Nachtrag zum Sonntag vom Guten Hirten

Was Bergoglio hier lehrt, ist nicht die Barmherzigkeit Gottes, sondern die Sünde wider den Heiligen Geist! Im Großen Katechismus stellt der hl. Petrus Canisius die Frage (Petrus Canisius, Der Große Katechismus, Verlag Schnell und Steiner, 2003):

157 Welche Anmaßung macht eine Sünde gegen den Heiligen Geist aus?
Die, die den auf Gottes Barmherzigkeit allein vertrauenden Menschen zum Sündigen vermessen macht, nachdem natürlich jeder Gedanke an Gerechtigkeit und Gottesfurcht aufgehoben und verworfen wurde. Auf diese Weise sündigen heute mehrere: die sich allein im Vertrauen auf den Glauben in Christus rühmen oder die mitten im Schmutz der Sünden wie das Vieh verfaulen (Joel 1,17.) und nicht nur sich selbst, sondern ebenso anderen Sicherheit zu versprechen wagen. Sie vertrauen nur auf die Verdienste Christi und die Gnade Gottes, die sie im Glauben ergriffen haben, obschon sie nicht zu den Früchten der Buße herantreten. Einigen von ihnen ruft Paulus, der Lehrer der Völker in Fragen des Glaubens und der Wahrheit, zu: Verachtest du etwa den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr treibt? Weil du aber starrsinnig bist und dein Herz nicht umkehrt, sammelst du Zorn gegen dich für den Tag des Zornes, den Tag der Offenbarung von Gottes gerechtem Gericht. Er wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen (Röm 2,4-6.): Deshalb lehrt derselbe Paulus anderswo, nicht allein den Glauben zu verbreiten, sondern mit Furcht und Zittern um euer Heil zu sorgen (Phil 2,12.), und er befiehlt einen Glauben, der in der Liebe wirksam wird (Gal 5,6.). Gegen diesen großen Fehler ruft auch das Buch Jesus Sirach aus: Verlass dich nicht auf die Vergebung, füge nicht Sünde an Sünde, indem du sagst: Seine Barmherzigkeit ist groß, er wird mir viele Sünden verzeihen. Denn Erbarmen ist bei ihm, aber auch Zorn, auf den Frevlern ruht sein Grimm. (Sir 5,5 f.)

Wer im vermessentlichen Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit wieder und wieder sündigt, der fällt meist in die Sünde der Verzweiflung. Petrus Canisius in der nächsten Frage in seinem Katechismus:

158 Wie wird gegen den Heiligen Geist durch Verzweiflung gesündigt?
Indem zum oben behandelten Laster der Vermessenheit das diesem entgegengesetzte [Laster] hinzutritt, nämlich dass der Mensch jegliche Hoffnung darauf fahren lässt, bei Gott Verzeihung zu finden oder das ewige Heil zu erlangen. Durch diese Art von Verzweiflung sündigte bereits Kain, der eigens bezeugt: Zu groß ist meine Schuld, als dass ich sie tragen könnte. (Gen 4,13.) Auch Judas, der Verräter Christi, sündigte auf diese Weise, als er, der Unglückliche, sein Leben mit der Schlinge gewaltsam beendete. Dagegen ist keine Reue eines Menschen zu spät, wie der Räuber bezeugt, der am Kreuz Buße tat und die unermessliche Gnade Christi und den himmlischen Lohn erhielt.
162 Wann wird die Sünde der Unbußfertigkeit begangen?
Wenn ein Mensch von seinen Sünden, die durch die heilsame Buße gesühnt werden können, nicht ablässt und sich vornimmt, diese nie zu bereuen. Sicher ist dies für jene, die wahre Sünder sind und es bleiben wollen, der schlimmste Tod, weil sie zumindest durch ihr Verhalten, wenn nicht sogar ausdrücklich zu sagen scheinen: Wir haben mit dem Tod ein Bündnis geschlossen, wir haben mit der Unterwelt einen Vertrag gemacht. (Jes 28,15.) Soviel nun zu den Sünden gegen den Heiligen Geist, die die schlimmsten sind und die niemals oder doch fast niemals dem Menschen von Gott erlassen werden können. Deshalb müssen wir uns gegen sie schützen und die anderen gegen sie stärken, damit jenes Wort eingehalten wird: Beleidigt nicht den Heiligen Geist. (Eph4,30.) — Löscht den Geist Gottes nicht aus! (1 Thess 5,19.) — Wenn ihr seine Stimme heute hört, verhärtet eure Herzen nicht.(Hebr 3,7 f.) — Ein trotziges Herz schafft sich viel Leid. (Sir 3,27.)

