Bergoglios Videobotschaft

Wir sehen: Der göttliche Glaube verändert unser Leben – notwendigerweise! Das wird uns besonders deutlich und greifbar bei Konvertiten, also Menschen, die aufgrund ihres neu gewonnenen Glaubens ein neues Leben begannen. Denken wir etwa an Charles de Foucauld! Der Glaube hat aus diesem mondänen, vergnügungssüchtigen, verdorbenen Wüstling einen asketischen, in sich gekehrten, zutiefst frommen Mann und Priester gemacht, der schließlich als Einsiedler in der Wüste lebte und dort für seinen Glauben starb. In seinem Leben zeigt sich uns die verwandelnde Macht des Glaubens, der im Glauben geschenkten göttlichen Gnade.

Der Glaube muß entsprechend gelebt werden, d.h. aber auch, daß der wahre Glaube notwendigerweise ganz bestimmte Formen des Lebens vorgibt und einfordert, denn das Gesetz des Glaubens ist das Gesetz des Lebens und des Betens. Ein Leben in der Gnade ist in Gott gegründet und baut sich auf die Gebote Gottes und der hl. Kirche auf, die es in Treue zu erfüllen gilt. Der hl. Petrus schreibt in seinem ersten Brief: „Weil nun Christus nach dem Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit der gleichen Gesinnung. Denn wer dem Fleisch nach gelitten hat, hat mit der Sünde gebrochen und wird den Rest seines Erdenlebens nicht mehr den menschlichen Gelüsten, sondern dem Willen Gottes weihen. Lange genug habt ihr in der vergangenen Zeit den Willen der Heiden vollbracht, indem ihr in Ausschweifungen, Lüsten, Trunkenheit, Schmausereien, Zechgelagen und in frevelhaftem Götzendienst dahingelebt habt. Nun finden sie es befremdlich, daß ihr euch nicht mehr mit ihnen in diesen Strudel der Liederlichkeit stürzt – und lästern. Aber sie werden vor dem Rechenschaft ablegen müssen, der bereitsteht, die Lebenden und die Toten zu richten“ (1 Petr. 4,1 ff).

Unser Glaubensleben unterscheidet uns von den Weltmenschen. Dabei formt sich unser Leben hauptsächlich aus der hl. Liturgie der Kirche, ist doch das Gesetz des Glaubens immer ein Gesetz des Betens, weil der wahre Gott lebendig und Person ist. Durch die von der Kirche vorgeschriebenen oder besonders empfohlenen Gebetsformen werden wir mit der Wirklichkeit Gottes vertraut gemacht. Hl. Liturgie ist gebeteter Glaube. Es war deswegen immer eine strenge Vorschrift der hl. Kirche, daß man nur in von der Kirche genehmigten Formen einen öffentlichen Gottesdienst feiern darf. Würde etwa ein Priester mit einem nichtkatholischen Ritus eine hl. Messe feiern, so wäre das eine sehr schwere Sünde gegen die hl. Religion. Aus diesem Grund war es für Katholiken immer strengstens verboten, an gottesdienstlichen Feiern Andersgläubiger teilzunehmen, wie etwa Klaus Mörsdorf in seinem „Kirchenrecht“ betont: „Weil gottesdienstliche Gemeinschaft die Gemeinschaft im Glauben voraussetzt, sind naturgemäß auch sogenannte Gemeinschaftsgottesdienste mit Angehörigen einer oder mehrerer christlicher Bekenntnisse verboten.“ Es heißt in dem Text „naturgemäß“, also aus der Natur des göttlichen Glaubens notwendigerweise folgend. Ökumenische Gottesdienste fielen nach dem Kirchlichen Gesetzbuch (CIC 1917) unter die „communicatio in sacris“ und standen unter Kirchenstrafe.

Die Videobotschaft

Nach diesen Vorbemerkungen sind wir nun wohl soweit vorbereitet, vernünftigerweise auf das Kurzvideo Bergoglios zu seiner Gebetsmeinung einzugehen.

