Von Jerusalem nach Rom

von antimodernist2014

Wie wir hören, ist diese Meinung der Protestanten absurd, denn das Rom des Papstes und der hl. Kirche ist „die Säule des Glaubens, die Mutter der Frömmigkeit, die Lehrmeisterin der Heiligkeit“. Die Hure Babylon ist somit das genaue Gegenteil; was aber bedeutet es, wenn gesagt wird, daß Rom sich vom Papst und der hl. Kirche abwenden wird?

„Sie wird sich nämlich von einer christlichen wieder zu einer heidnischen wandeln und den christlichen Papst und die ihm anhängenden Gläubigen ausstoßen, verfolgen und töten, wie in Vers 6 gesagt wird. Darum wird sie Hure genannt, wird sie doch, vom Kult aller Götter, von Aberglaube und Lastern durchdrungen, wie eine Hure dasitzen, die sich allen Völkern und allen Göttern der Völker preisgibt. Denn von ihr heißt es zu Recht, daß sie «Babylon die Große, die Mutter der Hurereien und Schändlichkeiten der Erde», daß sie «trunken vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu» sei und daß Gott sie richten und an ihr die Ermordung der Apostel rächen werde, weil sie nämlich am Ende der Welt, wieder heidnisch geworden, die Christenverfolgungen der heidnischen Kaiser nachahmen wird; deshalb wird Gott an ihr sowohl ihren eigenen Unglauben als auch den ihrer antiken Väter strafen.“

Liest man diese Zeilen, muß man doch unwillkürlich an das „moderne Rom“ denken, das Rom nach dem „Konzil“ und die Menschenmachwerkskirche. Insofern man sich an die Bilder des sog. Religionstreffens von Assisi erinnert, kann man diese doch wohl kaum besser kommentieren als mit diesen Worten: „Darum wird sie Hure genannt, wird sie doch, vom Kult aller Götter, von Aberglaube und Lastern durchdrungen, wie eine Hure dasitzen, die sich allen Völkern und allen Göttern der Völker preisgibt.“ Genau das macht die Menschenmachwerkskirche seit Jahrzehnten, sie redet den Völkern nach dem Mund und verrät die göttliche Wahrheit, wohingegen deren Verantwortliche „den christlichen Papst und die ihm anhängenden Gläubigen ausstoßen, verfolgen und töten“.

Hierzu ist eine Bemerkung von Cornelius a Lapide erwähnenswert, die uns ein wenig weiterhilft, die besondere Art dieser Verfolgung noch etwas besser zu verstehen. Er meint: „Wenn jemand trotzdem unter der Verfolgung lieber die Häresie verstehen und sagen möchte, Rom werde am Ende der Welt in die Häresie oder ein ähnliches Laster fallen – wie wir ja in den einzelnen Jahrhunderten immer neue Häresien aufkommen sehen – und darum die Rechtgläubigen so verfolgen, wie die Heiden sie ehemals verfolgt haben, und solchermaßen deren Sünden nachahmen und vollmachen und um deren wie auch um seiner eigenen [Sünden] willen von Gott gestraft und verbrannt werden, werde ich nicht viel dagegen einwenden…“ – So verfolgt die Menschenmachwerkskirche auch nicht „den christlichen Papst“ in Person eines aktuellen Amtsinhabers, sondern das Papsttum an sich, um die Kirche ihres übernatürlichen Charakters zu berauben und letztendlich gänzlich zu zerstören, was freilich nicht gelingen wird.

… und die geistige Verfolgung der Katholiken

Kein nüchtern denkender Katholik kann daran zweifeln, daß die Menschenmachwerkskirche die Katholiken seit dem Konzil verfolgt, indem sie diese zur Häresie verführt oder sogar zwingt, sie zumindest stillschweigend anzuerkennen. Ist doch der Modernismus zur Hoftheologie der Herren in „Rom“ geworden. Oder denken wir nur einmal an die unzählbaren Dramen nach Einführung der sog. Neuen Messe: gebrochene Priesterherzen, zerstörte Altäre, sakrilegische Kommunionspendung. Wie heftig wurden diejenigen Katholiken verfolgt, die sich weigerten, diesen perfiden Menschenmachwerksritus zu feiern, der den Geist der wahren Gottesverehrung zerstört. Auch hierzu muß man in Erinnerung rufen, daß sich der wahre Geist der sog. Neuen Messe letztlich in Assisi manifestiert hat. Dementsprechend erklärt auch unser Jesuitentheologe: „So nennen nämlich die Propheten den Götzendienst Hurerei, weil in ihm die Seele Gott, ihren Bräutigam, verläßt und zu den Götzen sozusagen wie zu Liebhabern abfällt. (Das Konzil hat aus den ehemaligen Katholiken Liebhaber fremder Religionen gemacht, also Götzendiener.) Und trunken wurden die Bewohner der Erde vom Wein ihrer Unzucht, – also von jenem Wein, mit dem sie sowohl die Könige als auch die Völker dazu verlockte, mit ihr zu huren, das heißt Götzendienst zu treiben. Dieser Wein waren der Reichtum und die Ehren der Römer bzw. die Hoffnung darauf, von den Römern Gewinn, Vergnügungen und Würden zu erlangen, wenn man ihnen schmeichelte und ihren Göttern huldigte.“

