Kunst – Kitsch – Krempel? II

Weil aber die Kunst immer auch eine Prophetin ist, offenbart sie die Verblendung des Geistes am ehesten – und was ist das für eine überaus beängstigende Verblendung des Geistes, die selbst die Grenze zur Blasphemie, also zur Gotteslästerung nicht mehr wahrnimmt!

Hiermit wollen wir zum Schlußteil unserer Erwägungen überleiten und anhand einiger aktueller „Kunst“-Beispiele zeigen, wessen Geistes Kind die neurömische Menschenmachwerkskirche mit all ihren Satellitenorganisationen ist.

Auf der spanischen Internetseite AMOR DE LA VERDAD (=Liebe zur Wahrheit) sind einige Bilder zu sehen, in welchen moderne Werke gezeigt werden, die als Kirchenkunst gelten sollen. Wer die vorausgehenden Erwägungen aufmerksam mitverfolgt hat, der wird sich schwer vorstellen können, daß solche „Kunstwerke“ dem Geist der Kirche Jesu Christi entsprechen. Spontan denkt man: Jedem Katholiken, der noch gewohnt ist, zum wahren, dreimal heiligen Gott zu beten, müßte bei dem Gedanken, etwa vor einem solchen „Kreuz“ zu beten, der kalte Schauer über den Rücken hinunterlaufen. Solch häßliche Darstellungen unseres Herrn Jesus Christus sollen Kunst sein, kirchliche Kunst? Damit der Grund für diesen Schauer rational greifbar wird, wollen wir in Erinnerung rufen, was wir im ersten Teil unserer Arbeit von Hans Sedlmayr gelernt haben, um ein dämonisches Bild eindeutig als solches erkennen zu können: „Eigentlich, das heißt im strengeren Wortsinn, diabolisch müßte eine bildende Kunst heißen, die im Bilde ontologisch unwahre (unadäquate) Darstellungen Gottes, der Engel, der Menschen, der Welt bildlich bejaht, das heißt, sie mit solchen künstlerischen Zügen gestaltet, die den Betrachter auffordern, das unwahre Bild anzunehmen, in sich einzulassen (ja, geradezu einzuverleiben) und seinen ‚assent‘ dazuzugeben. Diese Definition entspräche dem doppelten Wortsinn des Wortes diaboles, diabolisch. Denn ein solches Bild ist objektiv, bezogen auf das Sein, Verkehrung der Seinsordnung, Lüge — wie denn der diaboles (der Durcheinanderwerfer) ‚Vater der Lüge‘ ist. Und es ist subjektiv, bezogen auf den Betrachter (und auf den Urheber, der zum Instrument der Diabolie wurde), Verführung — wie denn der diabolos‘Verführer von Anbeginn‘ ist“ (Hans Sedlmayr, Kunst und Wahrheit, Rowohlt Hamburg 1959, S. 137).

Man sollte nicht einfach schnell darüber hinweggehen, was hier gesagt ist, denn es ist für unser religiöses Leben fundamental. Wer vor einem solchen „Kunstwerk“ meint noch beten zu können, der vergißt, daß er damit „ontologisch unwahre (unadäquate) Darstellungen Gottes, der Engel, der Menschen, der Welt bildlich bejaht“! Man kann nun nicht einwenden, wenn aber der Beter es noch richtig meint, wenn er dennoch die rechte Absicht zum Beten hat, dann kann das doch nicht schlecht sein? Nein, die richtige Absicht beim Beten vor einem solchen gotteslästerlichen Bild zu haben ist unmöglich, weil „ein solches Bild …objektiv, bezogen auf das Sein, Verkehrung der Seinsordnung, Lüge ist — wie denn der diaboles (der Durcheinanderwerfer) ‚Vater der Lüge‘ ist“. Wer also ein solches „Kunstwerk“ als Kunst, kirchliche Kunst akzeptiert, der wird damit selbst zum Lügner, wobei er sich selbst und andere belügt. Denn vor einem Götzenbild kann man den wahren Gott nicht anbeten! Und wie viele solcher Götzenbilder entweihen heute die ehemals katholischen Kirchen.

