Apostel der Letzten Zeiten

von antimodernist2014

1. Der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort war nicht nur ein großer Theologe, Volksmissionar und Marienverehrer, er war auch ein Prophet. Er sah für das Ende der Zeiten ein Marianisches Zeitalter herankommen, in welchem Maria verehrt werden würde wie nie zuvor. In Verbindung mit dem Heiligen Geist würde sie in dieser Zeit so große Heilige hervorbringen, daß sie die übrigen Heiligen überragten wie die Zedern des Libanon das niedere Gesträuch. Das Marianische Zeitalter ist somit auch ein Zeitalter des Heiligen Geistes.

Zugleich ist es dasjenige Zeitalter, in welchem sich die Angriffe Satans gegen die Kinder Mariens in einer unerhörten Weise steigern werden bis hin zum Antichristen. Es ist die Zeit der Entscheidungsschlacht zwischen Maria und dem Satan, zwischen der Frau und ihrem Samen und der Schlange und deren Samen. Es ist die eigentliche Erfüllung des Protoevangeliums aus der Genesis: „Feindschaft will ich setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; sie wird dir den Kopf zertreten, du aber wirst ihrer Ferse nachstellen“ (Gen 3,15).

Mit dieser „Ferse“, welcher der Satan nachstellen und mit welcher die allerseligste Jungfrau ihm das Haupt, den Sitz seines Stolzes, zertreten wird, sind nach dem Heiligen „ihre demütigen Diener und ihre bescheidenen Kinder gemeint …, welche Maria aufrufen wird, um ihn zu bekämpfen“. „Es werden unscheinbare, arme Menschen sein in den Augen der Welt, von allen erniedrigt, getreten und gedrückt, wie die Ferse im Vergleich zu den übrigen Gliedern des Körpers. Aber dafür werden sie reich sein an Gnaden vor Gott, die ihnen Maria im Überfluß zuwenden wird.“

2. In seinem „Prophetischen Flammengebet“ wird der heilige Ludwig Maria noch konkreter. In diesem Gebet fleht er um Priester für eine „Congregatio“ oder Genossenschaft, die er von etlichen prophetischen Geistern wie dem hl. Vinzenz Ferrer und der hl. Katharina von Siena vorhergeschaut und in der Heiligen Schrift an vielen Stellen, besonders im Psalm 67, geheimnisvoll angedeutet findet. Er nennt sie „Apostel Mariens“, „Söhne Mariä“, „heilige Missionäre“. Sie werden auftreten zu einer Zeit, da alles am Erschlaffen und Absterben ist. Es werden Priester sein „ganz voll Feuereifer, durch deren Dienst das Angesicht der Erde erneuert und Deine Kirche wiederhergestellt wird“. Sie werden eine „Flut von Feuer von Liebe und Gerechtigkeit“ sein, eine „Feuerflut der reinen Liebe“, die Gott „auf der ganzen Erde entzünden und sanft und mächtig anfachen“ wird, damit „alle Völker, die Türken, die Götzendiener, ja selbst die Juden davon erfaßt und sich zu Dir bekehren werden“. Sie werden wie der hl. Dominikus, „die leuchtende und brennende Fackel des heiligen Evangeliums im Munde und den heiligen Rosenkranz in der Hand, überallhin gehen, um zu bellen wie treue Hunde, um zu brennen wie Feuer und um die Finsternis der Welt zu erhellen wie die Sonne“. Sie werden „gleichwie David mit dem Stock des Kreuzes und der Schleuder des heiligen Rosenkranzes in der Hand“ alle Feinde Gottes niederschlagen. Sie werden „durch eine wahre Andacht zu Maria, ohne Heuchelei und Wankelmut, mit Demut, Klugheit und Eifer überall, wohin sie kommen, der alten Schlange den Kopf zertreten, damit so der Fluch sich erfülle, den Du gegen sie geschleudert hast“. Als „Apostel der Letzten Zeiten“ werden sie mit der einen Hand „die Häretiker mit ihren Häresien, die Schismatiker mit ihren Schismen, die Götzendiener mit ihrer Abgötterei und die Sünder mit ihren Gottlosigkeiten bekämpfen, niederwerfen und ausrotten“, mit der anderen Hand „werden sie den wahren Tempel Salomons und die geistige Stadt Gottes aufbauen, d.h. sie werden die Verehrung der allerseligsten Jungfrau ausbreiten“.

„Sie werden als die wahren Apostel der letzten Zeiten auftreten, die der Herr der Heerscharen mit der Gabe des Wortes und mit der Macht ausstatten wird, Wunder zu wirken und glorreiche Siege über seine Feinde davonzutragen. Ohne Gold und Silber, aber, was noch wichtiger ist, auch ohne Sorgen werden sie inmitten der anderen Priester und Kleriker wirken, und mit den Silberschwingen der Taube überall hinfliegen, wohin der Heilige Geist sie rufen wird, um zur Förderung der Ehre Gottes und des Heils der Seelen tätig zu sein. Dort, wo sie gepredigt haben, werden sie nichts zurücklassen als das Gold der Liebe, welche die Vollendung des ganzen Gesetzes ist.“

„Endlich wissen wir, daß sie als wahre Schüler Jesu Christi in den Fußstapfen seiner Armut, Demut, Weltverachtung und Liebe wandeln und anderen den schmalen Weg zu Gott in reiner Wahrheit zeigen werden. Dabei werden sie sich nach dem heiligen Evangelium und nicht nach den Grundsätzen der Welt richten, ohne Ansehen der Person, ohne Schonung, ohne unangebrachte Rücksicht oder Furcht vor einem Sterblichen, mag er auch noch so mächtig sein.“

3. Wir verstehen gerade angesichts der heutigen Situation in Welt und Kirche umso mehr den Eifer und die Sehnsucht, mit welchen der Heilige in seinem „Flammengebet“ um diese „Congregatio“ fleht und seufzt. Denn: „Von Dir, o Gott, allein hängt es ab, durch Deine Gnade diese Schar zu erwecken. Wollte der Mensch die erste Hand daran legen, so würde er nichts erreichen, wollte er dabei von dem Seinen mit dem Deinigen mischen, so würde er alles verderben und umstürzen. Tuæ Congregationis: Dein Werk soll es sein, o großer Gott! Vollbringe Dein göttliches Werk: schare, rufe, sammle aus allen Orten Deines Reiches Deine Auserwählten, um sie als starkes Heer gegen Deine Feinde zu senden.“

Darin liegt nun die besondere Schwierigkeit, daß diese „Congregatio“, diese Genossenschaft, ein rein übernatürliches Werk sein muß, in welches die Menschen nichts vom Ihrigen mischen dürfen. Sonst würden sie „alles verderben und umstürzen“. Leider ist gerade das die stets drohende Gefahr, und vielleicht ist auch das der Grund, warum wir bis heute vergeblich auf diese Genossenschaft warten. Viele haben schon den Versuch unternommen, sie ins Leben zu rufen, es hat nicht an Gemeinschaften gefehlt, in welchen man diese „Apostel der Letzten Zeiten“ sehen wollte. Doch stets sind alle diese Versuche gescheitert, alle Hoffnungen haben getrogen.

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