Christliches Abendland

von antimodernist2014

Es ist schon eine ganz auffallende Form von Geistlosigkeit, in welche der kapitalistische Westen in den letzten Jahrzehnten abgedriftet ist. Ein wesentlicher Grund für diesen rasanten Zerfall ist die auf dem „2. Vatikanum“ neu geschaffene Menschenmachwerkskirche, die keinerlei übernatürliches Leben mehr vermitteln kann, weil sie dieses nicht mehr besitzt. Sobald man diesen Tatbestand ernst nimmt, verwundert es einen auch nicht mehr, daß mit der feindlichen Übernahme der ehemals kirchlichen Strukturen jegliche christliche Identität verloren gegangen und alles im Chaos versunken ist. Das „neue Christentum“ ist ein sog. „dogmenfreies Christentum“, was bekanntlich ein quadratischer Kreis ist, ein Widerspruch in sich, wie eigentlich jeder wahre Christ zwingend einsehen müßte. Ein „dogmenfreies Christentum“ ist nämlich ein „Christentum“, das keine verbindliche Lehre mehr hat. Und ein solches „Christentum“ soll die Schöpfung desjenigen sein, der gesagt hat: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als durch mich“ (Joh 14,6), und zudem: „Geht hin in alle Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Folgende Zeichen werden denen, die geglaubt haben, folgen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Sprachen reden, Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Todbringendes trinken, wird es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden“ (Mk. 16,15-18)?

Die verlorengegangene Identität der Christen zeigt sich in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Zur Zeit wird sie besonders greifbar in der Auseinandersetzung mit Fragen, welche durch den massenweisen Zustrom von Menschen aus dem arabischen und afrikanischen Raum aufgeworfen werden. Erst vor kurzem meinte sich ein sog. Theologe der Menschenmachwerkskirche, Manfred Becker-Huberti, dazu äußern zu müssen, indem er einfach dreist behauptete: „Wohl nur wenige Begriffe sind derartig frömmelnd, unpräzise und emotionsbeladen wie der des christlichen Abendlandes.… Heute wird der Begriff des christlichen Abendlandes von National-Konservativen und Rechtsextremen benutzt, die behaupten, dieses Abendland müsse sich gegen eine drohende Islamisierung verteidigen. Diese Leute wollen nicht nur etwas verteidigen, was es so in der Form nie gegeben hat, sondern sie haben auch mit der Christlichkeit dieses Abendlandes gar nichts zu tun. Für etwas anderes als Abgrenzung taugt der Begriff ‚christliches Abendland‘ nicht, er ist ein Kampf- und Ausgrenzungsbegriff, eine völlig unfundierte Fiktion. Er wird zu Manipulationen benutzt, jetzt auch von der Pegida-Bewegung, die ihre politischen Ziele mit Leidenschaftlichkeit vernebeln.“ Dies, und natürlich noch viel mehr, war in der FAZ, der Welt und jüngst sogar auf katholisch.de zu lesen. Wir wollen auf diese befremdenden Ansichten eines „Theologen“ der Menschenmachwerkskirche hier gar nicht weiter eingehen, sondern diesen Ansichten einfach nur etwas ältere Einsichten entgegenstellen, Einsichten, die noch aus einer zweifelsohne katholischen Zeit stammen, wodurch sich zudem sogleich zeigen wird, daß dieser Herr solches nur Leuten sagen kann, die jegliches geschichtliches Wissen verloren haben. Es ist ja immerhin als erstaunlich festzuhalten, daß solcherart Behauptungen nicht ein allgemeines schallendes Gelächter auslösen, sondern inzwischen selbst von einer Zeitung wie der FAZ veröffentlicht werden, der man vor noch nicht allzu langer Zeit noch die Fähigkeit zutraute, auch einmal etwas Vernünftiges zu schreiben. Von Medien der Menschenmachwerkskirche ist das natürlich schon lange nicht mehr zu erwarten.

