Die Vision Papst Leos XIII.

von antimodernist2014

Leo XIII. geht sodann auf die Kriegslist des Teufels ein, um den ihm anvertrauten Seelen zu zeigen, wie der Teufel Zeit und Macht gebrauchen wird. Das erste, was jeder Katholik nüchtern erwägen muß, Satan tritt als „Engel des Lichts verwandelt“ auf, „und getarnt schweift er mit einer Vielzahl böser Geister in Raubzügen auf der Erde umher, um hier den Namen Gottes und seines Gesalbten auszumerzen und sich der Seelen zu bemächtigen, die für die Krone ewigen Ruhms bestimmt waren, um sie umzubringen und dem ewigen Untergang zu weihen“.

Der Teufel zeigt sich natürlich nicht als Teufel in der Welt, sondern als Lichtengel, d.h. er führt in Versuchung unter dem Schein des Guten. Das ganze System des Modernismus hat den Schein des Guten, es verspricht den Frieden in der Welt, Freiheit für die Menschen und Wohlergehen für die Völker. Alles freilich um einen teuren Preis, nämlich den Preis, „den Namen Gottes und seines Gesalbten auszumerzen“. Der erste Angriff gilt also dem Glauben an den wahren Gott und unseren Erlöser Jesus Christus.

Damit dies umso leichter gelingen kann, muß man die Sitten der Menschen verderben, man muß diese an die Sünde gewöhnen. „Wie Abwasser gießt der feindselige Drache das Gift seiner Bosheit auf Menschen, deren Geist und Herzen er verführt und verdorben hat: Den Geist der Lüge, der Ehrfurchtslosigkeit und Gotteslästerung; den todbringenden Hauch der Ausschweifung und aller Laster und Gemeinheit.“

Je lasterhafter der Mensch ist, je mehr er darin gefangen ist, desto leichter ist er vom Teufel zu lenken. Wie eine Flut haben sich in den letzten Jahrzehnten Lüge, Ehrfurchtslosigkeit, Gotteslästerung, Ausschweifung und Laster aller Art und jegliche Gemeinheit über die Völker ergossen.

Bei aller Umtriebigkeit weiß der Teufel immer ganz genau, wer sein eigentlicher Feind ist: die katholische Kirche. Darum rekrutiert er seine Handlanger, die seine Pläne zur Zerstörung der Kirche ausführen. In der Enzyklika von Papst Leo XIII., „Humanum genus“, vom 20. April 1884 heißt es: „Neben dem Reich Gottes auf Erden, der wahren Kirche Christi, gibt es noch ein anderes Reich, das des Satans, unter dessen Herrschaft alle stehen, die dem ewigen göttlichen Gesetz den Gehorsam verweigern […]. In unseren Tagen scheinen alle diejenigen, die dieser zweiten Fahne folgen, miteinander verschworen zu sein in einem überaus erbitterten Kampf unter der Leitung und Hilfe des Bundes der sogenannten Freimaurer.“

Was aber planen diese Feinde? Leo XIII. läßt keine Zweifel aufkommen: „Die überaus durchtriebenen Feinde erfüllen die Kirche, die Braut des unbefleckten Lammes, mit Galle und Bitterkeit und berauschen sie mit Wermut. Ihre frevlerischen Hände haben sie an die heiligsten Schätze gelegt. Selbst am heiligen Ort, wo der Sitz des heiligen Petrus und der Lehrstuhl der Wahrheit zur Erleuchtung der Völker errichtet ist, haben sie den Thron ihrer abscheulichen Gottlosigkeit aufgestellt, voller Heimtücke, damit, nachdem der Hirt geschlagen ist, sie auch die Herde zerstreuen können.“

Das eigentliche Bollwerk der Kirche gegen alle Anfeindungen des Teufels ist der Papst, der unfehlbare Lehrer und Leiter der Kirche, wenn es um den Glauben, die Sitte und die Disziplin der Kirche geht. Inmitten der Kirche wollen die Feinde – und zwar dort, „wo der Sitz des heiligen Petrus und der Lehrstuhl der Wahrheit zur Erleuchtung der Völker errichtet ist – den Thron ihrer abscheulichen Gottlosigkeit errichten, damit, nachdem der Hirt geschlagen ist, sie auch die Herde zerstreuen können“. Das Ziel ist somit die feindliche Übernahme des Stuhles Petri, damit die Katholiken meinen, immer noch Petrus zu folgen, in Wirklichkeit aber dem Teufel nachlaufen. Kann man sich einen raffinierteren Plan ausdenken? Sicher nicht!

