Kirchliche Verwandlung mit Gaspedal und Bremse

von antimodernist2014

1. Als Weihbischof Fellay, der „Generalobere“ der „Piusbruderschaft“, im September mit „Kardinal“ Müller von der „Glaubenskongregation“ zusammentraf, vereinbarte man miteinander, „die doktrinellen Gespräche in einem erweiterten und weniger formellen Rahmen als bei den vorherigen Unterredungen aufrechtzuerhalten“, wie Mgr. Fellay es in einem „DICI“-Interview formulierte. Konkret hatte man darunter zu verstehen, wie später „durchsickerte“, daß „informelle“ Treffen zwischen „Pius“-Mitgliedern und „Bischöfen“ der „Konzilskirche“ stattfinden sollten, um auf dieser Ebene die Hindernisse abzubauen und der Einigung vorzuarbeiten. Diese Treffen sollen gemäß „Pius“-Instruktion ohne Öffentlichkeit ablaufen und dienen angeblich dazu, geneigten „konziliaren Bischöfen“ die Position der „Piusbruderschaft“ verständlicher zu machen.

2. Ein geheimes Schreiben des „Pius-Generalhauses“ an die Mitglieder vom 26. November war trotz strengen Verbots kurz darauf im Internet aufgetaucht. Darin wird den Herren „Pius“-Patres vertraulich mitgeteilt, daß noch im Dezember eine erste solche Zusammenkunft abgehalten werden soll, und zwar im „Pius“-Seminar zu Zaitzkofen bei Regensburg mit „Kardinal“ Brandmüller. Dieser gilt als sehr „konservativ“ und stand bei den Diskussionen um die „Familiensynode“ Bergoglios an der Seite anderer „Konservativer“ wie Burke und Müller, trat aber bislang nicht gerade als „Pius“-Freund in Erscheinung. Als Teilnehmer aus der „Piusbruderschaft“ sind neben dem „Generaloberen“ u.a. die „Distriktoberen“ von Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie der „Regens“ von Zaitzkofen vorgesehen. Im Mittelpunkt des Gesprächs werde das „II. Vatikanum“ stehen, seine Autorität, seine Interpretation und seine Besonderheit als „pastorales Konzil“, hieß es im geheimen Schreiben.

Kaum war dies ruchbar geworden, da verteidigte der uns bereits bekannte Geschichtslehrer Jacques-Régis du Cray alias „Côme de Prévigny“ unter seinem Pseudonym „Ennemond“ auf dem „Forum Catholique“ das Vorgehen der „Pius“-Oberen. Dieses Zusammentreffen mit Brandmüller zeige nur, daß die Oberen der „Piusbruderschaft“ nicht meinten, außerhalb des Werkes von Erzbischof Lefebvre gebe es keine Katholiken mehr. Auch sei dies nichts Neues oder Besonderes, denn immer wieder habe man in den Seminaren und Prioraten der „Piusbruderschaft“ „Kardinäle und Bischöfe der Heiligen Kirche (!) empfangen, ohne dies an die große Presse-Glocke zu hängen. Mgr. Morilleau, Bischof von La Rochelle, sei mehrfach in Ecône gewesen, Kardinal Thiandoum habe dort sogar genächtigt und die Seminaristen hätten bei seiner Messe gedient. Diözesanbischöfe besuchten seit den Anfängen der „Piusbruderschaft“ immer wieder deren Priester, ohne daß diese ihre „Überzeugungen“ abgelegt hätten. Abbé Moulin habe vor einiger Zeit den Bischof von Nizza in seinem Priorat empfangen (dies belegt der „Côme“ durch ein Photo), und ein ehemaliger Distriktoberer habe einen französischen Kardinal als Gast zu Tisch in einem Priorat gehabt, ohne deswegen geglaubt zu haben, alle Welt darüber informieren zu müssen.