Dabei geht es inzwischen in manchen Fällen nicht mehr nur um einzelne Kunstwerke, es gibt inzwischen viele moderne Kulträume, die von ihrem ganzen Konzept her antichristlich, als dämonisch gestaltet worden sind. Don Liugi Villa hat in seiner Zeitschrift „Chiesa viva” auf zwei neu gebaute Kulträume aufmerksam gemacht, welche dem unwissenden Gläubigen der Menschenmachwerkskirche als katholische Gotteshäuser verkauft werden. In der Broschüre Wer ist Don Luigi Villa? werden diese beiden Satanstempel gezeigt und besprochen. Auf Seite 44 der Broschüre findet sich der Hinweis auf das „Sonderheft der ‚Chiesaviva‘ Nr. 381 über den dem Heiligen Pater Pio gewidmeten Satanstempel von San Giovanni Rotondo, erschien am 20. Februar 2006. Die geheime Bedeutung der Symbole, die dieser ‚neuen Kirche‘ überall aufgeprägt sind, ist die Verherrlichung der Freimaurerei und ihres ‚Gottes‘ Luzifer, mit schrecklichen Beleidigungen unseres Herrn Jesus Christus und der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Die freimaurerische Symbolik des Tabernakels drückt die Ersetzung von ‚Christus, dem Erlöser‘ durch ‚Luzifer, den Erlöser‘ des Menschen aus, während die Symbolik auf dem steinernen Kreuz die Ersetzung von ‚Christus, König des Universums‘ durch ‚Luzifer, König des Universums‘ ausdrückt. Aber die schlimmste Beleidigung ist gegen die Allerheiligste Dreifaltigkeit gerichtet, die vertrieben und durch die blasphemische und satanische ‚Dreifache Dreifaltigkeit‘ der Freimaurer ersetzt wurde.“ Ein kurzer Bericht über die Errichtung dieser Kirche findet sich sodann auf S. 48ff derselben Broschüre. Außerdem wird auch noch über den Freimaurer-Satanstempel von Padergnone (Brescia) auf S. 54ff berichtet.

Manchem Leser wird das Berichtete womöglich unwahrscheinlich erscheinen – denn man möchte sich immer noch nicht eingestehen, was seit dem 2. Vatikanum wirklich in Rom geschehen ist. Aber jeder, der gelernt hat, die prophetische Sprache der Kunst zu lesen, kann dem Gesagten nur zustimmen: Diese Kulträume haben mit einer katholischen Kirche nichts mehr zu tun, sie sind Satanstempel! Wir wollen hierzu nochmals an das erinnern, was die österreichische Bischofskonferenz schon 1932 über die moderne Kunst sagte: „… sie ist vielfach profan, da sie in Grundriß, Aufbau, Stil und Linienführung die Grundsätze und Grundformen der profanen Kunst einfachhin und wahllos auf das sakrale Gebiet überträgt, den übernatürlichen und heiligen Charakter der dargestellten Personen und Tatsachen verkennt und die erhebende und verklärende religiöse Weihe vermissen läßt durch ihre Gleichstellung mit Typen des nüchternen, profanen Alltagslebens; sie wird dadurch nicht selten irreligiös, um nicht zu sagen blasphemisch, da sie die heiligsten Personen und Vorgänge in unheiliger Weise verzerrt, die religiösen Gefühle der Kirche und der Gläubigen pietätlos beleidigt und das Heiligtum entweiht.“

Es ist schon wahr, der Schritt vom Irreligiösen der modernen Kunst zum Blasphemischen ist letztlich nur verschwindend klein. Wer es darum versäumt, die geistigen Grundlagen der wahren Kirchenkunst zu studieren, der wird sich sicher in die Irre führen lassen – denn schließlich akzeptiert heute fast alle Welt diese ihrem Wesen nach gottlose und damit antichristliche „Kunst“ und huldigt ihr rückhaltlos. Warum sollte es in der modernen Menschenmachwerkskirche anders sein, wie sollte es in dieser noch möglich sein, sich gegen die zurückkehrenden Dämonen zur Wehr zu setzen, wenn die meisten gar nicht mehr an die Existenz des Teufels glauben?

Wie unglaublich gefährlich es ist, sich auf diese antichristliche „Kunst“ einzulassen, zeigen die Bilder auf der spanischen Internetseite AMOR DE LA VERDAD, die den „Kirchen“-Neubau der FSSPX in Madrid zeigen. Die Verantwortlichen für diesen „Kirchen“-Neubau (in Madrid und Menzingen, denn dieser Bau wurde von Menzingen aus abgesegnet und mitfinanziert) haben einen Architekten beauftragt, der, so kann man nachlesen, bisher damit aufgefallen war, daß er Nachtclubs baute. Da würde man doch meinen, eine solche Auszeichnung ließe jeden Kirchenmann sofort von diesem Mann Abstand nehmen, was offensichtlich nicht mehr für die FSSPX gilt. Die Verantwortlichen dieser sich traditionell nennenden Gruppe lassen sich vielmehr von diesem Mann eine „Kirche“ planen und bauen, die einem Katholiken einfach die Sprache verschlägt.

