Vatikanum und Anti-Vatikanum

Das „II. Vatikanum“ war mithin eine deutliche Manifestation jener außergewöhnlichen Vakanz, die bis dato den meisten verborgen geblieben war. Es war zugleich das Mittel, den gesamten Weltepiskopat mit in Schisma, Häresie und Apostasie zu reißen und auf dieser Basis die „Konziliare Kirche“ zu begründen. Das noch für ein „neues Pfingsten“ auszugeben, war wahrhaft „satanisch“. Nicht der Heilige Geist beseelte dieses „Konzil“, sondern der Geist der Welt. „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,16.20). Die Früchte des Heiligen Geistes aber sind „Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue“ (Gal 5,22), hingegen die des Fleisches oder der Welt „Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Zank, Eifersucht, Gehässigkeiten, Hetzereien, Entzweiungen, Spaltungen, Mißgünstigkeiten“ (Gal 5,20f). Wo finden wir wohl die guten, und wo die schlechten Früchte?

Der Heiland spricht zu Seinen Aposteln: „Ich will den Vater bitten, und Er wird euch einen anderen Tröster senden, damit Er in Ewigkeit bei euch bleibe: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie Ihn nicht sieht noch kennt. Ihr aber werdet Ihn erkennen; denn Er wird bei euch bleiben und in euch wohnen“ (Joh 14,16f). Die Welt kann den Heiligen Geist nicht empfangen, der Kirche aber ist Er bleibend und innerlich verliehen. Er ist nicht nur eine von Zeit zu Zeit äußerlich gegebene Hilfe. Es kann nicht sein, daß Er ihr zu irgendeiner Zeit fehlt, daß Er sie nicht zu allen Zeiten innerlich beseelt und belebt.

Im Katechismus des heiligen Pius X. lesen wir: „Was wirkt der Heilige Geist in der Kirche? – Der Heilige Geist belebt die Kirche und regiert sie durch Seinen immerwährenden Beistand. Daher kommen ihre unbesiegbare Kraft, die sie zeigt, wenn sie verfolgt wird, der Sieg über ihre Feinde, die Reinheit ihrer Lehre und der Geist der Heiligkeit, der in ihr bleibt mitten in der Verderbnis der irdischen Welt.“ Ebendas zeigte sich überdeutlich auf dem Vatikanum, und ebendas fehlt in eklatanter Weise dem „II. Vatikanum“ und der daraus hervorgegangenen „Konzilaren Kirche“.

10. Uns bleibt in dieser Lage nur, uns möglichst treu an den Heiligen Geist zu halten. Das beste Mittel dazu scheint uns die vollkommene Hingabe an die allerseligste Jungfrau nach dem heiligen Ludwig Maria Grignion de Montfort. Denn wer sich Maria hingibt, der Braut des Heiligen Geistes, der gehört Ihm ganz und gar an. Nicht zufällig befand sich am Pfingstfest die Mutter Jesu inmitten der Apostel. Und nicht zufällig hatte man sie auf dem „II. Vatikanum“ geschmäht und an den Rand gestellt (vgl. 95 Prozent).

Und beten wir oft das „Prophetische Flammengebet“ des heiligen Ludwig Maria, in welchem er den Heiligen Geist anfleht: „Memento! O Heiliger Geist, entschließe Dich, durch Deine hehre und treue Braut Maria Kinder Gottes hervorzubringen und zu bilden! … Das Reich Gottes des Vaters hat gedauert bis zur Sündflut und sein Ende gefunden durch eine Wasserflut; das Reich Jesu Christi fand in einem Strom von Blut seinen Abschluß. Dein Reich aber, o Geist des Vaters und des Sohnes, setzt sich fort in einer Flut von Feuer und Liebe und Gerechtigkeit. Wann wird diese Feuerflut der reinen Liebe kommen, die Du auf der ganzen Erde entzünden und sanft und mächtig anfachen wirst, damit alle Völker, die Türken, die Götzendiener, ja selbst die Juden davon erfaßt und sich zu Dir bekehren werden? Non est, qui se abscondat a calore ejus (Ps. 18,7), ’niemand kann sich vor seiner Glut verbergen‘. Accendatur: Dieses göttliche Feuer, das Du, o Jesus, auf diese Erde bringen willst, möge sich entzünden, bevor Du das Feuer Deines Zornes senden wirst, das alles in Asche verwandeln wird. Emitte Spiritum tuum, et creabuntur, et renovabis faciem terrae (Ps. 103,30), ’sende aus Deinen Geist, und sie werden erschaffen werden, und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern‘! Ja, sende diesen feurigen Geist auf die Erde, um Priester zu schaffen ganz voll Feuereifer, durch deren Dienst das Angesicht der Erde erneuert und Deine Kirche wiederhergestellt wird.“

