Ich glaube an Jesus Christus

von antimodernist2014

1. Zum Fest der Geburt des göttlichen Kindes ist es sicher angebracht, den Glauben an den menschgewordenen Sohn Gottes, Unseren Herrn Jesus Christus, zu stärken. Was wäre dazu besser geeignet als die Erklärung des heiligen Thomas von Aquin zum Glaubensbekenntnis?

2. „Der Christ muß nicht nur an Einen Gott glauben, den Schöpfer des Himmels und der Erde und aller Dinge; er muß auch notwendig glauben, daß dieser Gott Vater, und Christus der wahre Sohn Gottes ist.“ Das eben unterscheidet den christlichen Glauben von anderen „monotheistischen Religionen“ ganz wesentlich. Es haben nicht „alle den gleichen Gott“. Unser Gott ist nicht nur der Schöpfer, sondern auch Vater, und Christus ist der wahre Sohn Gottes.

„Dies ist, wie der heilige Petrus sagt, nicht erdichtet, sondern gewiß und bezeugt durch das Wort Gottes auf dem Berg Tabor; denn es heißt: ‚Wir folgten ja nicht künstlich ersonnenen Gedankenträumen, als wir euch von der Kraft unseres Herrn Jesus Christus in Seiner Erscheinung berichteten, sondern wir waren Augenzeugen Seiner Herrlichkeit. Denn Er empfing von Gott dem Vater Ehre und Verherrlichung, als aus erhabenem Gottesglanze die Stimme über Ihm erscholl: Dieser ist Mein geliebter Sohn, an dem Ich Mein Wohlgefallen habe. Und diese Stimme hörten wir vom Himmel ergehen, als wir mit Ihm auf dem heiligen Berge waren‘ (2 Petr 1,16-18).“ Der christliche Glaube ist ganz und gar kein Hirngespinst. „Auch Christus selbst nennt an mehreren Stellen Gott Seinen Vater und sich Gottes Sohn. Und die Apostel und Kirchenväter nahmen unter die Glaubensartikel den Satz auf: ‚Ich glaube an Jesus Christus, Seinen – das heißt Gottes – Sohn.’“ Bei so vielen und gewichtigen Zeugen können und dürfen wir nicht zweifeln.

3. „Es gab aber einige Häretiker, die dies falsch auslegten“, so der Aquinate, und er nennt einige davon, zuerst Photinus. „Dieser sagte, Christus sei nicht anders Gottes Sohn als alle guten Menschen, die durch ein gutes Leben, indem sie den Willen Gottes tun, verdienen, Adoptivkinder Gottes genannt zu werden. Und da Christus gut gelebt und den Willen Gottes getan habe, verdiene Er, Sohn Gottes genannt zu werden. Photinus behauptet auch, Christus habe nicht vor der Heiligen Jungfrau existiert, sondern erst zu sein angefangen, als sie Ihn empfangen hatte. Photinus irrt da in zwei Punkten: erstens, indem er bestreitet, daß Christus der Natur nach der wahre Sohn Gottes ist; zweitens, indem er behauptet, Sein ganzes Sein habe erst in der Zeit begonnen.“ Solche Irrtümer sind auch heute weit verbreitet.

Hingegen hält unser Glaube fest, „daß Christus Sohn Gottes der Natur nach und von Ewigkeit ist“. Davon spricht der heilige Johannes in seinem berühmten Prolog: „Im Anfang war das Wort [der Sohn], und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ (Joh 1,1), und schließlich: „Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn, der an der Brust des Vaters ruht, Er hat Kunde gebracht“ (Joh 1,18). Der Heiland selbst bezeugt Seine ewige göttliche Existenz vor den Juden: „Ehe Abraham ward, bin Ich“ (Joh 8,58). „Deshalb fügten die Kirchenväter in dem Glaubensbekenntnis gegen den ersten Irrtum hinzu: ‚Gottes eingeborener Sohn‘, und gegen den zweiten: ‚Aus dem Vater geboren vor aller Zeit‘.“

Der zweite Häretiker, den der heilige Thomas nennt, ist Sabellius. „Dieser gab zwar zu, daß Christus vor der Heiligen Jungfrau war, meinte aber, Er sei keine vom Vater verschiedene Person, sondern im Sohn sei der Vater selbst Mensch geworden, so daß also die Person des Vaters dieselbe wäre wie die des Sohnes.“ Auch diese Meinung ist ein Irrtum, „denn sie hebt die Dreiheit der Personen auf und verstößt somit gegen die Autorität der Heiligen Schrift: ‚Ich bin nicht allein, sondern mit Mir ist der Vater, der Mich gesandt hat‘ (Joh 8,16). Da aber niemand sich selbst sendet, ist die Meinung des Sabellius falsch; und deshalb fügt das Glaubensbekenntnis hinzu: ‚Gott von Gott, Licht vom Lichte‘, das heißt, wir müssen glauben, daß Gottes Sohn von Gott dem Vater und das Licht des Sohnes vom Lichte des Vaters ausgeht.“

Drittens folgt die Häresie des Arius. „Dieser gibt zwar zu, daß Christus vor der Heiligen Jungfrau war und daß der Vater und der Sohn verschiedene Personen sind; aber er schreibt Christus dreierlei zu: erstens, daß der Sohn Gottes ein Geschöpf sei; zweitens, daß Er nicht von Ewigkeit, sondern von Gott als das höchste Geschöpf in der Zeit geschaffen sei; drittens, daß Gott der Sohn nicht von gleicher Natur wie Gott der Vater und daher auch nicht wahrer Gott sei.“ Diese Irrlehre hatte deswegen besonderen Erfolg, weil sie von der Wahrheit nicht so weit entfernt ist wie die des Photinus und des Sabellius.

Seiten: 1 2