doch zweifelsohne in der Zeit, von der Ludwig Maria Grignion de Montfort spricht. Wir sind somit direkt dazu aufgerufen, uns Maria zuzuwenden, ja sie als unsere Herrin zu erwählen und uns ihr innigst anzuschließen und ihr anzubieten, ihr als Knecht oder Magd ganz zu dienen.

Dabei ist die vollkommene Hingabe an Maria nicht einfach nur wieder eine weitere Form der Marienverehrung. Sie ist vielmehr das vom Himmel gewährte Hilfsmittel für die letzten Zeiten, welche ein wahres „Marianisches Zeitalter“ werden sollen. Maria ist uns von Gott für diese letzte Zeit mit ihren schweren Prüfungen in einer außerordentlichen Weise zugeeignet worden. „Besonders gegen das Ende der Welt, und zwar schon bald, wird Maria auf Erden mit einem Eifer verehrt werden, wie nie zuvor“, so schreibt der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort in seiner „Abhandlung von der Wahren Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria“. Denn „gerade für die letzten Zeiten hat Gott beschlossen, im Verein mit seiner heiligen Mutter Heilige großzuziehen, welche die Mehrzahl der anderen Heiligen an Heiligkeit soweit übertreffen werden, als die Zedern des Libanon über das niedere Gesträuch emporragen“.

Maria rüstet ihre Kinder für die Endzeit, für jene Zeit, in der Satan von Gott die Macht erhält, Krieg zu führen gegen die Frau und ihre Kinder, wie wir es in der Geheimen Offenbarung lesen können: „Als der Drache sah, daß er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Der Frau aber wurden die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste an ihren Ort fliege, wo sie, weg vom Angesicht der Schlange, eine Zeit, Zeiten und eine halbe Zeit ernährt werden sollte. Die Schlange stieß aus ihrem Rachen der Frau einen Wasserstrom nach, damit sie von den Fluten fortgerissen werde. Aber die Erde kam der Frau zu Hilfe: Die Erde öffnete ihren Schlund und verschlang den Fluß, den der Drache aus seinem Maul geschleudert hatte. Da geriet der Drache in Zorn über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen ihrer Nachkommenschaft, die Gottes Gebote beobachten und festhalten am Zeugnis von Jesus“ (Offb. 12,13-17).