Schauen wir nun ein wenig darauf, was seit dem Jahr 1884 alles geschehen ist. Das erste erwähnenswerte Jahr ist 1903, am 20. Juli war Leo XIII. im hohen Alter von 93 Jahren gestorben. Der aussichtsreichste Kandidat für die Papstwahl war Mariano Rampolla del Tindaro. In den ersten beiden Wahlgängen am 1. August erhielt Rampolla mit Abstand die meisten Stimmen, aber nicht die zur Wahl notwendige Zweidrittelmehrheit.

Als sich am folgenden Tag, einem Sonntag, das Kardinalskollegium erneut versammelte, passierte etwas Unerwartetes. Während die Kardinäle bereits mit dem Ausfüllen der Stimmzettel beschäftigt waren, erhob sich plötzlich der Bischof von Krakau, Kardinal Jan Puzyna de Kozielsko und ergriff das Wort und verlas den lateinischen Text des „Vetos“, mit dem der Kämmerer ersucht wird, „zu Ihrer eigenen Information davon Kenntnis zu nehmen und bekanntzugeben und auf offiziöse Weise zu erklären, im Namen und mit Autorität Seiner apostolischen Majestät Franz Joseph, Kaiser von Österreich und König von Ungarn, daß Seine Majestät von einem alten Recht und Privileg Gebrauch machen möchte und das Ausschlußveto gegen den eminentesten Herrn Kardinal Mariano Rampolla del Tindaro aussprechen möchte“. Unter den Kardinälen herrschte heller Aufruhr und Empörung. Manche riefen Puzyna entrüstet zu: „Pudeatte! Pudeatte! – Schäm Dich! Schäm Dich!“

Wie wir wissen, ist schließlich nicht Mariano Rampolla del Tindaro, sondern Kardinal Giuseppe Sarto, Patriarch von Venedig, als Papst aus diesem Konklave hervorgegangen. Im siebten Wahlgang am vierten Tag des Konklaves erhielt er eine deutliche Mehrheit von 50 Stimmen, wohingegen Rampolla nur noch 10 erhielt. Weißer Rauch stieg aus der Sixtinischen Kapelle auf und am 4. August 1903 um 11:45 Uhr wurde das „Habemus papam“ verkündet. Damit war 19 Jahre nach der Vision Leo XIII. und kurz nach seinem Tod der erste Frontalangriff der Feinde auf den Stuhl Petri abgewehrt worden. Kardinal Rampolla, der unter Leo XIII. Staatssekretär geworden war, war nämlich ein hoher Eingeweihter der Freimauerei. Als solcher nahm er seine geheimen Instruktionen entgegen, die er dann bei der Leitung der Kirche ausführte.

