Das Rosenkranzgebet

von antimodernist2014

Man kann es sicherlich ohne jegliche Übertreibung sagen: Wer in dieser äußersten geistlichen, sittlichen und religiösen Not unserer Zeit sich nicht selbstverständlich bemüht, täglich den hl. Rosenkranz zu beten, ist kein rechter Katholik. Denn nach der allgemeinen Überzeugung der Heiligen ist der Rosenkranz die persönliche Antwort des Katholiken auf diese großen und immer noch größer werdenden Nöte, welche aus der Entchristlichung der Gesellschaft notwendigerweise folgen. Man kann sogar sagen, wer diese innere Not am eigenen Leibe und an der eigenen Seele spürt, der wird sich gedrängt fühlen, wenn möglich sogar jeden Tag einen ganzen Psalter, also alle drei Rosenkränze zu beten.

Der Rosenkranz ist ein ganz einfaches Gebet; er besteht aus einer Aneinanderreihung von einigen „Vater unser“, „Gegrüßet seist Du Maria“ und „Ehre sei dem Vater“, und doch gilt er als ein außerordentliches Gnadenwunder. Offensichtlich liebt Gott die Einfachheit dieses Gebetes und hat darum diese nach außen so einfachen Gebete mit Seinem besonderen Segen beschenkt. Der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort schreibt in seinem Goldenen Buch: „Die wahren Diener Mariä werden mit Vorliebe das Ave Maria oder den Englischen Gruß beten, dessen Wert, Verdienstlichkeit, Erhabenheit und Notwendigkeit nur wenige Christen kennen. Die allerseligste Jungfrau ist mehrmals erleuchteten, großen Heiligen erschienen, ausdrücklich zu dem Zweck, um ihnen den Wert dieses Gebetes zu offenbaren, wie z.B. dem hl. Dominikus, dem hl. Johannes Capistran, dem sel. Alanus de la Roche u.a. Diese haben daraufhin ganze Bücher verfasst über die Wunder und die Wirksamkeit dieses Gebetes für die Bekehrung der Seelen. Sie haben es laut verkündigt und öffentlich gepredigt, dass das Heil der Welt mit dem Ave Maria seinen Anfang nahm, sodass auch das Heil jedes einzelnen von diesem Gebete abhängt. Dieser Gruß beschenkte die dürre und unfruchtbare Erde mit der Frucht des Lebens, und gut gebetet, lässt es auch heute noch in unserer Seele das Wort Gottes Wurzel fassen und bringt in ihr die Frucht des Lebens, Jesus Christus, hervor. Das Ave Maria ist ein Himmelstau, der die Erde, d.h. die Seele tränkt, auf dass sie Frucht bringt zur rechten Zeit; eine Seele hingegen, die von diesem himmlischen Gebete nicht betaut wird, kann keine Frucht, sondern nur Dornen und Disteln hervorbringen und verfällt dem Fluche Gottes.“

Man muß es schon ganz langsam und aufmerksam lesen, was da gesagt wird, nur dann wird man es recht verstehen und auch entsprechend ernst nehmen können: …, dass das Heil der Welt mit dem Ave Maria seinen Anfang nahm, sodass auch das Heil jedes einzelnen von diesem Gebete abhängt.