Skizzieren wir zunächst einmal den Inhalt: In seinem Video läßt Bergoglio mehrmals verschiedene Religionen zu Wort kommen, und zwar den Buddhismus, das Judentum, den Katholizismus und den Islam. Nachdem im Bild nacheinander vier Vertreter dieser Religionen auftreten, stellt Bergoglio fest, der größte Teil der Erdbevölkerung bezeichne sich als gläubig. Diese Tatsache sollte zu einem Dialog zwischen den Religionen ermuntern. Bergoglio, mit spiegelnder Brille am Schreibtisch: „Wir dürfen nicht aufhören, dafür zu beten und mit denen zusammenzuarbeiten, die anders denken.“

Sodann kommt jeder Religionsvertreter einzeln zu Wort: Rinchen Kandro (Lama): „Ich setze mein Vertrauen in Buddha.“ – Daniel Goldmann (Rabbiner): „Ich glaube an Gott.“ – Guillermo Marcó (kath. Priester): „Ich glaube an Jesus Christus.“ – Omar Abboud (islamische Führungsperson): „Ich glaube an Gott, Allah.“

Dazu sodann der Kommentar Bergoglios (wieder am Schreibtisch mit spiegelnder Brille): „Viele denken anders, fühlen anders, sie suchen und finden Gott auf unterschiedliche Weise“ – es wird eine Aufnahme von Bergoglio beim Empfang eines Götzen durch Buddhisten gezeigt, sodann eine Aufnahme von ihm bei einer freundschaftlicher Begegnung und Umarmung mit einem orthodoxen Geistlichen. „In dieser Vielfalt, in dieser Auffächerung der Religionen (Währenddessen wird Bergoglio beim interreligiösen Kult, bei der Umarmung mit Juden gezeigt) gibt es eine einzige Gewissheit, an der wir für alle festhalten (wieder am Schreibtisch mit spiegelnder Brille): wir sind alle Kinder Gottes.“ Hierauf wiederum die Einblendung der vier Religionsvertreter von oben im „Dialog“.

Lama: „Ich glaube an die Liebe.“ – Jude: „Ich glaube an die Liebe.“ – Moslem: „Ich glaube an die Liebe.“ – Priester: „Ich glaube an die Liebe.“ Bergoglio (wieder am Schreibtisch w.o.): „Ich baue auf euch, um mein Anliegen für diesen Monat zu verbreiten: Dass der aufrichtige Dialog zwischen Männern und Frauen der verschiedenen Religionen (Lama präsentiert einen Buddha, Jude präsentiert eine Menora) Früchte des Friedens und der Gerechtigkeit hervorbringe (Priester präsentiert ein Jesuskind, Moslem eine muslimische Gebetsschnur).“ Bergoglio (am Schreibtisch): „Ich vertraue auf dein Gebet.“ Die Religionsvertreter halten ihre vier Symbole mit den Händen aneinander: Jesuskind, Buddha, Gebetsschnur, Menora.

Das Video ruft unwillkürlich eine Erinnerung wach: Assisi 1986! Die Religionsdiener aller größeren Weltreligionen beten in der Stadt des hl. Franziskus gemeinsam um den Weltfrieden. Bergoglio kann also bei seinem Video auf eine beinahe 30-jährige Tradition zurückgreifen – und Bergoglio weiß anders als die meisten Traditionalisten: „Learning by doing“. Seit nunmehr fast 30 Jahren sehen und hören und erleben die Konzilskatholiken überall auf der Welt Nachfolgetreffen von Assisi – und das nicht nur im großen Stil, in jeder Dorf-Kirche kann es einem passieren, daß plötzlich eine Reihe von Religionsdienern hervortritt, um ihrer jeweiligen religiösen Erfahrung Ausdruck zu verleihen und gemeinsam für den Frieden oder auch sonst irgendetwas zu beten.

In Assisi haben vor der Basilika San Francesco 1986 nacheinander die Buddhisten, die Hindus, die Jainas, die Muslime, die Shintoisten, die afrikanischen Stammesreligionen, die Parsen, die Juden und Christen „in radikaler Treue zu den jeweiligen religiösen Traditionen“ (so Karol Wojtyla alias Johannes Paul II.) ihre Heilswege angepriesen und ihren „Gottheiten“ ihre „Friedensgebete“ dargebracht. Nebeneinander standen die Heilswege des Siddhärtha Gautama und des Shäntideva, des Shankara, des Vardhamäna Mahävira, des Muhammad, des Nänak Dev, der mythischen Ahnen, des Zarathustra, des Moses und des Jesus von Nazareth. Nacheinander und nebeneinander wurden der Menschheit als „höchste Macht“ oder als „Gott“ vorgestellt: der Buddha, die Bodhisattvas, das göttliche Brahman, der Jina, Allah, die numinosen Kami, Näm-Sat, der Große Donner, Manitu, Ormazd, Jahwe und der dreifaltige Gott – um das damalige Geschehen nochmal kurz und eindrucksvoll in Erinnerung zu rufen. Im Vergleich mit Karol Wojtyla ist also Bergoglio noch recht bescheiden, er begnügt sich mit Vertretern von vier „Weltreligionen“.

