Garibaldi und die Eroberung Roms

von antimodernist2014

Gute Logenfreunde Mazzinis waren Aurelio Saffi, ein Mitglied des „Römischen Triumvirates“ von 1849, und Giosue Carducci. Der Dichter Carducci war ein extremer Atheist, er verfasste u.a. die „Hymne an Satan“ („Inno a Satana“), welche in vielen Logen bei Festen rezitiert wurde. Hieraus nur eine Strophe, die den eigentlichen Geist, der hinter dem Ganzen steht, offenbart:

„Sei gegrüßt o Satan,
O Rebellion,
O rächende Macht der Vernunft!
Heilig sollen zu dir emporsteigen
der Weihrauch und die Gelübde!
Du hast besiegt den Jehova der Priester.“

Nimmt man diesen historisch gesicherten Hintergrund der italienischen Revolutionen ernst, so kann man ganz zu Recht sagen, ohne die Freimaurer würde das heutige Italien als Staat gar nicht existieren. Die Freimauerei behauptet dementsprechend auch ganz selbstbewußt: Wir haben Italien erschaffen!

In ihrem Onlinelexikon ist folgendes zu lesen:

Die Freimaurer gehörten zur Modernisierungselite
Spätestens ab der französischen Revolution entstanden auch in Italien Modernisierungsbewegungen wie zum Beispiel die Carbonari oder eben die Freimaurer. Deren Ziele waren wie überall in Europa: Bürger- und Menschenrechte, demokratischere Verhältnisse, ein zeitgemäßes Rechtswesen, die Zurückdrängung der Macht der Kirche, die Liberalisierung der immer noch zünftlerisch gefesselten Wirtschaft und die Befreiung der Menschen von vererbten Abhängigkeiten.
Anders als weiter im Norden mussten die italienischen Modernisierer aber nicht nur gegen innere Gegner kämpfen, sondern auch gegen die fremden Mächte auf ihrem Boden. Und als singuläre Spezialität kam in der Mitte des Landes noch der Kirchenstaat mit dem Papst dazu, der seine weltlichen Territorien und Pfründe mit allen Mitteln verteidigte. Ganz abgesehen von seinem als Bischof von Rom sehr unmittelbaren Einfluss auf die Herzen und das Denken vieler Gläubigen weit über seinen politischen Machtbereich hinaus: Die Päpste jener Zeit setzten das gegen die modernen Ideen ein. Und so war eine ganze Reihe von Aufständen und Befreiungskriegen notwendig, bis Italien ab 1859 unter der Führung Piemonts mit der Hauptstadt Turin ein geeinter Staat werden konnte. Und 1870 gelang schließlich auch noch die Eroberung des Kirchenstaats, worauf die Hauptstadt nach Rom verlegt wurde.
In diesem jahrzehntelangen Prozess der Modernisierung und nationalen Einigung spielten italienische Freimaurer eine wichtige Rolle, und das obwohl die Logen ab dem Wiener Kongress 1815 in vielen italienischen Regionalstaaten verboten oder unterdrückt waren. Kein Wunder, waren doch viele führende Köpfe des Risorgimento Logenmitglieder, oft im Ausland, aufgenommen. Der bekannteste war wohl der bis heute legendäre Giuseppe Garibaldi: Er wurde später Großmeister des ‚Grande Orients d’Italia‘. Andere waren Camillo Cavour, Schöpfer der italienischen Verfassung, Giuseppe Mazzoni, auch ein berühmter Großmeister, oder der Revolutionär Giuseppe Mazzini. Und weitere, deren Namen heute nur noch Geschichtskundige kennen.
… und sie war antiklerikal
Neben der sehr politischen Ausrichtung der italienischen Freimaurerei mit sozialem Engagement war der zweite Schwerpunkt der Antiklerikalismus. Das ist schon deswegen verständlich, weil sich der Vatikan während des Risorgimento stets gegen die von den Freimaurern mitgetragene Bewegung der Vereinigung Italiens widersetzte. Die Einigung Italiens war mit territorialen und politischen Verlusten des Vatikans verbunden. Rom musste 1870 mit Gewalt eingenommen werden. Wie bereits erwähnt, förderte die Freimaurerei auch die Entwicklung von Krematorien und von Bestattungsinstituten. Dies hatte einen antikatholischen Grund, als der Kirche so das Monopol auf das Sterben und das Ritual der Beerdigung streitig gemacht wurde.
Die politische Ausrichtung der Freimaurerei wurde von der Kirche mit Ablehnung beobachtet. Sie reagierte mit der berühmten Enzyklika „Humanum genus“ von Papst Leo XIII., in der die Gläubigen auf internationaler Ebene vor der masonischen Sekte, die das Christentum unterdrücke, gewarnt wurden.