Die 53 „Ave Maria“ des hl. Rosenkranzes werden mit den sie gliedernden „Vater unser“ und „Ehre sei dem Vater“ zu einer Rosenkette zusammengebunden. Dazu bemerkt nochmals der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort: „Ich weiß zwar nicht, wie und warum das so ist, gleichwohl beruht es auf Wahrheit: Ich kenne kein besseres Mittel, um zu erforschen, ob eine Person Gott angehört, als festzustellen, ob sie das Ave Maria und den Rosenkranz liebt oder nicht. Ich sage liebt, denn es kann sein, dass jemand dieses Gebet aus natürlichem oder übernatürlichem Unvermögen nicht beten kann, es aber doch hochschätzt, liebt und selbst anderen Liebe dazu einflößt. O ihr auserwählten Seelen, Sklaven Jesu in Maria, erkennet, dass nächst dem „Vater unser“ das „Ave Maria“ das schönste von allen Gebeten ist. Es ist die vollkommenste Ehrenbezeugung, die ihr Maria darbringen könnt, denn es ist die Ehrenbezeugung, die ihr der Allerhöchste durch einen Erzengel erweisen ließ, um ihr Herz zu gewinnen. Dieser Himmelsgruß wirkte mit seinen geheimnisvollen Reizen so mächtig auf Maria ein, dass sie trotz ihrer tiefen Demut zur Menschwerdung des ewigen Wortes ihre Einwilligung gab. Auch ihr werdet durch dieses ehrenvolle Gebet ganz sicher ihr Herz gewinnen, wenn ihr es so verrichtet, wie es sich gebührt. Das Ave Maria, gut gebetet, d.h. mit Aufmerksamkeit, Andacht und Sammlung, ist nach Aussage der Heiligen der Feind des Teufels, den es in die Flucht schlägt und der Hammer, der ihn zerschmettert. Dieses Gebet ist die Freude der Engel, der Jubelgesang der Auserwählten, das Lied des neuen Bundes, die Freude Mariä und die Ehre der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Das Ave Maria ist ein himmlischer Tau, der die Seele fruchtbar macht, es ist ein keuscher Liebeskuss, den man Maria gibt, eine Purpurrose, die man ihr darbietet, eine kostbare Perle, die man ihr reicht und eine Schale voll Ambrosia und göttlichen Nektars, die man ihr schenkt. Alle diese Vergleiche haben die Heiligen gebraucht. Ich bitte euch also inständig bei der Liebe, die ich zu euch in Jesus und Maria trage, begnüget euch nicht damit, die kleine Krone der allerseligsten Jungfrau zu beten, sondern betet auch euren Rosenkranz, und zwar, wenn ihr Zeit habt, täglich den ganzen Psalter. Dann werdet ihr auf dem Sterbebette jenen Tag und jene Stunde preisen, da ihr meinem Rat gefolgt seid. Wenn ihr so unter dem Segen Jesu und Mariä reichlich gesät habt, werdet ihr die ewigen Segnungen des Himmels ernten: Qui seminat in benedictionibus, de benedictionibus et metet. (3. Kor 9,6)“
(Hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort, Das goldene Buch, Feldkirch 1987).

Es ist doch zu hoffen, daß jeder von uns ein Rosenkranzbeter ist, ein eifriger Rosenkranzbeter, der damit zu erkennen gibt, daß er Gott angehört. Und wer Gott wahrhaft angehört, der ist auch ein Verehrer der Gottesmutter Maria. Das ist so selbstverständlich und natürlich, daß man sich nur darüber wundern kann, daß es Christen gibt, die das nicht wahrhaben wollen. Der hl. Ludwig Maria ruft uns zu: „O ihr auserwählten Seelen, Sklaven Jesu in Maria, erkennet, dass nächst dem ‚Vater unser‘ das ‚Ave Maria‘ das schönste von allen Gebeten ist. Es ist die vollkommenste Ehrenbezeugung, die ihr Maria darbringen könnt, denn es ist die Ehrenbezeugung, die ihr der Allerhöchste durch einen Erzengel erweisen ließ, um ihr Herz zu gewinnen.“ Durch das Rosenkranzgebet sollen wir das unbefleckte Herz der Immakulata gewinnen, um sodann in diesem Herz und unter dem Schutz Mariens zum göttlichen Herzen Jesu vorzudringen. Was für eine Gnade, ja was für ein geistiges Abenteuer.

