Zum Rosenkranzfest

von antimodernist2014

Die Päpste haben stets den Rosenkranz als herausragende, vortreffliche Form des Gebets gerühmt und gefördert. Besonders tat sich dabei Papst Leo XIII. hervor mit seinen berühmten „Rosenkranzenzykliken“.

In der ersten von ihnen, „Supremi Apostolatus“ aus dem Jahr 1883, schreibt der Papst:

„Das apostolische Amt, das Wir innehaben, und die äußerst kritischen Zeitverhältnisse mahnen Uns und nötigen Uns beinahe mit jedem Tag stärker, umsomehr auf den Schutz und das Heil der Kirche bedacht zu sein, je heftiger Wir sie bedrängt sehen. Während Wir darum nach Kräften auf alle mögliche Weise für die Rechte der Kirche eintreten und Uns bemühen, die drohenden oder bereits vorhandenen Gefahren abzuwehren oder ihnen zuvorzukommen, ist Unsere ständige Sorge auf die Hilfe von oben gerichtet; denn einzig und allein nur dadurch kann unseren Mühen und Sorgen der gewünschte Erfolg gesichert werden.“

Wir sehen hier eine wahrhaft päpstliche Gesinnung, der es um Schutz und Heil für die Kirche zu tun ist und die deshalb mehr auf die „Hilfe von oben“ vertraut als auf eigenes menschliches Bemühen, so sehr dies auch gefordert ist. „Um dies zu erreichen, halten Wir nichts für so heilsam und machtvoll, als in kindlicher Verehrung für Uns das Wohlwollen der erhabenen Gottesmutter und Jungfrau Maria zu erflehen. Sie ist ja die Vermittlerin des Friedens für uns bei Gott und die Spenderin himmlischer Gnaden; sie thront im Himmel mit großer Macht und Herrlichkeit, um den Menschen auf ihrer mühe- und gefahrvollen Wanderschaft in die ewige Heimat ihren Schutz zu gewähren.“

In der Andacht zur Gottesmutter und Jungfrau Maria sieht also dieser Papst mehr als nur eine private Erbauungsübung. Sie ist ihm das heilsamste und machtvollste Mittel zum Schutz für die Kirche. „Wir nähern uns nun bald jenen festlichen Tagen, an denen wir jener zahlreichen und großen Wohltaten gedenken, die durch das Rosenkranzgebet dem christlichen Volk zuteil geworden sind. Und da ist es Unser Wunsch, daß gerade in diesem Jahr dieses Gebet mit besonderem Eifer in der ganzen katholischen Welt zu Ehren der seligsten Jungfrau verrichtet werde; um ihrer Fürbitte willen möge ihr göttlicher Sohn sich uns gnädig erweisen und Mitleid haben mit unserer Not.“ Das Gebet des heiligen Rosenkranzes soll in dieser Situation, wie schon so oft in der Geschichte der Kirche, Rettung bringen.

Leo XIII. beschreibt nun Mariens Macht und Güte. Er sagt: „Und in der Tat, die Jungfrau ohne Makel der Erbsünde empfangen, die zur Gottesmutter Auserwählte und zur Mitwirkung an der Erlösung des menschlichen Geschlechtes Berufene steht in einem solchen Ansehen bei ihrem Sohn und besitzt eine so große Macht, daß ihr weder Mensch noch Engel gleichkommt, ja nicht einmal gleichkommen kann. Und da es ihr das Liebste ist, einem jeden, der sie um Hilfe anfleht, beizustehen mit ihrem Troste, so wird sie zweifellos noch bereitwilliger die Bitten der Gesamtkirche erhören, ja sie wird gewissermaßen nach solchen Bitten verlangen.“ Es ist somit das Anliegen des Heiligen Vaters, die gesamte Kirche in ihren großen und schweren Anliegen durch das Rosenkranzgebet zu Maria flehen zu lassen.

„Diese große Verehrung der hohen Himmelskönigin nahm dann einen hoffnungsfrohen Aufschwung, wenn Irrtümer in großer Zahl auftauchten, wenn Sittenverderbnis sich breit machte oder gefährliche Angriffe auf die kämpfende Kirche erfolgten.“ Es folgen Beispiele aus der Geschichte der Kirche für die Hilfe Mariens, die ihr so viele Ehrentitel eingetragen haben wie „Maria Hilfe der Christen“, „Maria von der Immerwährenden Hilfe“, „Maria vom Sieg“ usw. „Eine Benennung verdient jedoch besonders erwähnt zu werden, nämlich jene: Maria vom Rosenkranz. Denn damit verbindet sich auf immer die Erinnerung an die außerordentlichen Gnadenerweise, die Maria der Christenheit zuteil werden ließ.“

Hier erinnert der Papst zunächst an die „aus der Sekte der Neumanichäer“ hervorgegangene Irrlehre der Albigenser, die am Ende des 12. Jahrhunderts „mit ihren irrigen, gefährlichen Lehren Südfrankreich und andere Gegenden der lateinischen Welt“ überschwemmte. „Gegen diese furchtbaren Feinde erweckte Gott in seiner Barmherzigkeit einen großen Heiligen, den rühmlich bekannten Vater und Gründer des Dominikanerordens.“ Dieser setzte sein Vertrauen nicht auf die „Macht der Waffen“, sondern „auf die Macht jenes Gebetes, das unter dem Namen des heiligen Rosenkranzes ihm seine Einführung verdankt und das er selbst persönlich und auch durch seine Söhne überall verbreitete“. Nachdem sich „diese Gebetsweise nach dem Willen des heiligen Vaters Dominikus immer mehr eingebürgert hatte, gewahren wir allmählich ein Aufblühen der Frömmigkeit, des Glaubenseifers und der Eintracht, während die Pläne und Ränke der Irrlehrer ohne Erfolg blieben; sehr viele von ihnen sind vom Irrtum geheilt, und die Kampfeskraft der übrigen bezwang das Heer der Katholiken, die zur Abwehr der Religionsfeinde die Waffen ergriffen hatten“. Wie nötig haben wir diese Waffe auch heute wieder gegen die aus dem Liberalismus und Neoprotestantismus hervorgegangene Irrlehre des Modernismus und Postmodernismus!

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