In dem Jahre 1954, also noch zu Lebzeiten Pius‘ XII. herausgegebenen Buch „Die katholische Kirche, die Führerin der Menschheit“ von Dr. Hans Rost, St. Josefs-Verlag, Augsburg 1954, ist im Vorwort zu lesen: „Der Katholik, der seine Kirche liebt und nach ihren Weisungen und Gesetzen lebt, muß auch an ihrem geschichtlichen Werdegang teilnehmen und sich über ihre Kämpfe, Leiden und Siege freuen und das Reich Christi auf Erden mitverwirklichen helfen. Die Leser finden daher in diesem Buche reichhaltige Materialien über die ganze Kirchengeschichte von den ersten Zeiten bis in die Gegenwart. Der im Alltag lebende Katholik braucht viel Aufklärung, um Angriffe abzuschlagen und die Wahrheit und Schönheit selbst erleben und verteidigen zu können. Wenn unser Buch aussagt, daß die katholische Kirche die Führerin der Menschheit ist, so stimmt das mit dem Auftrag Christi überein. Wenn die Kirche auch bittere Zeiten und harte Erschütterungen von Seiten eigener, führender Persönlichkeiten erlebt hat, die eben auch menschlichen Schwächen und Unvollkommenheiten unterworfen sind, so ist unser Buch ein trefflicher Beweis dafür, daß die katholische Kirche in staunenswerter Sieghaftigkeit über die Erde dahinschreitet und daß sie in höchster Kraftentfaltung gegen die Satanokratie unserer Tage auftritt. Erleben wir doch in unserem gegenwärtigen Heiligen Vater Papst Pius XII. einen der allergrößten Päpste der Weltgeschichte, der die Kirche als größte Friedens- und Ordnungsmacht verkörpert und mit glänzenden Gaben des Herzens und Geistes die ganze Menschheit auf das einzige Heil hinlenkt, das da ist: Jesus Christus!“

Man kann heute, 51 Jahre nach dem vatikanischen Räuberkonzil und der damit verbundenen Vertreibung des wahren Katholiken in die Katakombenkirche, nur staunen über solch begeisterte Worte. Damals war der Blick für denjenigen, der zum Papst aufschaute, noch ungetrübt und die beeindruckende geistige und moralische Größe der Kirche Jesu Christi allen offenbar. Da kann man mit gutem Grund gespannt darauf sein, was uns der Autor solcher Zeilen über das Christliche Abendland zu sagen weiß – uns, die wir in jener Zeit leben müssen, in der die Satanokratie unserer Tage die Oberhand gewonnen hat und inzwischen fast das ganze gesellschaftliche Leben prägt?

Das christliche Abendland

Die größte und bedeutsamste Ordnungsmacht des Mittelalters aber ist das Heilige Römische Reich mit seiner Harmonie zwischen den beiden höchsten Gewalten, ein Herrschaftsgebilde von einmaliger Größe. Beide Gewalten, nicht nur die päpstliche, auch die kaiserliche, trugen sakralen Charakter, was der Autorität höchste Kraft verlieh. Wenn auch Spannungen und Reibungen nicht vermieden werden konnten, so wurden die gegenseitigen Machtbefugnisse doch zumeist vor Überschreitungen gewahrt, indem die Kirche ihren sittlich-religiösen Einfluß auf die Staatsgewalt auszuüben vermochte. Für das Volk der Deutschen bedeutete diese Gestaltung den großen Vorrang, daß der deutsche König als der Kaiser der Christenheit über allen anderen Königen stand, so daß eine europäische Staatenordnung von völkerverbindender Einheit entstand, ohne daß die Souveränität der anderen Länder dadurch zu leiden hätte. Das war nur möglich auf dem Grundsatz der Bindung aus der christlichen Weltansicht heraus. Die Folge war ein auf religiöser Grundlage, im Geiste der Völkerversöhnung und der christlichen Weltordnung beruhendes Reich, das im 13. Jahrhundert „vom Finnischen Meerbusen bis an die Mündung der Rhone, von der Eider bis zu den Grenzen des Kirchenstaates, von der Scheidemündung und dem Oberlauf der Maas bis an die March, die Raab und den Meerbusen von Fiume sich erstreckt hat. Ohne die Kaiserkrone wäre das nicht geworden.“ Das war das christliche Abendland, das viele Jahrhunderte hindurch die geistige und kulturelle Einheit der Völker Europas bildete und seine segensreiche Wirksamkeit bis in unsere Tage hinein entfaltete. Das war das Werk der Bindung, das die Geister der Lösung nun auch in der äußeren Form zertrümmert haben und nach dem jetzt die größten Geister der Zeit in der Form der „Vereinigten Völker Europas“ wieder verlangen.