Jeder Rosenkranzbeter weiß also, wie anspruchsvoll dieses Gebet wird, sobald man sich bemüht, es aufmerksam, gesammelt, andächtig, so richtig mit dem Herzen zu beten. Das Aneinanderreihen der „Ave Maria“ ist nicht nur eine Hilfe, die daraus folgende Gewohnheit kann auch zur Gefahr werden, zu Gefahr der Zerstreuung – und wie oft wird sie das! Der Lateiner sagt: „Cotidiana vilescunt“ –„das Alltägliche wird langweilig!“, es verblasst, wird öde, gewöhnlich (dieses Eigenschaftswort kommt von der Gewöhnung; was allzu sehr zur Gewöhnung geworden ist, erscheint einem mit der Zeit ganz gewöhnlich, ganz gering, unscheinbar, wertlos, mag es auch noch so besonders sein), es verliert scheinbar an Wert. Diese Gefahr besteht natürlich auch beim Rosenkranzbeten, und diese Gefahr kennt sicherlich auch jeder eifrige Rosenkranzbeter.

Der hl. Ludwig Maria berichtet: „Man liest folgendes im Leben des seligen Hermann aus dem Orden der Prämonstratenser. Als er den Rosenkranz aufmerksam und andächtig unter Betrachtung der heiligen Geheimnisse betete, erschien ihm die Mutter Gottes ganz von Lichtglanz umflossen in entzückender Schönheit und Majestät. Später aber, nachdem seine Andacht erkaltete, erschien sie ihm mit Runzeln im Antlitz, ganz traurig und unfreundlich. Da Hermann über diese Veränderung erstaunt war, sprach Maria zu ihm: ‚Ich erscheine so vor deinen Augen, wie ich jetzt in deiner Seele bin, denn du behandelst mich nur noch als eine niedere und verächtliche Person. Wo ist die Zeit, da du mich mit Ehrerbietung und Aufmerksamkeit grüßtest in Betrachtung meiner Geheimnisse und voll Bewunderung über meine Größe?‘“

Diese himmlische Mahnung war verständlicherweise ein mächtiger Anstoß für den hl. Hermann Josef, seine Liebe zu Maria wieder aufleben zu lassen, damit aus der Gestalt, welche mit Runzeln im Antlitz, ganz traurig und unfreundlich ihm erschien, wieder jene Königin würde, ganz von Lichtglanz umflossen in entzückender Schönheit und Majestät. Jeder kann sich nun fragen, wie ihm Maria erscheinen würde? Und wie sehr er einer Mahnung bedarf, die ihm wieder zur ersten Liebe zurückführt, wie es in der Geheimen Offenbarung des hl. Apostels Johannes heißt: „Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe aufgegeben hast. Bedenke also, von welcher Höhe du herabgesunken bist! Bekehre dich und vollbringe wieder deine ersten Werke. Wenn nicht, komme ich zu dir und stoße, wenn du dich nicht bekehrst, deinen Leuchter von seiner Stelle“ (Apk 2,4f).

Das schwierigste beim Gebet ist die Sammlung. Wie mühsam ist es, sich wieder und wieder zu sammeln und seine Gedanken beim Thema zu halten. Jeder Lehrer des Gebetes weiß von dieser Schwierigkeit. Der hl. Ludwig Maria geht in seinem Buch über den hl. Rosenkranz natürlich auch darauf ein, er fordert uns auf: Zerstreuungen mutig bekämpfen.