Schon die Außenfassade hat mit einem katholischen Kirchengebäude rein gar nichts mehr zu tun. Es fehlen alle kirchentypischen Merkmale und Erkennungszeichen, dafür aber fällt die Ähnlichkeit mit den vom Architekten sonst gebauten Nachtclubs umso mehr auf – und dazu noch das „Branding“ der vorderen Fassade durch das Pius-Logo. Dieses Pius-Branding scheint inzwischen wichtiger zu sein als alle noch so geringen katholischen Besonderheiten, die man doch bei einem Kirchengebäude erwarten würde und dürfte.

Direkt ins Auge stechend ist die Figur, die sich im Giebel der Vorderseite des Gebäudes, eingerahmt durch ein Baustahlträgerdreieck, findet. Die spanische Internetseite bringt zum Vergleich zwei moderne Kreuzesdarstellungen, die ebenfalls im Schrottstil ausgeführt sind, also aus Stahlschrotteilen zusammengeschweißt wurden. Das ist eindeutig der Kult des Häßlichen!

Die auf dem Piusbau thronende, wohl als Mariendarstellung gedachte, Figur fällt nicht allein durch ihre Häßlichkeit auf, sie zeigt auch in der katholischen Ikonographie ganz fremde Details. Zum einen hat die Figur einen Kreuzstab in der Hand, mit welchen sie nach dem Drachen stößt, zum anderen sieht man zu „Füßen“ der Figur ein Ei. Soll die Darstellung mit dem Kreuzstab eine Symbiose vom Hl. Erzengel Michael und der Gottesmutter Maria suggerieren? Das Ei ist ein heidnisches Fruchtbarkeitssymbol, das zwar als Osterei in die außerliturgische, weltliche Feier des Osterfestes Einlaß fand, aber niemals in katholische Heiligendarstellungen. Es ist zu vermuten, daß ein Kenner noch weitere Hinweise auf okkulte Symbole in der Skulptur finden würde. Erwägt man alles zusammen, so kann man nur zu dem Urteil kommen, eine solche Darstellung ist eine öffentliche Verhöhnung der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, denn die Skulptur trägt klare dämonische Züge.

Auf der brasilianischen Internetseite Nossa Senhora De Aparecida sind auch Bilder vom Innenraum des Gebäudes zu sehen. Wie nicht anders zu erwarten, erinnert der Innenraum an all jene Kirchen, die unmittelbar vor dem 2. Vatikanum gebaut wurden und sozusagen nur noch auf die sog. Neue Messe warteten. Alles ist so kahl wie möglich gehalten, nur vorne seht vereinsamt ein Altar, der schon so platziert ist, daß er auch „im Notfall“ umgangen werden kann. Der „Notfall“ wäre dann eine Zelebration der sog. Neuen Messe zum Volk hin. Merkwürdig erscheint noch der Altarhintergrund. Dieser besteht offenbar aus einem durchscheinenden Vorhang, der an ähnlich durchscheinende Kleidung gewisser Damen in gewissen Etablissements erinnert. Auch die auf dem Vorhang abgebildete Frauendarstellung ist, soweit uns bekannt, keiner katholischen Heiligen zuzuordnen und auch als Allegorie recht vieldeutig.

Man kann nur zusammenfassend feststellen: Dieses Gebäude in Madrid, in dem die FSSPX-Priester bedenkenlos ihr hl. Meßopfer feiern, ist ein unübersehbares Zeichen für den geistigen Zustand dieser Gemeinschaft. Schon völlig vom Modernismus verseucht, hechelt man dem modernen Zeitgeist hinterher, was inzwischen so weit geht, daß man selbst vor einer Blasphemie nicht zurückschreckt, da man sogar die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria in dämonischer Weise verhöhnen läßt. Damit ist eines ganz sicher, alle Bastionen sind geschliffen, die FSSPX ist schon lange überreif zur feindlichen (oder eher freundlichen?) Übernahme durch die antichristliche Menschenmachwerkskirche. Diese überreife faule Frucht wird dem Herrn Bergoglio sicherlich bald in den Schoß fallen.

Wie wir gesehen haben, ist es durchaus wert, in dieser prophetenlosen Zeit auf die Kunst als Prophetin zu achten. Man muß eigentlich nur hinschauen, dann kann man es sehen, welchen Geistes Kind die Macher der Kunst sind. Und wenn man sie anschaut, all diese neuen, modernen, dem Zeitgeist huldigenden Kultbauten, dann wird man an die Israeliten erinnert, von denen es nach ihrer Rückkehr von der babylonischen Gefangenschaft heißt: „Vielen aber von den Priestern und Leviten und von den Familienhäuptern und von den Greisen, die noch das frühere Haus des Herrn gesehen hatten, erschien das Haus des Herrn fremd. Und sie weinten laut“ (Esd. 3,12). Ja, so ist es! – „Und sie weinten laut.“