Bergoglios Crash-Tests

von antimodernist2014

Die passive Sicherheit unserer Autos wurde durch die Einführung von Crash-Tests entscheidend verbessert. Bei einem Crash-Test wird ein Serienauto – also ein gewöhnliches, durch die Händler vermarktetes Auto – unter möglichst realistischen Bedingungen gegen ein stehendes Hindernis oder gegen ein entgegenkommendes Fahrzeug gefahren oder von der Seite gerammt. Spezialkameras filmen den Vorgang, so daß man die wichtigsten Fakten des Zusammenstoßes möglichst genau nachvollziehen kann. Nach einem Crash-Test kann man sagen, inwieweit etwa die Fahrgastzelle durch den Aufprall deformiert wurde und welche Verletzungsrisiken sich daraus für die Insassen ergeben. Durch einen Crash-Test wird also entweder die Fahrzeugsicherheit bestätigt oder es werden Schwachstellen, die noch behoben werden müssen, aufgedeckt.

Würde man einen Oldtimer aus den 50er oder 60er Jahren einem solchen Test unterziehen, stellte sich bei den meisten Autos heraus, daß die Überlebenschancen der Insassen sehr gering sind. Wurde doch in den letzten Jahrzehnten durch eine ganze Reihe von neuen Techniken, wie etwa den Sicherheitsgurt, die Airbags, das Antiblockiersystem usw. die Sicherheit unserer Fahrzeuge immer mehr optimiert.

Wenn wir nun unser Thema wechseln und auf den kirchlichen Bereich zu sprechen kommen, so hätte man doch die letzten Jahrzehnte erwarten dürfen, daß auch hier, der Automobilindustrie vergleichbar, alles getan wurde, um die Glaubenssicherheit zu erhöhen und die Katholiken vor den vielfältigen Gefahren der modernen Zeit zu schützen. Genauso wie der Verkehr immer dichter, unruhiger und chaotischer wurde und wird, ebenso wird auch die geistige Verwirrung immer umfangreicher und verbreiteter und die Gefährdung des ewigen Heiles der Seele größer und größer. Nun wäre es sicherlich eine geniale Idee gewesen, gleichsam einen katholischen Crash-Test zu ersinnen, also eine gründliche, auf Herz und Nieren zielende Glaubensprüfung, wodurch sodann die Glaubenssicherheit hätte gezielt erhöht werden können.

Man muß jedoch feststellen, es ist genau das Gegenteil geschehen. Je mehr Katholiken an den Leitplanken des modernen Lebens zerschellten, desto leichtfertiger gingen die Verantwortlichen mit dem anvertrauten Glaubensgut um. Bildlich gesprochen fahren die Katholiken immer noch mit Autos aus den 50er Jahren durch die Gegend – und beim ersten schwereren Unfall sind sie deswegen auch tot. Der Massenabfall vom Glauben ist eine unübersehbare Tatsache für denjenigen, der noch Augen hat zu sehen.

Richtet man unter Berücksichtigung dieser Vorgedanken den Blick nach Rom, so scheint es, als habe zur Zeit J. M. Bergoglio alias „Papst“ Franziskus seine helle Freude daran, die Katholiken an die Wand zu fahren, sie ständig zu „crashen“. Wobei man freilich den Sinn dieser Crash-Tests nicht recht einsieht, solange man versucht, katholisch zu denken. Denn das Oberhaupt der wahren Kirche Jesu Christi hätte sicherlich keine Freude daran, den Glauben der anvertrauten Herde zu schrotten, um im verwendeten Bild zu bleiben, sondern ihn mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vor der Verschrottung zu bewahren. Während bei den Autofreunden sich Oldtimer einer immer größeren Beliebtheit erfreuen und deswegen im Wert ständig steigen, meinen die modernen „Katholiken“ unter der Führung der neurömischen Autoritäten, ihren alten Glauben nun endgültig verschrotten zu müssen.

Doch werden wir etwas konkreter und gehen wir auf einzelne Crash-Tests J. M. Bergoglios etwas ausführlicher ein.

Test Nummer 1: Der Amtsantritt

Schon der Amtsantritt Bergoglios war eine offene Provokation. Der neugewählte Chef der Menschenmachwerkskirche zeigte von Anfang an mit aggressiver Deutlichkeit: Nun ist endgültig eine neue Zeit angebrochen! Während sein Vorgänger noch die Fassade zu wahren verstand, ging Bergoglio sofort dazu über, diese nun restlos zu demontieren. Die Unverbindlichkeit der römischen Anordnungen war seit dem sog. Konzil schon so groß, daß es für ihn kein wirkliches Problem mehr war, diese nunmehr zur restlosen eigenen Zerstörung zu verwenden. Natürlich konnte aufgrund der vermeintlichen Unverbindlichkeit jeder sagen, und manche sagten es auch, daß das Ganze wiederum so nicht gemeint sei. Im Grund will der „Papst“ etwas anderes – wie oft hatte man das die letzten Jahrzehnte vor allem auf konservativer Seite eingewendet und sich damit über die Tatsachen hinweggetäuscht. Solche Selbsttäuschungsmanöver werden unter Bergoglio schwieriger, wenn nicht sogar ganz unmöglich. Selbst eingefleischte konservative Schönredner müssen inzwischen einen Rückzieher nach dem anderen machen und sich eingestehen, daß sie ein ernsthaftes Problem mit ihrem „Papst“ haben.