„Wenn man andere Gebete als den Rosenkranz betet, so fesselt die Abwechslung oder die Verschiedenheit der Ausdrücke, mit der die Gebete abgefaßt sind, die Phantasie und regt den Geist an, und infolgedessen bieten sie der Seele mehr Leichtigkeit, sie gut zu verrichten. Aber weil man im Rosenkranz immer dieselben Vaterunser und Gegrüßt seist Du Maria usw. zu beten und dieselbe Form einzuhalten hat, ist es sehr schwer, sich dabei nicht zu langweilen, und man gibt ihn leicht auf, um sich anderen, anregenderen und weniger langweiligen Gebeten zuzuwenden. Es braucht deshalb viel mehr Andacht, um im Rosenkranz auszuharren, als in irgendeinem anderen Gebete.
Was die Schwierigkeiten erhöht, ist unsere Einbildungskraft, die so flüchtig ist, daß sie fast keinen Augenblick ruhig bleibt, und die Bosheit des Teufels, der unermüdlich uns zu zerstreuen und am Gebet zu hindern sucht. Was tut dieser böse Geist nicht alles gegen uns, während wir eben unseren Rosenkranz beten, um ihn zu bekämpfen? Er erhöht unsere natürliche Trägheit und Nachlässigkeit. Bevor wir noch mit dem Gebete beginnen, vermehrt er unseren Überdruß, unsere Zerstreuungen, unsere Niedergeschlagenheit. Während wir beten, belästigt er uns von allen Seiten, und, nachdem wir mit großer Mühe und vielen Zerstreuungen zu Ende gekommen sind, flüstert er uns zu: ‚Was du gebetet hast, ist ganz wertlos; dein Rosenkranz ist nichts wert, du würdest besser tun, zu arbeiten und deine Geschäfte zu besorgen; du verlierst deine Zeit mit so vielen mündlichen und unandächtigen Gebeten; eine halbstündige Betrachtung oder eine geistliche Lesung wäre viel besser. Morgen, wenn du weniger schläfrig bist, wirst du andächtiger beten, verspare den Rest deines Rosenkranzes auf morgen.‘ Durch solche Listen erzielt der Teufel oft, daß jemand den Rosenkranz ganz oder teilweise aufgibt, oder ihn gegen andere Gebete vertauscht oder ihn verschiebt. Glaube ihm nicht, mein lieber Mitbruder, und fasse Mut, wenn auch deine Phantasie während des ganzen Rosenkranzes von abschweifenden Gedanken erfüllt war, wenn du nur, sobald du es bemerktest, versucht hast, sie so gut als möglich auszuschlagen.
Dein Rosenkranz ist umso besser, je beschwerlicher, je weniger er der Seele natürlicherweise angenehm ist. „Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Größeren getreu“ (Lk 16,10). Wer treu ist, die kleinsten Zerstreuungen auch beim geringsten Teil seiner Gebete zu bekämpfen, der wird auch in den größten Dingen treu sein.“
(Hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort, Der heilige Rosenkranz, Lins-Verlag, Feldkirch)

Es mag zunächst erstaunlich klingen, aber die Erfahrung bezeugt es als wahr: „Es braucht deshalb viel mehr Andacht, um im Rosenkranz auszuharren, als in irgendeinem anderen Gebete.“ Sobald man jedoch die Herausforderung auf sich nimmt, verwandelt sich der Rosenkranz in eine ganz einzigartige Welt der Gnade. Wir dürfen uns nur nicht durch den Teufel davon abhalten lassen, treu unseren Rosenkranz weiterzubeten, auch wenn es uns viel Mühe kostet. Wir dürfen es nicht vergessen: „Dein Rosenkranz ist umso besser, je beschwerlicher, je weniger er der Seele natürlicherweise angenehm ist. ‚Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Größeren getreu‘ (Lk 16,10).“

Wir sehen, letztlich gibt es nur einen Weg, dieser Gefahr der Gewöhnung und Zerstreuung entgegenzuwirken: wir müssen uns immer wieder an den unschätzbaren Wert des Gebetes erinnern, indem wir darüber nachdenken. Dies wollen wir jetzt wieder einmal versuchen. Der hl. Petrus Canisius unterrichtet uns in seinem Großen Katechismus über das Gebet in drei Fragen:

„179 Was ist das Gebet?
Das Gebet ist die fromme Erhebung unseres Gemütes zu Gott, wodurch wir im Glauben darum bitten, was immer uns und den anderen heilsam erscheint. Christus hat die Weise des Betens und eine einzigartige Formel im sechsten Kapitel des Matthäus-[Evangeliums] vorgeschrieben, wie wir oben erklärt haben. Es gibt kein anderes gutes Werk, das im christlichen Leben von den meisten, öfter, lieber und mit mehr Notwendigkeit ausgeführt wird. Wahrlich ist gesagt: Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken. (Sir 35,21)
180 Warum müssen wir beim Beten fleißig und ohne Unterlass sein?
Weil das Gebet die eigentliche und notwendige Einübung des Glaubens ist und in den göttlichen Schriften nicht nur überall streng geboten ist, sondern auch Gottes häufige und volle Zusage des Trostes und der Süßigkeit besitzt. Darum sage ich euch, betont Christus, alles, worum ihr betet und bittet — glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil. (Mk 11,24) Und wiederum heißt es: Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird geöffnet. (Lk 11,9f; Mt 7,7) Ferner: Wenn nur schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel, denen Gutes geben, die ihn bitten. (Mt 7,11) Aufgrund solcher Worte, wie sie CHRYSOSTOMUS richtig zusammengestellt hat, und solcher Hoffnung, ruft uns der Herr aller Dinge zum Gebet. Für uns geziemt es sich, Gott zu gehorchen und unser ganzes Leben ihn zu lobpreisen, ihm Gebete darzubringen und so die Gottesverehrung mit größerem Eifer als unser eigenes Leben zu pflegen. Auf diese Weise können wir ein würdiges Leben führen.
181 Welche Beispiele zeigen uns die Kraft und die Frucht des Gebetes?
Der Apostel Jakobus, der in Bezug auf die Tugend des Betens ein Beispiel gibt, schrieb Folgendes: Elia war ein Mensch wie wir; er betete inständig, es solle nicht regnen, und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht auf der Erde. Und er betete wieder; da gab der Himmel Regen, und die Erde brachte ihre Früchte hervor. (Jak 5,17f) Auch AUGUSTINUS verwies mit verschiedenen Beispielen auf dieselbe Sache: Durch das Gebet des Mose und des Samuel wurden die feindlichen Amalechiter und Philister von den Juden besiegt. Jeremia wurde durch das Gebet im Kerker gestärkt. Der betende Daniel jubelte mitten unter den Löwen. Die drei Jünglinge im Schmelzofen frohlockten im Gebet. Der Räuber gelangte betend vom Kreuz ins Paradies. Susanna wurde durch das Gebet vor den Ältesten, die sie fälschlicherweise anklagten, geschützt. Stephanus wurde betend in den Himmel aufgenommen und mitten unter jenen, die ihn steinigten, anstelle des Saulus erhört. Diese Beispiele zeigen nicht nur die Früchte des Gebetes, sondern auch, wie uns Eifer und Beharrlichkeit des Gebetes aufgetragen sind. Ebenso ermahnt die Schrift des Apostels: Betet ohne Unterlass! Dankt für alles (1 Thess 5,17f); und wiederum: Betet füreinander, damit ihr geheiligt werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten. (Jak 5,16) Ebenso: Wir haben ihm gegenüber die Zuversicht, dass er uns erhört, wenn wir etwas erbitten, das seinem Willen entspricht. (1 Joh 5,14) Außerdem: Wer sieht, dass sein Bruder eine Sünde begeht, die nicht zum Tod führt, soll (für ihn) bitten; und Gott wird ihm Leben geben. (1 Joh 5,16)“.
(Petrus Canisius, Der Große Katechismus, Schnell + Steiner, 2003)

Beten ist nicht nur etwas ganz und gar Wunderbares, es schließt einen unerschöpflichen Reichtum in sich. Nur der eifrige Beter lebt sich in die unermeßlich reiche Gnadenwelt Gottes ein. Der von Gott geschenkte, übernatürliche Glaube äußert sich vor allem im Gebet, der sich offenbarende Gott zieht Sein Geschöpf ins Vertrauen und beschenkt es mit Seiner Freundschaft. Wobei dies vornehmlich im Gebet geschieht. Wer nicht mehr betet, dem wird Gott fremd und er wird mit der Zeit seinen Glauben verlieren. Das wahre Gebet formt das ganze Leben gemäß der Gnade und überwindet die Welt mit ihrer dreifachen Begierlichkeit.

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