Typus und geschichtliche Wirklichkeit

Wiederholen wir nach dieser Zeichnung des Typus diejenigen Worte, mit denen Unsere Liebe Frau von La Salette das ganze Geschehen kommentiert: „Die Bösewichter werden mehrere Male seinem Leben nachstellen, ohne seinen Tagen schaden zu können. Aber weder er noch sein Nachfolger werden den Triumph der Kirche Gottes sehen. Die bürgerlichen Regierungen werden alle dasselbe Ziel haben, das da ist, die religiösen Grundsätze abzuschaffen und verschwinden zu lassen, um für den Materialismus, Atheismus, Spiritismus und alle Arten von Lastern Platz zu schaffen.“ Könnte man besser das Wesen dieser Revolution beschreiben, die schließlich alle Staaten Europas überrollt hat, um für den Materialismus, Atheismus, Spiritismus und alle Arten von Lastern Platz zu schaffen?

Pius IX. wußte, er ist in diesem revolutionären Italien seines Lebens nicht mehr sicher, weshalb er gemäß der Weisung der Gottesmutter Rom nach dem Jahre 1859 nicht mehr verließ. Die Kirche verlor durch die Revolution ihren weltlichen Besitz, der Papst wurde zum Gefangenen im Vatikan. Es war die Zeit der Niederlagen, weshalb es in der Großen Botschaft heißt: Weder er noch sein Nachfolger werden den Triumph der Kirche Gottes sehen. Nein, sie sahen nicht den Triumph der Kirche, sondern den Niedergang. Der Verlust des Kirchenstaates war dazu nur der Anfang, wie schon Dr. Ernst Commer in der Zeitschrift „Divus Thomas“ von 1914 erkennt: „Der erste Raub des Kirchenstaates durch den korsischen Abenteurer gab das Zeichen für die weiteren Angriffe der Revolution, die unter Pius IX. zur Vernichtung der weltlichen Herrschaft und zur Einnahme Roms führten. Damit trat das Papsttum in die neue babylonische Gefangenschaft ein, die unvergleichlich härter ist als die avignonesische. Was unter Pius VII. nur vorübergehend eingetreten war, ist bis jetzt dauernder Zustand der Kirche: ihr Oberhaupt ist gefangen, der vollen persönlichen Freiheit beraubt, ohne welche seine amtliche Freiheit nicht bestehen kann. Dadurch ist die zur freien Regierung der Kirche absolut notwendige Immunität und Souveränität des Papstes verletzt. Pius IX. konnte daher mit vollem Rechte sich auf die bittere Erfahrung berufen, die es täglich offensichtlicher machte, ‚daß die sakrilegische Usurpation seiner Herrschaft hauptsächlich bezweckt habe, die Kraft und die Wirksamkeit des päpstlichen Primates zu brechen und endlich, wenn es möglich wäre, die katholische Religion selbst zu zerstören‘“ (S.400).