Hierzu ist ebenfalls zu bedenken, was das Konzil durch seine Öffnung zur Welt, das „Aggiornamento“, wirklich beabsichtigte. Ist es nicht gerade dies, sich dem Geist der Welt gegenüber zu öffnen, also geistige Unzucht zu treiben, was letztlich immer zu Götzendienst führt und die Hoffnung nährt, von der Welt Reichtum und Ehre, Vergnügungen und Würden zu erlangen? Der Einkaufspreis ist immer derselbe: Man muß ihnen schmeicheln und ihren Göttern huldigen.

Unser Kommentator faßt zusammen: „Alle diese Meinungen gehen in dieselbe Richtung und laufen auf ein und dasselbe hinaus. Denn derjenige, der diese Welt aufrechterhält und sie gleichsam als ihre Seele lenkt, bewegt und antreibt, ist der Teufel, und folglich auch der Antichrist als des Teufels Stellvertreter und Fürst. Weiter ist diese Welt nichts anderes als die Menge der weltlichen, das heißt der stolzen und lasterhaften Menschen, die den politischen Leib des Teufels und des Antichristen bildet, so wie der Staat den bürgerlichen Leib des Königs und des Fürsten. Das Tier ist also die Welt oder die Herrschaft, die Hoffart und die Pracht der Welt, auf der Babylon, das heißt, das heidnische und gottlose Rom, die Herrin der Welt der Bösen, reitet. Es führt nämlich den Vorsitz über das Reich des Teufels, und deshalb wird gesagt, es sitze auf dem Teufel, der die Menge der Bösen aufrechterhält und gleichsam beseelt und belebt, damit man sehe, daß es von ihm erhalten, gelenkt und angetrieben wird. Daher ist dieses Tier voller «Lästernamen», denn in seinem Unglauben und seiner Gottlosigkeit lästert es Gott durch Wort und Tat gleichermaßen. Weiter ist es ein Wort der Lästerung, daß das heidnische Rom ewig und eine Göttin genannt wurde und sich auch selbst so nannte. So sagt der hl. Hieronymus (Brief 151 ad Algasiam, Quaest, XI): «Auf der Stirn der purpurgewandeten Hure steht ein Lästername geschrieben, nämlich ‚das ewige Rom‘.»“

In verschiedenen prophetischen Bildern offenbart uns die Heilige Schrift eine wahrhaft unheilige Allianz, durch welche die ganze Welt verführt werden wird, sich von Jesus Christus abzuwenden und dem Antichristen zuzuwenden. Die Verführten werden diesem Glauben schenken, um ihn schließlich als Gott zu verehren. Da diese Zeit des Antichristen – nach den Worten der weinenden Gottesmutter von La Salette angebrochen ist, also das Kommen des Antichristen schon vorbereitet wird, ist es für jeden Katholiken notwendig, die außerordentlichen Gefahren, die seinem Glauben drohen, zu kennen.

Was heute von den meisten Konservativen immer noch völlig verharmlost wird, ist die Tatsache, daß „diese Welt nichts anderes ist als die Menge der weltlichen, das heißt der stolzen und lasterhaften Menschen, die den politischen Leib des Teufels und des Antichristen bildet, so wie der Staat den bürgerlichen Leib des Königs und des Fürsten“. Auch der Teufel hat seine Staaten, seine konkreten Machthaber, die ihre Macht für ihren Herrn einsetzen. Viele Konservative bilden sich ein, hinter einer solchen Ansicht verberge sich eine Verschwörungstheorie. Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Diesen Blinden kann man sodann einreden, die EU sei noch ein christlicher Staatenbund, nur weil die Europaflagge einen blauen Hintergrund hat, selbst wenn aus der EU-Verfassung jeder Gottesbezug ausgetilgt wurde.