Beten wir um jene Schar wahrer Missionäre und Apostel: „Memento Congregationis tuae: Gedenke Deiner auserwählten Schar, einer Auslese von Auserkorenen, die Du unter den Menschen dieser Erde vornehmen wirst nach Deinem Wort: Ego elegi vos de mundo (Joh 15,19), ‚ich habe euch auserwählt von der Welt‘. Es soll eine Herde friedlicher Lämmer sein, die Du inmitten so vieler Wölfe sammeln wirst, eine Schar reiner Tauben und königlicher Adler inmitten so vieler Raben, ein Schwarm honigsuchender Bienen inmitten so vieler Hornissen, ein Trupp leichter Hirsche inmitten so vieler Schildkröten, ein Heer mutiger Löwen inmitten so vieler furchtsamer Hasen! O Herr: Congrega nos de nationibus (Ps. 105,47), ’sammle uns aus den Nationen‘, sammle uns, einige uns, damit Deinem heiligen und mächtigen Namen die schuldige Ehre zuteil werde.“

Rufen wir inbrünstig mit dem Heiligen: „Feuer, Feuer, Feuer! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Feuer im Hause Gottes! Feuer in den Seelen! Feuer bis ins Heiligtum! Zu Hilfe unserem Bruder, den man ermordet, zu Hilfe unseren Kindern, die man erwürgt! Zu Hilfe unserem guten Vater, den man erdolcht! ‚Wer auf der Seite des Herrn ist, geselle sich zu mir‘ (Ez 32,26). O daß doch alle guten Priester auf der ganzen Welt, mögen sie mitten im Kampfe stehen oder sich aus dem Handgemenge in die Wüsten und Einöden zurückgezogen haben, – o daß doch alle guten Priester kommen und sich mit uns vereinigen möchten: Vis unita fit fortior. Unter dem Banner des Kreuzes wollen wir ein in Schlachtordnung aufgestelltes und wohlgeordnetes Heer bilden, um gemeinsam die Feinde anzugreifen, die schon zum Sturm geblasen haben: Sonuerunt, frenduerunt, fremuerunt, multiplicati sunt. Dirumpamus vincula eorum, et projiciamus a nobis jugum ipsorum. Qui habitat in coelis, irridebit eos. ‚Die Feinde toben, lärmen, rasen und rotten sich zusammen. Lasset uns ihre Fesseln zerreißen und ihr Joch von uns werfen. Der im Himmel thront, spottet ihrer.‘ Exsurgat Deus et dissipentur inimici ejus. Exsurge, Domine, quare obdormis? Exsurge! ‚Es erhebe sich Gott, auf daß seine Feinde zerstieben. Erhebe Dich, o Herr, warum schläfst Du? Erhebe Dich!‘ O Herr, erhebe Dich; warum scheinst Du zu schlafen? Erhebe Dich in Deiner ganzen Allmacht, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, um Dir eine Auserwählte Schar als Garde zu bilden, die Dein Haus bewache, Deine Ehre verteidige und Seelen rette, damit nur ein Schafstall und ein Hirt werde, auf daß alle Dir die Ehre geben in Deinem heiligen Tempel! Amen.“

„Gott allein!“