Die mittelalterliche Weltordnung mit dem Grundsatz der Bindung an die Autoritäten des Papsttums und des Kaisertums hatte die gegenseitige Abgrenzung der Gewalten, die gegenseitige Kontrolle zur glücklichen Folge. Wir sind heute in der Lage, die ungeheure Bedeutung zu ermessen, die in dieser gegenseitigen Bindung bestand. Jacob Burckhardt bezeichnet es als erfreulich, „daß durch das Nebeneinander von Kaisertum und Papsttum im Abendlande, die Identifikation, die Gleichschaltung von Religion und Staat glücklich vermieden wurde“. Und er nennt es „eine Gewährleistung von Freiheit“, daß es im abendländischen Mittelalter keine oströmische und keine neuzeitliche Allmacht nur einer Macht gab. Die spätere Ausgestaltung zum Staatskirchentum, auf die wir noch zu sprechen kommen, ist mit dem abendländisch-christlichen Gedanken des Mittelalters nicht zu vereinen. Und unter diesem Gesichtspunkt hat der Philosoph Friedrich Paulsen es geradezu begrüßt, daß die Reformation nur die Hälfte des deutschen Sprachgebietes für sich gewann, indes die andere Hälfte katholisch blieb. So sei es wenigstens nicht zu einer vom Staat beherrschten deutschen Nationalkirche, zu einer Reichskirche gekommen. Die Kirche habe sich nur im Gebiete der Reformation und der griechischen Orthodoxie zu einer Kultur- und Polizeieinrichtung des Staates herabwürdigen lassen.

Der Universalismus des Abendlandes

Der Universalismus des Abendlandes war nur durch den Grundsatz der Bindung möglich. Diese Bindung wurde von der Kirche vorgezeichnet und aufrechterhalten und vom Staate, von den Kaisern anerkannt. Dadurch wurden alle Versuchungen zur Allgewalt des Staates mit allen ihren Möglichkeiten der Willkür und der frevelhaften Ausschreitungen glücklich unterbunden. Die Geschicke der europäischen Völker waren der geistigen Führung des Papsttums mit seiner göttlichen Autorität anheimgegeben. Hätte diese gegenseitige glückhafte Verbundenheit von Staat und Kirche, von Kaisertum und Papsttum Bestand gehabt, wäre damit auch die Glaubensspaltung und die Entwicklung zum Staatskirchentum vermieden worden, so hätte — dies dürfen wir kühnlich behaupten — die Geschichte des Abendlandes einen Verlauf genommen, dessen Ergebnis nicht der europäische Friedhof von heute wäre. Wir wissen wohl, daß eine Betrachtung weltgeschichtlicher Vorgänge mit ihren nachträglichen Erwägungen nur den Reiz einer geschichtsphilosophischen Spekulation besitzt. Aber im Lichte des Auftrags Christi an die katholische Kirche zur Führung der Menschheit gewinnt eine solche Betrachtungsweise noch eine ernste Bedeutung.

(Dr. Hans Rost, „Die katholische Kirche, die Führerin der Menschheit“, St. Josefs-Verlag, Augsburg 1954, S. 65f))

Das christliche Abendland ist eine geschichtliche und somit jedem offenbare Tatsache. Wer auch nur eine rudimentäre Kenntnis der europäischen Geschichte besitzt, kann nicht leugnen, daß der europäische Staatenbund bis zur Neuzeit hinein nur möglich war „auf dem Grundsatz der Bindung aus der christlichen Weltansicht heraus.“ Das Völkervereinende war zunächst der gemeinsame christliche Glaube, der die treibende sittliche Kraft war zur Bildung einer christlichen Welt, wie Dr. Hans Rost in seinem Buch ebenfalls darlegt.