Wie ernüchternd ist die Feststellung Cornelius‘ a Lapide: „Das Tier ist also die Welt oder die Herrschaft, die Hoffart und die Pracht der Welt, auf der Babylon, das heißt, das heidnische und gottlose Rom, die Herrin der Welt der Bösen, reitet. Es führt nämlich den Vorsitz über das Reich des Teufels, und deshalb wird gesagt, es sitze auf dem Teufel, der die Menge der Bösen aufrechterhält und gleichsam beseelt und belebt, damit man sehe, daß es von ihm erhalten, gelenkt und angetrieben wird.“

Die Hure Babylon

Die Hure Babylon führt den Vorsitz über das Reich des Teufels. Beides sind ganz konkrete, geschichtliche Wirklichkeiten. Wobei entscheidend ist, daß das Reich des Teufels zur Weltherrschaft greifen wird und tatsächlich die ganze Welt einnehmen wird. Für Cornelius a Lapide ist Babylon einfach nur „das heidnische und gottlose Rom, die Herrin der Welt der Bösen“. Unser Kommentator aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts (Cornelius a Lapide ist 1637 gestorben) hatte noch nicht die Geschehnisse vor Augen, die erst in unserer Zeit ganz neue Möglichkeiten der Interpretation eröffneten. Eine Prophezeiung über die endzeitlichen Ereignisse wird natürlich immer klarer, je näher man diesem Ende kommt.

Damals war trotz der reformatorischen Wirren das katholische Rom im Glauben festgeblieben. Die Päpste erkannten allmählich die große Gefahr und leiteten die Gegenmaßnahmen ein. Vor allem durch das Tridentinische Konzil wurde der katholische Glaube wieder in der notwendigen Klarheit dargelegt und die vielfältigen Irrtümer zurückgewiesen. Darum konnte sich der Jesuitenpater nicht vorstellen, wie weitreichend der „große Abfall“ auch die Strukturen der Kirche betreffen würde.

Einerseits erkannte er aus den prophetischen Texten ganz klar: „…weil, wie Babylon der Aufenthaltsort und die Vermischung aller Völker und folglich aller Götzen und Laster war, so auch das heidnische Rom. Vernimm, was der hl. Leo in seiner Predigt am Fest der Apostel Petrus und Paulus über Rom sagt: «Während es fast alle Völker beherrschte, war es den Irrtümern aller Völker untertänig, und es bildete sich ein, eine große Religion angenommen zu haben, weil es keine Irrlehre verschmähte.» Daher gab es in Rom Tempel aller Götter, und damit sie bloß keinen vergäßen, erbauten sie [die Römer] schließlich noch das Pantheon, also einen Tempel für alle Götter, der wie ein Weltwunder als einziger aller Tempel des alten Rom noch besteht und zur Ehre der Allerseligsten Jungfrau und aller Heiligen Gott geweiht worden ist. Zu Recht wird es also Mutter aller Unzucht, das heißt aller Irrlehren und Götzen genannt, da es sie wie eine Mutter pflegte und fortpflanzte.“

Der Ökumenismus – die neue Einheitsreligion

Mit dem großen Abfall einher geht eine Zuwendung zu den Götzen. Auch wenn das Neuheidentum ganz gottlos ist, also atheistisch, so gibt es doch auch viele, welche sich seit dem sog. 2. Vatikanum den unzähligen Sekten zuwendeten. Aber nicht nur einzelne abtrünnige Katholiken wendeten sich den Götzen zu, auch die ganze Organisation der Menschenmachwerkskirche, die lautlos die Institutionen der katholischen Kirche unterwandert und sodann fremdbesetzt hatte. Natürlich gab man dem Götzendienst einen anderen Namen, man nannte ihn Ökumenismus.

Auf die Tatsachen der Kirchengeschichte gestützt, konnte der Jesuitenpater damals noch schreiben: „Trotzdem werden Gläubige in Rom bleiben, wie sie auch in der Verfolgung des Decius und Diokletians dort blieben; folglich wird die römische Kirche und das römische Papsttum bestehenbleiben, und der Papst wird der Bischof der Stadt Rom sein, wenngleich verbannt und vertrieben. Auch die Heiden vermochten ihn ja nicht seines Bischofsamtes, geschweige denn seines Papsttums zu entledigen oder zu berauben. Desgleichen wurden die Päpste, als sie 70 Jahre lang in Avignon in Frankreich residierten, trotzdem Bischöfe der Stadt Rom genannt und waren es auch tatsächlich.“

Entsprechend der Standhaftigkeit der kirchlichen Hierarchie während der Verfolgungen durch die römischen Kaiser meint unser Autor: „folglich wird die römische Kirche und das römische Papsttum bestehenbleiben, und der Papst wird der Bischof der Stadt Rom sein, wenngleich verbannt und vertrieben“.

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