Terror des Geschwätzes

Höchst sonderbar dünkt es uns, daß wir ähnliche „Argumente“ neuerdings auch aus „traditionalistischen“ Kreisen hören müssen. Dort werden die armen verfolgten Christen aus arabischen, afrikanischen und asiatischen Ländern als Strohhalm hergenommen für das verzweifelte Festhalten daran, daß die „konziliare Kirche“ die wahre Kirche Christi, die katholische Kirche, sei. Auch diesen kirchenpolitischen Mißbrauch haben jene bedauernswerten Opfer so schrecklicher Foltern und Qualen nicht verdient! Gott allein weiß, wie er diese Seelen erfunden hat, ob im wahren Glauben oder nicht. Die „Konziliare Kirche“ ist jedoch an ihren authentischen Früchten eindeutig für jeden als nicht katholisch zu erkennen – wie ihr derzeitiges Oberhaupt täglich beweist.

3. Eine weitere bemerkenswerte Aussage Bergoglios entnehmen wir einem Bericht von Radio Vatican, der auf „news.va“ wiedergegeben wurde. Demnach hat „Franziskus“ am 9. Oktober bei seiner üblichen täglichen „Plappermesse“ im Haus St. Marta übers Gebet gesprochen und dabei gesagt: „Ihr betet mit einem Freund, der euer Begleiter ist auf der Lebensreise, ihr betet mit dem Vater und ihr betet im Heiligen Geist. Der Freund ist Jesus.“ Er fuhr fort: „Er begleitet uns und lehrt uns zu beten. Und unser Gebet sollte trinitarisch sein. So oft heißt es: ‚Aber glaubst du!‘ ‚Ja, ja.‘ ‚Woran glaubst du?‘ ‚An Gott.‘ ‚Aber was ist Gott für dich?‘ ‚Gott, Gott.‘ Aber Gott existiert nicht – seid nicht schockiert! Also Gott existiert nicht! Es gibt den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, sie sind Personen, sie sind nicht irgendwelche vagen Ideen in den Wolken. Dieser Gott-Nebel existiert nicht! Die drei Personen existieren! Jesus ist unser Begleiter auf der Reise, der uns gibt, worum wir bitten. Der Vater sorgt für uns und liebt uns. Und der Heilige Geist ist die Gabe, die besondere Gabe vom Vater, die unser Bewußtsein nie zu hoffen gewagt hätte.“

Der „Papst“ sagt also: „Gott existiert nicht.“ Dreimal sagt er das. Eine Sensation? Hat irgendwer aufgeschrien? Nein. Vielleicht ist man das Bergoglio-Geschwätz schon zu sehr gewöhnt. Natürlich kann man mit einigem Wohlwollen versuchen, die Aussagen einigermaßen katholisch zu interpretieren, etwa so: Es gibt nicht irgendeinen unbestimmten Gott, sondern eben nur den trinitarischen, zu dem wir beten, weshalb wir nicht in irgendeinen „Gott-Nebel“ hineinrufen, sondern konkret zu den drei göttlichen Personen. Allerdings gibt die Formulierung diese wohlwollende Interpretation nicht wirklich her, denn Bergoglio behauptet ja ausdrücklich, daß es Gott nicht gibt, sondern NUR die drei Personen. Das ist eine falsche und häretische Aufstellung, denn tatsächlich existiert EIN Gott IN drei Personen. Das ist das Trinitäts-Dogma. Streng genommen leugnet „Franziskus“ hier die Gottheit der drei göttlichen Personen und damit tatsächlich Gott selbst. Also ist er doch Atheist, wie wir schon lange vermutet haben?

Wir erinnern uns an ein „Interview, das Papst Franziskus dem italienischen Journalisten Eugenio Scalfari gegeben hat, dem Gründer der linksliberalen Tageszeitung ‚La Repubblica‘ und führenden Vertreter des italienischen Laizismus“, und das vor über einem Jahr, am 5. Oktober 2013, in der „Tagespost“ abgedruckt wurde. Der Atheist Scalfari hatte darin sein „Glaubensbekenntnis“ wie folgt abgelegt: „Ich glaube an das Sein, also an das Gewebe, aus dem die Formen, die Wesenheiten hervorgehen.“ Bergoglio hatte geantwortet: „Und ich glaube an Gott. Nicht an einen katholischen Gott, es gibt keinen katholischen Gott, es gibt Gott. Und ich glaube an Jesus Christus, seine Menschwerdung. Jesus ist mein Lehrmeister und mein Hirte, doch Gott, der Vater, ,Abba‘, ist das Licht und der Schöpfer. Das ist mein ,Sein‘. Haben Sie den Eindruck, dass wir weit voneinander entfernt sind?“ Hier beteuert er zwar, daß es für ihn Gott gebe, aber „keinen katholischen Gott“. Jesus ist für ihn schlicht „seine Menschwerdung“ und „mein Lehrmeister und mein Hirte“, doch „Gott, der Vater“ (ist also Jesus Christus nicht Gott?) „ist das Licht und der Schöpfer“, und mit alledem meint er – nicht zu unrecht –, nicht allzuweit von den Ansichten des Atheisten Scalfari entfernt zu sein.