Bergoglio und seine Berater wissen natürlich ganz genau, „Learning by doing“, die Anhänger der Menschenmachwerkskirche haben seit 30 Jahren Erfahrungen mit interreligiösen Gebetstreffen gemacht – gewollt oder ungewollt, das ist völlig gleichgültig – deshalb werden sie die Botschaft auf diesem Erfahrungshintergrund verstehen. Wie nicht anders zu erwarten, haben die allermeisten ihre Lektion gelernt: Alle Religionen beten im Grunde den einen Gott an – mag man ihn nennen wie auch immer.

Vom Modernismus aus gesehen, in welchem jede religiöse Erfahrung ihre Berechtigung und Gültigkeit hat – ist doch Glaube immer nur und nicht mehr als ein religiöses Gefühl – kann man keinem Andersgläubigen „Rechtgläubigkeit“ absprechen, denn das würde im Rahmen des Modernismus so viel bedeuten, als würde man ihm den guten Willen absprechen. Übrigens gilt das aber dann auch für jeden Satanisten, wobei man diese Konsequenz jedoch meistens geflissentlich verschweigt!

Bergoglio rechnet jedenfalls mit Sicherheit damit, daß 99% der sog. Katholiken seiner Menschenmachwerkskirche inzwischen Modernisten geworden sind, also den katholischen, den göttlichen Glauben längst verloren haben, weshalb sie ihm auch bedenkenlos zustimmen werden. Er weiß zudem, daß selbst die konservativsten dieser Leute sein falsches Spiel nicht mehr durchschauen werden, weil sie es ohne den wahren und göttlichen Glauben gar nicht mehr durchschauen können, weshalb sie sich immer nur mit oberflächlicher Jammerei begnügen werden. Hätte Bergoglio dagegen wahre Katholiken vor sich, so müßte er damit rechnen, daß diese ihn einmütig, geschlossen und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln als Apostat entlarven würden. Diese Angst braucht er, wie gesagt, in den eigenen Reihen sicher nicht zu haben.

Wie ist nun die Botschaft Bergoglios in seinem Video wirklich zu beurteilen? Versuchen wir in einem zweiten Durchgang, das Video eingehend zu analysieren und es gemäß den katholischen Prinzipien zu hinterfragen. Das Video ist in mehrere Gedankenschritte gegliedert, denen wir folgen wollen.

Systematisieren wir zunächst den Gedankengang:

  • Schritt eins: Der größte Teil der Erdbevölkerung bezeichnet sich als gläubig.
  • Schritt zwei: Es gibt verschiedenen Arten des Glaubens an Gott: Rinchen Kandro (Lama):„Ich setze mein Vertrauen in Buddha.“ – Daniel Goldmann (Rabbiner): „Ich glaube an Gott.“ – Guillermo Marcó (kath. Priester): „Ich glaube an Jesus Christus.“ – Omar Abboud (islamische Führungsperson): „Ich glaube an Gott, Allah.“
  • Schritt drei: Viele denken anders, fühlen anders, sie suchen und finden Gott auf unterschiedliche Weise, also sind alle Religionen Wege zu Gott.
  • Schritt vier: Trotz der Verschiedenheit der Religionen gibt es eine alle verbindende Klammer, „wir sind alle Kinder Gottes“.
  • Schritt fünf: Im lebendigen Dialog finden alle Religionen sich zusammen in der gemeinsamen Einsicht: „Ich glaube an die Liebe.“
  • Schritt sechs: Durch das gemeinsame Gebet und unsere Liebe wird eine Welt voller Friede und Gerechtigkeit erbaut.
  • Schritt sieben: Deswegen vertraut Bergoglio auf Dein Gebet, ganz gleich welcher Religion Du angehörst.

An sich ist der Gedankengang Bergoglios, wie gesagt, nicht neu, er ist nur in dem Sinne originell, als er das Thema gekonnt zuspitzt, es auf den Punkt bringt.