3. Die freundschaftlichen Kontakte zwischen der „Piusbruderschaft“ und der „Heiligen Kirche (!) sind also nicht neu. Aber das wußten wir bereits. Interessanter fanden wir da schon die Meldung, daß der „Pius-Generalobere“ Weihbischof Fellay durch Vermittlung von Alain Escada, dem Präsidenten von „Civitas“, einem französischen Tradi-Polit-Aktiv-Verein, und auf Einladung des parteilosen Europa-Abgeordneten Mario Borghezio am 9. Dezember im Europaparlament zu Brüssel eine Weihnachts-Krippe gesegnet hat, die dort in einer Halle installiert worden war. Begleitet wurde Mgr. Fellay von Abbé Thierry Legrand, dem „Distriktoberen“ von Belgien und den Niederlanden, hatte jedoch darauf bestanden, die Segnung selbst vorzunehmen. Er sprach auch ein paar Worte folgenden Inhalts: „Hier hat alles angefangen, in der Krippe. Es ist also normal, daß die Führer Europas diesem Gott Ehre erweisen, der unter die Menschen kam, um sie zu erlösen, Er, der König der Könige. Denn erinnern wir uns, was Kardinal Pie sagte: ‚Wenn der Moment nicht gekommen ist für Jesus Christus zu herrschen, dann ist auch nicht der Moment gekommen für die Regierungen zu bleiben.‘ Durch die Segnung dieser Krippe bindet die Kirche diese Umgebung an die Gnade des Lieben Gottes. Dieser kleine Ort wird ein Sakramentale werden und allen nützen, die hierherkommen, um sich zu besinnen.“ Anwesend waren bei dieser kleinen Zeremonie mehrere Europaabgeordnete aus Frankreich, England, Griechenland, Portugal und Italien. Der Hintergrund ist ein derzeit in Frankreich tobender Streit darüber, ob das Aufstellen von Krippen in der Öffentlichkeit mit dem Laizismus vereinbar sei. Mit der Krippe im Europäischen Parlament wollte der „Civitas“-Verein offensichtlich ein politisches Zeichen setzen.

Nun ist es ja merkwürdig genug, daß ausgerechnet der „Generalobere“ der „Piusbruderschaft“ im Namen der „Kirche“ das EU-Parlament „an die Gnade des Lieben Gottes“ bindet (wozu es freilich ein bißchen mehr bräuchte als die Segnung einer Weihnachts-Krippe). Noch sonderbarer ist dies, da doch erst vor wenigen Wochen der Vorsteher der „Heiligen Kirche (!), „Papst Franziskus“, im Europaparlament weilte und dort eine lange Ansprache hielt, in welcher er das bemerkenswerte Kunststück fertigbrachte, nicht ein einziges Mal Unseren Herr Jesus Christus zu erwähnen. Stattdessen war viel von „Menschenwürde“ und „Menschenrechten“ die Rede und natürlich von den „Migranten“. Vielleicht zeichnet sich hier schon die künftige Kooperation zwischen der Bergoglio-Kirche und der „Piusbruderschaft“ ab. Bergoglio deckt den gottlosen Bereich ab, die „Piusbruderschaft“ den frommen.

4. Jorge Mario Bergoglio seinerseits hatte bereits zu Beginn seines „Pontifikats“ beteuert, er wolle „Papst“ sein sowohl für diejenigen, deren Fuß auf dem Gaspedal stehe, als auch für jene, welche die Bremse drücken, also sowohl für „progressive“ als auch für „konservative“ Kräfte. In der Tat sucht er ein gewisses Gleichgewicht zu halten, wenngleich erstens zu zweifeln ist, ob er überhaupt „Papst“ sein will, und zweitens seine Präferenzen schon recht eindeutig „links“ liegen. Erst kürzlich vertrieb er seine Langeweile im Gästehaus wieder einmal damit, Telefonate zu führen (zum Beten hat er nach eigenen Angaben wenig Zeit, und wenn, dann schläft er gerne dabei ein, es sei denn, es handle sich ums Gebet gen Mekka in einer Moschee). Er rief wiederholt einen jungen Mann in Spanien an, welcher sich als „Mißbrauchsopfer“ eines katholischen Priesters bezeichnet, was für Bergoglio stets ein willkommener Anlaß ist, zum Hörer zu greifen, und gab sich als „Pater Jorge“ aus. Der junge Mann brauchte eine ganze Weile, bis er begriff, wen er da am Telefon hatte. Am 27. November erzählte Bergoglio in einer „der für ihn charakteristischen ’nicht formalen‘ Ansprachen“ (kath.net) vor Teilnehmern am Internationalen Kongress der Pastoral für die Großen Städte von einer „kirchlichen Verwandlung“ und davon, daß die Epoche der „Ecclesia Magistra“ vorbei sei. „Franziskus: ‚Ecclesia – Mater et Magistra’? ,Mater’ ja, ‚Magistra’ – nicht mehr“, so lautete die Titel-Unterschrift bei „kath.net“. Wo keine „Magistra“, da kein „Magisterium“, kein Lehramt, und also auch kein Papst. Hierin ist „Pater Jorge“ ganz konsequent.

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