Erwägt man diese Antworten aus dem Großen Katechismus des hl. Petrus Canisius angesichts der Aussagen im neuesten Schreiben Bergoglios, so ist zu befürchten, daß er die Sünder zur Sünde der vollkommenen Unbußfertigkeit verführt und somit ihr ewiges Heil aufs Spiel setzt. Diese können wahrlich sprechen: „Wir haben mit dem Tod ein Bündnis geschlossen, wir haben mit der Unterwelt einen Vertrag gemacht“ (Jes 28,15.). Ein Hirte aber, der die ihm von Jesus Christus anvertrauten Schafe ins ewige Verderben der Hölle führt, ist sicher nicht der Gute Hirte, sondern der Wolf – „Der Wolf aber ist der Teufel, und die ihm folgen“. Nimmt man all die Worte und Taten und Videos Bergoglios zusammen, die er zu verantworten hat, seit er im Gästezimmer des Vatikans wohnt, so kann man nur schlußfolgern: Wer Bergoglio immer noch für den Papst der römisch katholischen Kirche hält, der hat nicht nur seinen katholischen Glauben verloren, was evident ist, sondern zudem seinen Verstand. Die wesentliche Leistung unseres Verstandes, des menschlichen Denkens, ist nämlich die Unterscheidung. Wer nicht mehr unterscheidungsfähig ist, ist nicht mehr denkfähig. Wer aber den Wolf für den Guten Hirten, wer den Teufel für Jesus Christus hält, ist sicherlich nicht mehr unterscheidungsfähig!

Kardinal H.E. Manning bemerkt in seiner Schrift „Der Antichrist“: „Aber auf den Menschen wird Finsternis lagern, und Trauer wird kommen über Trauer und Wehe über Wehe. Dann wird die Kirche zerstreut werden und in die Wildnis getrieben, und wird eine Zeitlang, wie es im Anfang war, unsichtbar sein, verborgen in Katakomben, in Berghöhlen und Verstecken; einige Zeit wird sie gleichsam von der Oberfläche der Erde weggefegt sein. Dies ist das allgemeine Zeugnis der Väter in den ersten Jahrhunderten.“

Gott hat die Verfinsterung der Kirche zugelassen, wie es vorausgesagt wurde. Der Hirt wurde geschlagen – und die Herde hat sich zerstreut. Folgen wir nochmals ein wenig den Gedanken Kardinal Mannings aus dem Jahre 1861 – vielleicht sind Sie überrascht über die Aktualität etwa seines ersten Beispiels:

„Ist jemals etwas vorgekommen, was ein Vorläufer eines solchen Ereignisses genannt werden könnte? Blicket in das Morgenland. Der Aberglaube Mohameds, welcher in Arabien ausstand, sich hinzog über Palästina und Kleinasien, das Land der sieben Kirchen, und über Ägypten und Nordafrika, die Heimat des heiligen Augustin, des heiligen Cyprian und des heiligen Optatus, und endlich nach Konstantinopel drang, wo er bald herrschend wurde, hat überall den Kult Jesu Christi verfolgt und unterdrückt. Der Aberglaube Mohameds besitzt gegenwärtig zu seinen Moscheen eine Menge christlicher Kirchen, in welchen das beständige Opfer bereits hinweg genommen und der Altar gänzlich zerstört ist. In Alexandria und in Konstantinopel stehen Kirchen, die für den christlichen Kult erbaut wurden, welche noch nie der Fuß eines Christen betreten hat, seitdem das beständige Opfer hinweg genommen ist. Gewiß sehen wir hierin wenigstens zum Teil die Erfüllung dieser Prophezeiung, so daß viele Ausleger behaupten, Mohamed sei der Antichrist, und es werde kein anderer mehr kommen. Ohne Zweifel war er einer der vielen Vorläufer und Vorbilder des Antichristen, der kommen soll. Nun wollen wir in die abendländische Welt blicken. Ist das beständige Opfer in irgendeinem Lande hinweg genommen, z. B. in allen jenen Kirchen des protestantischen Deutschlands, die einst katholisch waren, wo das heilige Opfer der Messe täglich dargebracht wurde? In ganz Norwegen und Schweden und Dänemark und in der Hälfte der Schweiz, wo es eine Menge alter katholischer Kirchen gibt? Oder in ganz England, in den Kathedralen und Pfarrkirchen dieses Landes, die als Heiligtümer zur Darbringung des heiligen Opfers erbaut wurden? Was ist das charakteristische Merkmal der Reformation, wenn nicht die Verwerfung der Messe und alles dessen, was zu ihr gehört, da sie in den neununddreißig Artikeln der Kirche Englands als Gotteslästerung und gefährlicher Betrug erklärt ist? Die Unterdrückung des beständigen Opfers ist vor allem der Charakterzug der protestantischen Reformation. Wir finden also, daß diese Prophezeiung bereits sowohl im Morgen- als im Abendlande ihre Erfüllung gefunden hat, gleichsam in den zwei Hügeln, während in dem Herzen der Christenheit das heilige Opfer noch dargebracht wird.
Was ist die große Flut des Unglaubens, der Revolution und der Anarchie, die jetzt die Grundlagen der christlichen Gesellschaft anfrißt, nicht nur in Frankreich, sondern auch in Italien, und die jetzt Rom, den Mittelpunkt und das Heiligtum der katholischen Kirche umschließt, – was ist sie anders als der Greul, welcher das Heiligtum verwüstet und das beständige Opfer hinweg nimmt? Die geheimen Gesellschaften haben seit lange die christliche Gesellschaft Europas unterminiert und durchlöchert, und streben jetzt vorwärts nach Rom, dem Mittelpunkte aller christlichen Ordnung in der Welt. Die Erfüllung der Prophezeiung soll noch kommen, und das, was wir in den zwei Flügeln gesehen, werden wir auch im Mittelpunkte sehen, und jenes große Heer der Kirche Gottes wird für einige Zeit zerstreut werden. Es wird eine Weile scheinen, als sei es vernichtet, und die Macht der Feinde des Glaubens wird einige Zeit die Oberhand haben. Das beständige Opfer wird hinweg genommen und das Heiligtum verunreinigt sein. Was kann buchstäblicher der Greul der Verwüstung sein, als die Häresie, welche die Gegenwart des lebendigen Gottes von dem Altare entfernt hat? Wenn ihr diese Weissagung von der Verwüstung verstehen wollet, so gehet in eine Kirche, die einst katholisch war, wo jetzt kein Lebenszeichen mehr sich regt; sie steht leer und öde, ohne Altar, ohne Tabernakel, ohne die Gegenwart Jesu. Und das, was bereits im Morgen- und im Abendlande geschehen ist, dehnt sich jetzt nach dem Mittelpunkte der katholischen Einheit hin aus.
Der protestantische Geist Englands und der schismatische Geist selbst in Ländern, die dem Namen nach katholisch sind, betreibt gegenwärtig die große antikatholische Bewegung Italiens. Feindseligkeit gegen den Heiligen Stuhl ist das wahre und leitende Motiv. Und so kommen wir zu dem dritten Merkmal, zu dem Sturze „des Fürsten der Heeresmacht“, das heißt der göttlichen Autorität der Kirche, und namentlich desjenigen, in dessen Person sie verkörpert ist, des Stadthalters Jesu Christi. Gott hat ihn mit Herrscherwürde bekleidet und ihm eine Heimat und ein Erbgut gegeben auf Erden. Die Welt steht in Waffen, um ihn abzusetzen und ihm keinen Ort zu lassen, kein Haupt darauf zu legen. Rom und die römischen Staaten sind das Erbe der Menschwerdung Gottes. Die Welt ist entschlossen, die Menschwerdung von der Erde zu vertreiben. Sie will nicht dulden, daß sie auch nur so viel besitze, um die Fußsohle darauf zu setzen. Dies ist die wahre Auslegung der antikatholischen Bewegung in Italien und England: ‚Tolle hunc de terra‘ (Nimm diesen hinweg von der Erde). Die Entthronung des Statthalters Christi ist die Entthronung der Hierarchie der allgemeinen Kirche, und die öffentliche Verwerfung der Gegenwart und des Reiches Jesu.“