Christus in der Weltgeschichte

Wir glauben an das Eingreifen und Wirken Gottes in den Gang der Weltgeschichte durch Christus und die von ihm gestiftete Kirche. Dieser Glaube bildet den Schlüssel zu so vielen Rätseln der Geschichte. Die Völker der Erde hätten gut daran getan, der Führung durch die Kirche auch in wesentlichen Dingen des Staates sich zuversichtlich hinzugeben. Verfolgen wir kurz die Richtigkeit dieser Behauptung bis zur gegenwärtigen Stunde. Das Christentum hatte im zusammenbrechenden Weltreich und in einem Europa, in dem die tausendjährige Kultur des Altertums in den Barbarenstürmen versank und über das die Nebel der Barbarei hereinbrachen, eine große Aufgabe.

Die Aufgabe, schreibt Degkwitz (S. 174), „in diesen Jahrhunderten des Mordens, Raubens und Zerstörens, in denen der regelmäßige Tod der Schwerttod war, den Barbaren die göttliche Botschaft von der Brüderschaft aller Menschen zu bringen und die Gebote der Achtung des Einzelmenschen als des Ebenbildes Gottes, der Demut, des Verzichtes, der Wohltätigkeit und der Hingabe an das Geistig-Jenseitige in einer Form zu verkünden, die ihnen verständlich war, wurde von der christlichen Kirche gelöst. Sie hat damit das Durcheinander geordnet, die barbarischen Zerstörungstriebe gemildert, den ersten Formen der Menschlichkeit Bahn gebrochen und in dieser Zeit die Grundlagen geschaffen, auf denen sie während der nun vergangenen zwei Jahrtausende Kaiser- und Königreiche, Völker und Rassen, Freunde und Feinde überdauert und das Gefühl der europäischen Menschheit und das europäische Weltbild so innig durchdrungen hat, daß es in Europa wohl zu Revolten, nie aber zu einer ernsthaften Revolution gegen das Christentum gekommen ist.“

Das Heilige Römische Reich

Dieser Aufgabenkreis des ersten germanischen Kaiserreiches fand seine staatliche Verwirklichung und seine politische Gestalt im „Heiligen Römischen Reich .“ Wie die katholische Kirche eine Universalkirche ist, so war dieses Kaisertum der Idee nach und in praktischer Verwirklichung allumfassend. Universal in dem Sinne, daß die Menschen dieses Reiches von Jenseits- und Ewigkeitsgedanken erfüllt waren. Aus diesem Grunde sollte auch das von der Kirche erfüllte und geweihte Reich der Träger des hohen Gedankens der Verwirklichung der sittlich-religiösen Weltordnung sein. Gegenüber der gewaltigen Universalidee eines glücklichen und befriedigenden Zusammenarbeitens von Staat und Kirche blieb der Nationalgedanke im Hintergrund. Im Vordergrund und als leitender Gedanke stand das Recht und nicht die Macht. Das Bewußtsein und das Gefühl der Zusammengehörigkeit ergab sich aus der Verpflichtung, das Reich Gottes auf Erden zu formen und sichtbar werden zu lassen. Der Kaiser lebte und wirkte im Auftrag Gottes. Die Kirche als Vertreterin einer geistigen höheren Stelle erfüllte mit ihrem Geiste das Reich, den Kaiser, die Stände, die Fürsten, die Geistlichen, die Städte, die Bürger, den Adel, die Bauern, die Handwerker. Dadurch kam eine Einheit zustande, die den Kern des Heiligen Römischen Reiches ausmachte und den christlichen abendländischen Gedanken jahrhundertelang in Europa aufrecht hielt. Das gegenseitige Verhältnis zwischen Staat und Kirche brachte als segensreichste Wirkung, daß trotz mannigfacher Reibungen und Versündigungen die Träger des Reichsgedankens sich von der Bindung durch die katholische Kirche, von dem Geiste der Versöhnlichkeit, des Friedens unter den einzelnen Nationen durchdrungen fühlten. Wie diese Einheit des Geistes sich z. B. auf dem Gebiete der völkerverbindenden Macht der Wissenschaft ausgewirkt hat, hat bei der Feier der Heiligsprechung Alberts des Großen und seiner Erhebung zum Kirchenlehrer an der Universität Paris im Jahre 1933 der große katholische französische Philosoph E. Gilson (Die Furche, 9. Febr. 1946) mit denkwürdigen Worten ausgesprochen: „Erst wenn wir wieder einmal so weit sind wie das unsterbliche 13. Jahrhundert, wird es im Abendland wieder eine Kultur geben; wenn wieder ein Italiener wie Thomas von Aquino in Paris und Köln lehren kann, wenn ein Deutscher wie Albertus von Franzosen verstanden wird und ein Engländer wie Duns Scotus mitten in seiner Forschung in Köln stirbt.“