Die äußere Eroberung Italiens und des Kirchenstaates – ein Typus für die innere Eroberung

Wenn wir also den vom Himmel bezeichneten Typus ernst nehmen, dann sagt uns damit die Gottesmutter doch vor allem Folgendes: Die Feinde erobern das Land, den Kirchenstaat und die Stadt Rom. Mit anderen Worten, sie machen Rom zur Hauptstadt ihrer antichristlichen Macht. Wobei die ganze Botschaft uns zudem darauf hinweist: Dieses auf der Ebene der Politik und der Staaten sich ereignende revolutionäre Geschehen soll auch auf der Ebene der kirchlichen Institution fortgesetzt werden. Nachdem die Feinde den Thron, also die weltliche Herrschaft erobert haben, wollen sie auch noch den Altar, also die geistliche Herrschaft erobern. Dies wollen sie erreichen – wir haben es schon aus der Großen Botschaft aufgezeigt – indem sie die kirchlichen Institutionen unterwandern und schließlich so umfunktionieren, daß sie diese für ihre eigenen, revolutionären Zwecke einspannen können. Man muß leider feststellen: Das ist ihnen inzwischen vollkommen gelungen. Seit der Antipapst Johannes XXIII. die Herrschaft im Vatikan übernommen hat, ist die freimaurerische Revolution in der Kirche zur Chefsache geworden. Seine erste Aufgabe – und Bedingung für seine Wahl – war es, ein Konzil einzuberufen, das eine neue „Kirche“ aus der Taufe heben sollte. Seit Giuseppe Roncalli alias Johannes XXIII. und seine Nachfolger im Vatikan das Sagen haben, läuft für die Freimaurer alles nach Plan.

„Das geheime Konzil“ …

Am 12. Juni 2014 veranstaltete der „Grande Oriente d’Italia“ (Großorient von Italien) in Rom eine Buchvorstellung. „Das geheime Konzil“ des Journalisten Ignazio Ingrao, Mitarbeiter des italienischen Staatsfernsehens RAI und Vatikanist des Wochenmagazins Panorama, sollte besprochen werden. Im Untertitel des Buches heißt es: „Geheimnisse, Intrigen und Machtspiele des Ereignisses, das das Gesicht der Kirche verändert hat“.

Im Schlußwort der Veranstaltung meinte der Großmeister des Großorients von Italien, Stefano Bisi: „Es würde mich wirklich freuen zu wissen, was Papst Franziskus von der Freimaurerei denkt“, wobei dies für den Freimaurer und Großmeister einer Loge sicherlich gar kein Geheimnis sein dürfte, ist es doch öffentlich bekannt, daß Bergoglio einer der ihren ist. Immerhin hat das Rotary-Magazin für Deutschland und Österreich in seiner Ausgabe 4/2013 berichtet: „Wussten Sie, dass es eine Verbindung zwischen Papst Franziskus und Rotary gibt? Der neue Papst, damals noch Erzbischof Jorge Mario Bergoglio von Buenos Aires, wurde 1999 zum Ehrenrotarier des RC Buenos Aires ernannt und erhielt 2005 den Silver Laurel Preis des Clubs als ‚Person des Jahres‘. Von Seiten des Clubs heißt es dazu aktuell: ‚Der RC Buenos Aires bat in seiner Fürbitte den Schöpfer um Unterstützung und Hilfe für Papst Franziskus und bekräftigte seine Freude darüber, dass der damalige Erzbischof von Buenos Aires 2005 mit dem Silbernen Lorbeer für die Persönlichkeit des Jahres ausgezeichnet wurde, einen Preis, den der Club an herausragende Persönlichkeiten des Gemeinwesens verleiht.‘ Auch in Deutschland haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche die Ehrenmitgliedschaft in einem Rotary Club erhalten. Dazu zählen u.a. Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, und Johannes Friedrich, ehemaliger Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.“ Dazu kann man nur sagen: Ehre wem Ehre gebührt! – nannten sich ja schon die italienischen Mafiosi uomini d’onore, Ehrenmänner.

Der Großmeister des Großorients von Italien kam natürlich anläßlich dieser Buchvorstellung auch noch auf das sog. Konzil zu sprechen: „Ich bin zutiefst überzeugt, daß es auf dem Gebiet der Menschenrechte und der Freiheit fruchtbare Kontakte zwischen der katholischen Kirche und den Andersgläubigen geben kann. Ich denke, es ist Zeit, mehr zu einen, als zu trennen und ich bin überzeugt, daß ein wertvoller Punkt der Begegnung und des Dialogs gefunden werden kann.“

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