Bergoglio führt in genanntem Interview noch etwas weiter aus, wie er sich das mit dem „Licht“ vorstellt: „Ich beobachte meinerseits, dass Gott Licht ist und die Dunkelheit erleuchtet, auch wenn er sie nicht auflöst, und ein Funke dieses göttlichen Lichts ist in jedem von uns. Ich erinnere mich, dass ich Ihnen in meinem Brief an Sie gesagt habe, dass auch unsere Spezies enden wird, dass aber das Licht Gottes nicht enden wird, das zu diesem Punkt in alle Seelen eindringen wird, und das alles in allem sein wird.“ Auf die Entgegnung seines Gesprächspartners, dies klinge doch allzusehr nach Immanenz und nicht nach Transzendenz, antwortet Bergoglio: „Die Transzendenz bleibt, weil jenes Licht, alles in allem, das Universum und die Spezies, die es in jener Phase bevölkern, transzendiert.“ Das hört sich nun recht gnostisch an und klingt ein wenig nach Dualismus und ein wenig nach Pantheismus oder Monismus mit einem starken Einschlag von Teilhard de Chardin mit seinem „Punkt Omega“ oder „kosmischen Christus“. Insgesamt ist Bergoglio damit tatsächlich nicht weit entfernt von den Ansichten Scalfaris mit seinem „Glauben“ an „das Sein, … aus dem die Formen, die Wesenheiten hervorgehen“.

Im Grunde ist es gleichgültig, ob jemand Atheist ist oder Pantheist oder Gnostiker oder Teilhardist. Es kommt auf dasselbe hinaus: Er hat den Glauben nicht. Seine Seele ist finster und leer, und ist es nicht eben das, was sich auf dem Gesicht eines Bergoglio ebenso spiegelt wie in seinem hohlen Geschwätz? Oder haben wir wieder nur alles falsch verstanden? Oder wurde alles gar nicht so gesagt, wie es geschrieben wurde? All diese Ausflüchte werden uns ja von beredten „Franziskus“-Apologeten stets eiligst offeriert, um nur ja ihren „Heiligen Vater“ und seine „Franziskus-Perlen“ zu retten. Doch die Frage sei erlaubt, wieso der Vatikan denn solche „Mißverständnisse“ nie offiziell korrigiert, nie dementiert, und vor allem, warum ein „Papst“ sich nicht endlich bemüht, sich in Fragen des Glaubens und der Sitten deutlich zu äußern und klar auszudrücken (wenn er schon andauernd plappern muß). Für uns gibt es nur eine Antwort: Bergoglio will es so. Will er bewußt die Unsicherheit und Unklarheit, um darunter desto sicherer den Glauben völlig zu zerstören? Jedenfalls hätte man in früheren Zeiten nicht gezögert, einen „Papst“, der lauthals herumposaunt: „Gott existiert nicht – Es gibt keinen katholischen Gott etc.“, kurzerhand für häretisch bzw. apostatisch und damit für abgesetzt zu erklären.

4. Damit kommen wir zu den An- und Einsichten, die Bergoglio zum Thema Evolution auf einer Tagung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften von sich gegeben hat. Darüber berichtet „news.va“ am 27. Oktober 2014: „Wenn wir in der Genesis den Schöpfungsbericht lesen, laufen wir Gefahr, uns Gott als einen Magier vorzustellen mit einem Zauberstab, um alles zu machen. Aber es ist nicht so. Er erschuf Wesen und erlaubte ihnen, sich entsprechend der inneren Gesetze zu entwickeln, die Er einem jeden gegeben hatte, sodaß sie fähig waren, sich zu entwickeln und zu ihrer Fülle des Seins zu gelangen. Er gab den Wesen des Universums Autonomie und versicherte sie zur gleichen Zeit seiner dauernden Gegenwart, indem er jeder Realität Sein gab. Und so setzte sich die Schöpfung fort während Jahrhunderten und Jahrhunderten, Jahrtausenden und aber Jahrtausenden, bis sie das wurde, was wir heute kennen, genau deshalb, weil Gott kein Demiurg ist oder Zauberer, sondern der Schöpfer, der allen Dingen das Sein gibt. Der Anfang der Welt ist nicht das Werk eines Chaos, das seinen Ursprung einem anderen verdankt, sondern leitet sich direkt von einem höheren Ursprung ab, der aus Liebe heraus erschafft. Der Urknall, der heutzutage als Anfang der Welt angenommen wird, widerspricht dem göttlichen Schöpfungsakt nicht, sondern verlangt ihn vielmehr. Die Evolution der Natur steht nicht im Gegensatz mit der Auffassung der Schöpfung, da die Evolution die Schöpfung von Wesen voraussetzt, die sich entwickeln.“

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