Das Christentum, das die Unsterblichkeit der menschlichen Seele lehrt, mußte in diesem Heiligen Römischen Reiche dem Einzelmenschen gegenüber der Masse höchste Bewertung einräumen. „Diese für das Germanentum charakteristische Anerkennung und Achtung des Einzelmenschen und der Einzelpersönlichkeit“, schreibt Degkwitz, „beruhte auf der christlichen Lehre, daß der Mensch das Ebenbild Gottes ist und daß ihm als solchen unveräußerliche und unabdingbare Rechte zu eigen sind, über die sich weder der Einzelne noch der Staat hinwegsetzen darf. Der christlich germanische Staat leitete infolgedessen seine Rechte von diesen, seinen Bürgern angeborenen Naturrechten ab und betrachtete sie als oberstes Gesetz. Seine Hauptaufgabe war, diese Rechte zu schützen und zu bewahren. Der Staat setzte also nicht seinen Untertanen, sondern die Bürger dem Staate das Recht… In ihm war kein Raum für die Vergötzung des Staates. Es war kein Erobererstaat und auf zwischenstaatlichem Gebiete strebte er nicht nach dem Faustrechte, sondern nach einer christlichen Rechtsordnung zwischen den Völkern.“ In dem Heiligen Römischen Reich war kein Platz für Staatsabsolutismus, Staatsallgewalt, Staatsvergottung, für Zusammenfassung aller Machtbefugnisse in einer einzelnen Persönlichkeit, für extremen Nationalismus, für Staatskirchentum. Das Heilige Römische Reich war kein brutaler Staatsleviathan, sondern ein Reich mit dem Grundgedanken, ein Gottesreich auf Erden zu schaffen auf dem Fundament der durch das Christentum gewährleisteten Einheit und Friedenskraft.

Die europäische Völkerfamilie

Dieses Heilige Römische Reich, das sechs Jahrhunderte hindurch eine im katholischen Glauben und in katholischer Höhenkultur geeinte, europäische Völkerfamilie gewesen ist, war dem deutschen Volke als das größte politische Geschenk des Himmels zuteil geworden. „Die ganze Weltgeschichte“, schreibt Konstantin Frantz, „hat keine politische Konzeption aufzuweisen, die sich an Tiefe und Großartigkeit, wie an Würde und Schönheit mit dem alten Heiligen Römischen Reiche vergleichen ließe.“ Die Existenzmöglichkeit dieses Reiches war nur gegeben auf der Grundlage des abendländischen christlichen Geistes in der Bindung an die staatsethischen und staatsphilosophischen Grundsätze der katholischen Kirche. …

(Dr. Hans Rost, „Die katholische Kirche, die Führerin der Menschheit“, St. Josefs-Verlag, Augsburg 1954, S. 228ff)