Aber trotz der provokativen Offenheit des Vorgehens Bergoglios wurde schon bei seinem Antritt auf konservativer oder auch traditionalistischer Seite sogleich etwas Wichtiges übersehen: Benedikt XVI. war zwar zurückgetreten, aber nur von seinem öffentlichen Papstamt, er wolle immer noch das Amt des Betens wahrnehmen, so erklärte er, und behielt auch aus diesem Grunde die päpstlichen Gewänder und den Papstnamen bei. Die Folge dieses ungewöhnlichen Rücktritts war, es gab und gibt plötzlich zwei weiße Männer in Rom. Und nicht wenige sprechen deswegen auch folgerichtig von zwei Päpsten. Diese spontane Einschätzung wird von den beiden Herren in weiß medienwirksam bestätigt, wenn nämlich beide „Päpste“ etwa im Doppelpack Karol Wojtyla „heiligsprechen“ oder gemeinsam ein Leerschreiben herausgeben oder auch nur nebeneinanderkniend in offen zur Schau gestellter Eintracht miteinander beten usw. Ein eines Josef Ratzinger würdiger Rücktritt, kann man nur sagen.

Es kommt sogar noch etwas hinzu: Vor diesem Hintergrund des „Papstes“ im Doppelpack wirken Bergoglios Worte und Taten um Vieles pointierter. Der Kontrast zu Ratzinger verstärkt nämlich nochmals seine persönliche Wirkung. Zweifelsohne scheint diese Irritierung des pilgernden Gottesvolkes gewollt zu sein. Nun weiß dieses nämlich gar nicht mehr, wohin es pilgern oder wem es eigentlich als Hirten folgen soll. Der Doppelpapst ist also schon der erste bergogliosche Crash-Test: Was sagen die postmodernen Pseudokatholiken, wenn plötzlich zwei Päpste in Rom agieren – also nicht ein Papst und Gegenpapst, wie öfter in der Kirchengeschichte geschehen?

Nun, was sagen diese neugläubigen Anhänger der Menschenmachwerkskirche dazu? Nichts! Sie sagen natürlich nichts! Dieser erste Crash-Test ist allein schon der klare Erweis, niemand von diesen Leuten weiß mehr, was ein wahrer katholischer Papst ist bzw. notwendigerweise sei muß. Als Folge dieser Verwirrung gibt es nun welche, die immer noch an Ratzinger als ihrem „Papst“ festhalten, andere, die selbst mit einem „Papst“ wie Bergoglio zufrieden sind und wiederum andere, die fest schimpfen über so viel Dreistigkeit des Südamerikaners, und zuguterletzt solche, die es ganz spaßig finden, daß wir in Rom zwei „Päpste“ haben.

Test Nummer 2: Tabubruch als Werbegag

Bergoglio setzte diesem ersten Test sofort noch gleich eins drauf: Seine demonstrative Weigerung, den alten Plunder an Gewändern seines Vorgängers, der seiner Meinung nach schon lange ins Museum gehört, anzuziehen. Dadurch offenbart er sich als durch und durch moderner Mensch, erfüllt von durch und durch modernen Ideen. Er will ein Mann ohne Etikette sein, ohne Stil, ohne Verbindlichkeiten, ohne Disziplin, ohne feste Vorgaben und vor allem ohne Tradition – im weitesten Sinne des Wortes! Bergoglio spielt den „Papst“ auf ganz neue Weise, er ist nur noch der Bischof von Rom, der im Gästehaus des Vatikans wohnt. Was für ein medienwirksamer Gag! Er benimmt sich zuweilen wie ein ungehobelter, ungezogener Lümmel, wird aber dennoch von der Weltpresse als Mann des Jahres gefeiert. Er liebt die zur Schau gestellte Armut, den spontanen Auftritt und die flotten Sprüche – und auch das gefällt der modernen Welt und kommt beim modernen Menschen recht gut an.

In einem Kommentar von Wolfgang Thielmann in „zeit.de“ heißt es:

„Papst Franziskus mag seine Kirche lieber verbeult und menschennah als glänzend poliert und weltfremd, hat er gesagt. Und er weiß, dass sie verbeult ist, aber trotzdem weltfremd. In der hundert Jahre dauernden Kollision mit der Moderne hat ihre Knautschzone gelitten. Die Stoßstange fängt nichts mehr ab, die Lenksäule ist geknickt. Was die Hände am Steuer befehlen, kommt an den Rädern nicht mehr an. Die Bodenhaftung ist gefährdet.
Was das Lehramt sagt, hat für Gläubige kaum Bedeutung. Niemanden erregt es mehr, wenn Gerhard Ludwig Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation, sagt, die Ehe sei unauflöslich, und auf Zweitehe stehe Eucharistieentzug. Das könne er nicht ändern, denn das komme von Jesus persönlich. Die Gesellschaft findet es okay, wenn eine Kirche nicht alle Überzeugungen aufgibt. Aber niemand erwartet mehr von einem Papst Orientierung für sein Leben. Mit dem Pillenverbot Pauls VI. in den sechziger Jahren hat die katholische Kirche die Lufthoheit über die Betten verloren.
Da versucht es Papst Franziskus mit Gestensteuerung. Er greift dem Rad in die Speichen. Und setzt auf persönliche Überzeugungskraft. Das bringt ihm Sympathien ein. Wie Martin Luther vor knapp 500 Jahren in der Wittenberger Stadtkirche liest er den Gläubigen die Leviten, am Morgen vor den Angestellten des Vatikans. Und auf Reisen per Pressekonferenz im Flugzeug. Wie Luther gibt er dem Volk Tipps für den guten Sex. Zweimal die Woche sei in Ordnung, soll der Reformator gesagt haben. Drei Kinder sind okay, mehr muss nicht, sagt Franziskus. Katholiken brauchten sich nicht vermehren wie die Kaninchen. Das ist konkret, das ist saftig, das klingt gut und gar nicht päpstlich – und es bricht ein Tabu.“

Der Kommentator dürfte nur allzu recht haben, wenn er feststellt, „niemand erwartet mehr von einem Papst Orientierung für sein Leben“. Wobei hier mit „niemand“ wohl zunächst die Pseudokatholiken, die Anhänger der Menschenmachwerkskirche gemeint sind. Da ist es durchaus wahr, niemand erwartet mehr von diesem „Papst“ eine verpflichtende Entscheidung in Glaubens- und Sittenfragen, weil niemand mehr an die Unfehlbarkeit des Papstes glaubt oder, wie viele Traditionalisten, diese auf so wenige Akte eingeschränkt haben, daß sie in der Praxis nicht mehr ins Gewicht fallen. Das heißt aber dann auch: Für niemanden ist dieser Mann in Rom noch wahrer, wirklicher Papst, der seinem Wesen nach die nächste Norm des Glaubens eines Katholiken sein muß. Es ist auch wahr, daß Bergoglio dem Rad in die Speichen greift – aber nicht, um den Kurs zu korrigieren, sondern um den Wagen frontal an die Wand zu fahren! Es ist nur äußerst seltsam, daß ihm das nicht nur in der Welt, sondern auch bei sog. „Katholiken“ Sympathien einbringt. Jedenfalls wird er mit seinem derben Geschwätz auch nicht mehr erreichen als Martin Luther. Er wird nämlich genauso wie dieser jeglichen übernatürlichen Glauben zerstören und unzählige Seelen in die Hölle stürzen. Jedenfalls sind schon einmal alle Ehen derjenigen Eheleute, die sich wortgetreu an den Rat Bergoglios halten, nach katholischer Lehre aus Mangel an Ehewillen ungültig. Wenn Bergoglio anderseits meint, beklagen zu müssen, daß die meisten der heutzutage noch kirchlich geschlossenen Ehen ungültig seien, weil die Eheleute sich zwar lebenslängliche Treue versprächen, „aber sie wissen nicht, was sie sagen“, so ist das schon sarkastisch zu nennen. Nach Bergoglio sei ihr Versprechen darum „nur vorläufig und deshalb ist die größte Mehrheit unserer sakramentalen Ehen ungültig“. Diese Worte sind in die Debatte über die Wiederzulassung der Geschiedenen und Wiederverheirateten zur Kommunion hineingesprochen und dürften all diejenigen Paare freuen, die ihre erste Ehe annulieren lassen wollen. Damit ist eine Annulierungswelle wie damals in den 80er Jahren in den USA vorprogrammiert und sicher auch direkt gewollt.

Test Nummer 3: Die synodale Kirche

Bergoglio liebt den verbalen Tabubruch und damit natürlich auch den wirklichen. Das zeigt ein weiterer Crash-Test dieses umtriebigen Herren. In seiner Ansprache zum fünfzigsten Jahrestag der Errichtung der Bischofssynode am 17. Oktober 2015 legte Bergoglio seine Vision von Kirche dar und zeigte sich dabei als gekonnter Vollender der auf dem 2. Vatikanum grundgelegten neuen Ideen zu einer neuen Kirche (vgl. unseren Beitrag Synodale Kirche).

Zunächst stellt Bergoglio fest: „Nachdem das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigt hatte, dass das Volk Gottes aus allen Getauften besteht, die berufen sind, ‚einen geistigen Bau und ein heiliges Priestertum‘ zu bilden, verkündete es: ‚Die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben (vgl. 1 Joh 2,20.27), kann im Glauben nicht irren. Und diese ihre besondere Eigenschaft macht sie durch den übernatürlichen Glaubenssinn des ganzen Volkes dann kund, wenn sie, von den Bischöfen bis zu den letzten gläubigen Laien‘ ihre allgemeine Übereinstimmung in Sachen des Glaubens und der Sitten äußert‘. Jenes berühmte: ‚in credendo‘ unfehlbar.“

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