Die zehn Lebensregeln des Jorge Mario Bergoglio alias Franziskus

von antimodernist2014

Jorge Mario Bergoglio alias Franziskus ist seit Beginn seines Amtsantritts durch manche Eigenwilligkeiten aufgefallen. Diese betrafen zunächst die liturgische Kleidung und Haltung, gingen dann aber schnell auch über auf seine Verlautbarungen, Äußerungen, Interviews, usw. Jorge Mario Bergoglio überraschte nicht nur seine Gesprächspartner durch ganz neuklingende Formulierungen und Aussagen. Während die Medienwelt und die Weltmenschen beeindruckt waren, waren die Konzilskatholiken erstaunt, die Traditionalisten teils erschüttert, teils sprachlos.

Kürzlich meldete sich Franziskus wieder einmal spontan zu Wort. Er sieht sein Amt offensichtlich eher als freie Sprechübung, denn als verbindliche Rede zum Glauben. Gewohnt wohllaunig verriet er dem argentinischen Magazin „Viva“ zehn Regeln für ein erfülltes Leben.

Bevor wir auf diese 10 Regeln zu sprechen kommen, wollen wir noch einige Erwägungen grundsätzlicher Art vorausschicken, damit wir das Gesagte besser und klarer beurteilen können.

Nun, wenn das Oberhaupt der Kirche zu der Frage Stellung nimmt, wie man heute noch ein glückliches, erfülltes Leben führen könne, so erwartet man sicherlich eine profunde Auskunft auf der Grundlage des hl. Evangeliums – so meint man doch, oder etwa nicht? Schon die Festlegung auf genau 10 Regeln erinnert natürlich an die 10 Gebote Gottes. Diese Gebote hat Unser Herr Jesus Christus nicht nur nicht aufgehoben, Er hat sie vielmehr besonders bestätigt und zudem überhört durch das eine doppelte Gebot der Gottes- und Nächstenliebe, das durch Sein persönliches Beispiel jedem Katholiken ganz konkret als Lebensaufgabe gestellt ist, hat Er doch nach der Fußwaschung zu den Aposteln gesprochen: „Versteht ihr, was ich an euch getan habe? Ihr nennt mich Meister und Herr, und ihr habt recht, denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müßt auch ihr einander die Füße waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben: Wie ich an euch getan habe, so sollt auch ihr tun“ (Joh 13,12-15).
Der römische Katechismus leitet die Fragen zu den 10 Geboten mit der Frage ein: I. Es wird gezeigt, dass die zehn Gebote die Summe aller Gebote sind. Worauf die Antwort folgt: „Der heilige Augustinus hat geschrieben, die zehn Gebote seien die Summe und der Auszug aller Gesetze. Denn obgleich der Herr vieles gesagt hat, werden dem Moses doch nur zwei steinerne Tafeln übergeben, welche die Tafeln des zukünftigen Zeugnisses in der Bundeslade genannt werden. Man sieht nämlich, wie alles übrige, was Gott geboten hat, auf jenen zehn Geboten, welche auf zwei Tafeln geschrieben wurden, beruht, wenn man sie sorgfältig erforscht, um sie recht zu verstehen; wie denn eben diese zehn Gebote wiederum auf jenen zwei, nämlich der Liebe Gottes und des Nächsten ruhen, an welchen das ganze Gesetz und die Propheten hängen.“

In diesem Zusammenhang könnte man sich zudem daran erinnern, daß das Pfingstfest bei den Juden die Erinnerungsfeier an die Übergabe der 10 Gebote durch Gott auf dem Berg Sinai an Moses war. Durch die Herabkunft des Heiligen Geistes wird das göttliche Gebot mit neuem Geist und Leben erfüllt. In der neu geschenkten Fülle des Heiligen Geistes erfüllt der Gläubige des Neuen Bundes die Gebote Gottes noch vollkommener als die Gerechten des Alten Bundes. Das ganze Leben wird nämlich durch die Gnade Jesu Christi geheiligt. Dieses Übermaß an heiligen Möglichkeiten wird an den Heiligen sichtbar. Denken wir dabei etwa an die Lebensmaximen einer hl. Theresa von Avila – Leiden oder Sterben! – eines hl. Bruder Konrads – Das Kreuz ist mein Buch – eines hl. Ignatius – Alles zur größeren Ehre Gottes, oder den allgemeinen Grundsatz: Durch Maria zu Jesus. All das kommt einem in den Sinn, denkt man an katholische Lebensregeln und man ist fast versucht, selbst einmal solche zu formulieren.

Ja, das wäre wohl das Beste, wenn der Leser seine eigenen 10 Regeln zu einem glücklichen Leben formulieren würde, um sie sodann mit denen Jorge Mario Bergoglios alias Franziskus zu vergleichen. Eine solche Übung wäre sicherlich wertvoll. Vergegenwärtigt sie einem doch die meist unreflektierte Grundlage, die verborgenen Prinzipien des eigenen Lebensentwurfes. Denn die meisten Menschen heute haben zwar ein irgendwie bestimmtes Weltbild, doch wissen die allerwenigsten, woher sie die Prinzipien ihres Weltbildes genommen haben und schon gar nicht, ob diese überhaupt richtig oder falsch sind. Also versuchen Sie es zunächst einmal, stellen Sie Ihre 10 Regeln zu einem glücklichen Leben zusammen. Dann, nachdem Sie diese Mühe auf sich genommen haben, können wir uns denjenigen zuwenden, die Jorge Mario Bergoglio ersonnen hat und einen Vergleich anstellen…

Überschaut man die 10 Lebensregeln Jorge Mario Bergoglios, dann ist man doch recht erstaunt. Denn er schafft es doch tatsächlich, seine Lebensregeln zu formulieren, ohne auch nur ein einziges Mal Gott oder den Glauben zu erwähnen. Das ist eine enorme Leistung – oder besser gesagt Fehlleistung! Muß man daraus vielleicht schließen, daß im Leben Jorge Mario Bergoglios Gott und der Glaube keinerlei Rolle spielt? Auch sonst bewegen sich die Regeln in recht seichtem Gewässer allgemeiner Menschenfreundlichkeit. Jeder Freigeist oder Atheist könnte solche Regeln aufstellen. Aber gehen wir seine Regeln einmal der Reihe nach durch, um Genaueres sagen zu können.

Seine erste Regel lautet (hier ebenso wie die folgenden zitiert nach „BILD.de“): „Leben Sie und lassen Sie leben. Man solle sich stets weiterentwickeln, mahnt Franziskus. ‚Stille Wasser werden schnell faulig.’“

„Leben und leben lassen“, das klingt zwar auf den ersten Blick wie eine brauchbare, ja großzügige Lebensregel. Doch ist dieses dem Toleranzgedanken der Aufklärung verpflichtete Sprichwort – es handelt sich dabei wohl um eine Übernahme des franz. Schlagworts: Laissez faire, laissez passer! (lasst machen, lasst gehen!) – einfachhin wahr? Ist es genau betrachtet nicht die Formulierung einer vollkommenen Gleichgültigkeit, hat doch diese Regel für sich betrachtet keinerlei Bezug zu irgendwelchen objektiven, also verbindlichen Werten? Wenn man schon im Gegensatz zu den 10 Geboten Mose mit dem Zusammenleben der Menschen beginnt, dann würde man doch viel eher die goldene Regel allen mitmenschlichen Handelns an den Anfang stellen: „Was du willst, daß man Dir nicht tu, das füg auch keinem andern zu.“

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