„Während seiner Ferien in der Schweiz besuchte Rampolla jeden Samstag eine Hinterloge unweit der Abtei Einsiedeln sowie alle vierzehn Tage die Loge von Zürich, um dort die Anweisungen der Geheimen Macht zu empfangen: die Entwaffnung der Katholiken Frankreichs durch ihren Anschluß an die freimaurerische Republik sowie die Gründung einer Hinterloge innerhalb der Kirche, aus der hohe Würdenträger der Kurie (wie die Kardinäle Ferrata, Gasparri, Ceretti, Bea etc.) hervorgehen sollten.
Die Züricher Loge war Bestandteil des O.T.O (Ordo templi orientis- Orden des östlichen Tempels), dem Kardinal Rampolla selbst angehörte. Er hatte es geschafft, bis in die höchsten Grade der luziferischen Kulte vorzurücken, nämlich den achten und den neunten Grad des O.T.O. Nur wer diesen Graden angehört, darf sich an den allgemeinen nationalen Großmeister sowie an den obersten Chef des Ordens wenden, der die Bezeichnung „Brother superior“ [„Bruder Oberer“] oder O.H.O („Outer head of the order“- [„Äußeres Oberhaupt des Ordens“]) trägt.
Bezeichnenderweise war der Ordo Templi Orientis von Aleister Crowley gründet worden, der als größter Satanist der Moderne gilt und den Spitznamen „der Cagliostro der gegenwärtigen Freimaurerei“ erhalten hat. Crowley, Sohn eines britischen Reeders, wurde in England in die Loge aufgenommen und erreichte während einer Mexikoreise den 33. Grad. Er wurde aus allen möglichen Ländern ausgewiesen und starb 1947…
Msgr. Jouin, Gründer und Herausgeber der „Revue Internationale des Sociétés Secrètes“ (R.I.S.S.) [„Internationale Zeitschrift für Geheimgesellschaften“], der die Beweise für die Logenmitgliedschaft Kardinal Rampollas in den Händen hatte, beauftragte seinen Chefredakteur, den Marquis de la Franquerie, damit, sie den französischen Kardinälen und Bischöfen vorzulegen.
Félix Lacointa, Herausgeber der Zeitschrift „Le Bloc Anti-révolutionnaire“ [„Der gegenrevolutionäre Block“] (ehemaliger Katholischer Block), bezeugte seinerseits im Jahre 1929: „Im Verlauf unserer letzten Unterredung [mit Msgr. Marty, dem Bischof von Montauban], bei der wir ihn über die unlängst gemachten Entdeckungen unterrichteten und dabei auch auf Kardinal Rampolla del Tindaro zu sprechen kamen, berichtete dieser lebhaft, er sei anläßlich seines Ad-limina-Besuchs in Rom einige Zeit nach dem Tod des ehemaligen Staatssekretärs Leos XIII. zu einem Kardinal (Merry del Val, Staatssekretär des heiligen Pius X.) bestellt worden … Dieser habe ihm mit zahlreichen Einzelheiten geschildert, wie man nach dem Tode Kardinal Rampollas in seinen Papieren den formellen Beweis für seinen Verrat gefunden habe. Diese belastenden Dokumente wurden Pius X. vorgelegt. Den heiligen Papst traf dies wie ein Keulenschlag, doch da er den Namen des abtrünnigen Prälaten vor der Schande bewahren und einen Skandal vermeiden wollte, sagte er tiefbewegt: ‚Der Unglückliche! Verbrennt das!‘ Und die Papiere wurden in seiner Gegenwart ins Feuer geworfen“ (Virebeau, „Prélats et francs-macons“ [„Prälaten und Freimaurer“], Paris 1978, S. 28)…
Es wäre den Freimaurern also um ein Haar geglückt, bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts „ihren Papst“ in Gestalt des Kardinals Rampolla del Tindaro an die Spitze der Kirche zu bringen. Nach seiner Wahl verlangte Pius X. zur Verhütung der feindlichen Infiltration in den Klerus von jedem Priester zum Zeitpunkt seiner Weihe die Ablegung des Antimodernisten-Eids.“
(Aus: „Verfinsterung der Kirche“, Pro Fide Catholika, Durach 2004, S. 62 f)

Man kann sich vorstellen, was geschehen wäre, wenn die Feinde das Ziel erreicht hätten. Die geistige Seuche des Modernismus hätte damals schon die Kirche infiziert und jeglichen übernatürlichen Glauben vernichtet. Durch Gottes Beistand – oder etwas genauer gesagt: aufgrund der leoninischen Gebete, die auf der ganzen katholischen Welt nach jeder stillen Messe gebetet wurden, hat Gott noch einmal Erbarmen gehabt und der hl. Erzengel Michael den Feind besiegt.

Im Jahre 1917 feierte die internationale Freimaurerei ihr 200-jähriges Bestehen, denn 1717 wurde in London die erste offizielle Freimaurerloge gegründet – das war 33 Jahre nach der Vision Papst Leos XIII. Maximilian Kolbe war damals Augenzeuge der Zweihundertjahrfeier der Freimaurer auf dem Petersplatz in Rom, wobei diese die Satans-Hymne sangen und die Satans-Standarte schwangen, auf der zu lesen war: „Satan muss im Vatikan regieren, der Papst wird sein Sklave sein.“ Maximilian Kolbe kommentierte die empörenden Vorgänge mit den Worten: „Als in Rom die Freimaurer sich immer gemeiner gebärdeten und unter den Fenstern des Vatikans das Satansbanner entrollten, auf dem in furchtbarer Verzerrung Luzifer den Erzengel Michael zu Boden warf, gemeine Schriften gegen den Hl. Vater verteilten, da kam der Gedanke auf, einen Bund gegen die Freimaurer und andere Teufelsmächte zu gründen.“ Maximilian Kolbe kämpfte fortan als Ritter der Immakulata im Kreuzzug gegen Luzifer, seine Dämonen und deren Diener und Anhänger unter den Menschen. Mit dem sog. Konzil ist dieser Kampf natürlich gestorben, hatten die Feinde doch nun die Schaltstellen selbst in der Hand.

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