Was würde der Kardinal heute, angesichts der Menschenmachwerkskirche und der Häretiker, ja Apostaten, auf dem Stuhl Petri sagen? Was angesichts der sog. Neuen Messe, dem bugninischen Kainsopfer, das auf der ganzen Welt den gottwohlgefälligen katholischen Ritus verdrängt hat? Was angesichts der zerstörten Kirchen und Altäre? Wäre er nicht doch darüber überrascht, auch wenn er erkannt hat: „Es wird eine Weile scheinen, als sei es (das Heer der Kirche, wobei mit „Heer“ die geistige Streitmacht gemeint ist) vernichtet, und die Macht der Feinde des Glaubens wird einige Zeit die Oberhand haben. Das beständige Opfer wird hinweg genommen und das Heiligtum verunreinigt sein. Was kann buchstäblicher der Greul der Verwüstung sein, als die Häresie, welche die Gegenwart des lebendigen Gottes von dem Altare entfernt hat?“

Kardinal Manning schreibt: „Die Entthronung des Statthalters Christi ist die Entthronung der Hierarchie der allgemeinen Kirche, und die öffentliche Verwerfung der Gegenwart und des Reiches Jesu.“ Satans Meisterstück war es, den Statthalter Christi nicht einfach zu entthronen, das wäre viel zu auffällig gewesen und hätte viel zu großen Widerstand zur Folge gehabt, sondern dort, „wo der Sitz des heiligen Petrus und das Lehramt der Wahrheit zur Erleuchtung der Völker errichtet ist, …den Thron ihrer abscheulichen Gottlosigkeit aufzustellen, damit, nachdem der Hirt geschlagen ist, sie auch die Herde zerstreuen können“. Erst diese Umfunktionierung des Stuhles Petri zum „Thron ihrer abscheulichen Gottlosigkeit“ machte alle anderen revolutionären Änderungen möglich. Die „Revolution in Tiara und Cappa“, wie sie die Freimaurer schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts planten und erträumten, brach im Namen des Gehorsams spielend alle Widerstände und verhalf der Revolution weltweit zum Sieg.

Wir wissen nicht, wie lange diese Zulassung und Strafe Gott dauern wird. Wir können nur darum bitten, daß Gott die Zeit abkürzt. Die dringendste Bitte jedes Katholiken in unseren Tagen muß die sein, daß Gott die papstlose Zeit möglichst schnell beendet und uns wieder einen wahrhaft Guten Hirten schenken möge. In der Votivmesse zur Zeit einer Papstwahl heißt es:

Introitus
Suscitabo mihi sacerdotem fidelem,qui juxta cor meum et animam meam faciet:
et aedificabo ei domum fidelem, et ambulabit coram Christo meo cunctis diebus.
Ps. Memento, Domine, David: Et omnis mansuetudinis ejus.

Zum Einzuge
Ich werde Mir einen treuen Priester erwecken: der handeln wird nach Meinem Herzen und Sinn. Ich will ihm erbauen ein festes Haus; und alle Tage wird er wandeln vor Meinem Gesalbten.
Ps. Herr, gedenke des David: sei eingedenk all seiner Milde.

Oratio
Supplici, Domine, humilitate deposcimus:
ut sacrosanctae Romanae Ecclesiae concedat Pontificem illum tua immensa pietas;
qui et pio in nos studio semper tibi placitus, et tuo populo pro salubri regimine sit assidue ad gloriam tui nominis reverendus.
Per Dominum nostrum.

Gebet
Herr, wir flehen demütig und bitten, Du mögest in Deiner unermeßlichen Güte der heiligen Römischen Kirche einen Papst verleihen, der durch seinen väterlichen Eifer für unser Wohl Dir allzeit wohlgefällig, dessen Regierung heilbringend sei, und dem darum Dein Volk zum Ruhme Deines Namens immerfort Ehrfurcht erweise. Durch unseren Herrn.