Ein allgemeiner Krieg

von antimodernist2014

In unserer Reihe von Artikeln über die Große Botschaft Unserer Lieben Frau von La Salette als Verstehenshilfe der Apokalypse folgt der siebte Teil.

7. Ein allgemeiner Krieg und das Eingreifen Gottes

Sobald man sich eingehender mit prophetischen Texten beschäftigt – prophetischen Texten, die wenigstens z.T. noch auf ihre Erfüllung warten – stößt man auf die Schwierigkeit der richtigen zeitlichen Einordnung der beschriebenen Ereignisse. In der prophetischen Schau werden oft zeitlich weit auseinanderliegende Geschehen zu einem Ganzen, zu einem Schaubild zusammengezogen, weil sie geistes- bzw. heilsgeschichtlich betrachtet zusammengehören.

Solange sich die geschauten Ereignisse nicht verwirklicht haben, ist es deswegen sehr schwer, sie richtig zuzuordnen. Zudem werden in den himmlischen Botschaften die wichtigen Geschehnisse meist nicht einfach gemäß ihrer zeitlichen Verwirklichung berichtet, sondern nach ihrem inneren Zusammenhang. So können sich die geschauten Ereignisse ineinanderschieben. So etwa in der Großen Botschaft von La Salette diejenigen Voraussagen, die die Kirche betreffen und diejenigen, die die Welt betreffen. Je öfter man den Text liest, gewinnt man immer mehr den Eindruck, beides greift ineinander und das weltliche Geschehen wird vom Übernatürlichen her interpretiert.

Man stößt nun oft auf Interpretationen, welche den Text der Botschaft nicht so nehmen wollen, wie er uns vorliegt. Diese Interpreten behaupten nämlich, Melanie hätte die Große Botschaft gar nicht der Reihe nach aufgeschrieben, sondern so, wie ihr diese beim Niederschreiben gerade einfiel. Andere zweifeln wiederum daran, ob sich die Seherin eine so umfangreiche Botschaft überhaupt über so lange Zeit habe genau und bis ins Detail gehend merken können. Wieder andere meinen, Melanie hätte selbst etwas hinzugedichtet oder auch manches, wie etwa die Jahreszahlen, nicht zuverlässig wiedergegeben.

Auf diese Einwände antwortet Prof. Alfons Konzionator in seiner Schrift „La Salette und die nächste Zukunft“ folgendes: „Nun, wir wissen, daß Personen, die in Ekstase (Verzückung) geraten, wie es bei den Stigmatisierten (z.B. auch jüngst bei Therese Neuman in Konnersreuth) der Fall ist, später alles in der Ekstase Vorgefallene, d.i. die Visionen, die sie gehabt haben, sehr genau wiederzugeben imstande sind und auch sehr lange im Gedächtnisse behalten. Das bewirkt eben die vorausgegangene gewaltige übernatürliche Einwirkung durch den Heiligen Geist. Dasselbe ist auch sicherlich der Fall, wenn die Mutter Gottes erscheint und zu den Menschen spricht. Ihre Worte werden ungemein tief dem Geiste eingeprägt, so daß sie nicht mehr vergessen werden können. Wie wunderbar die Erscheinung eingewirkt hat, beweist der Umstand, daß das Mädchen, welches nur den Dialekt ihrer Berge sprach, nach der Erscheinung der seligsten Jungfrau korrekt und geläufig die französische Schriftsprache, die sie früher nie gesprochen hatte, konnte. Auffallend ist auch folgendes: In Darlington (England) sprach und verstand sie die englische Sprache, in Corfu die griechische, in Castellmare (Italien) die italienische. In Cephalonia unterrichtete sie kleine Waisenmädchen in griechischer Sprache. Bei ihrer Rückkehr nach Frankreich, nachdem sie fast 40 Jahre Italienisch gesprochen hatte, konnte sie noch ebenso gut alle anderen drei Sprachen.“

Es wäre übrigens sehr merkwürdig, wenn unsere himmlische Mutter uns, ihren Kindern, eine so außerordentlich wichtige Botschaft mitzuteilen hat und diese Botschaft zunächst zwei Kindern anvertraut, es aber nicht fertigbrächte, daß diese wegen verschiedener menschlicher Schwächen und Schwierigkeiten richtig aufgeschrieben würde. Welchen Sinn hätte eine solche Botschaft noch? Auch zeigt sich aus den Berichten über frühere Geschichtenerzähler, daß diese ihre Geschichten immer gleich und natürlich auch immer in derselben Reihenfolge erzählten, denn nur so war es ihnen möglich, sich längere und umfangreichere Geschichten auswendig zu merken. Darum ist es sehr unwahrscheinlich anzunehmen, Melanie hätte die Botschaft unzusammenhängend aufgeschrieben, also so, wie sie ihr gerade einfiel und nicht so, wie sie sie von der Gottesmutter gehört und sicherlich auch aus dem Gedächtnis im Laufe der Jahre bei sich immer wieder wiederholt hat. Uns erscheinen derartige Erwägungen meist dadurch motiviert zu sein, daß man etwas in der Botschaft gemäß den eigenen Vorstellungen zurechtbiegen möchte. Wir dagegen wollen uns ganz an den von Melanie niedergeschriebenen Text halten und diesen als feste Grundlage aller Erklärungsversuche nehmen.

Die endzeitliche Verwüstung der Erde

Genau wie in der Apokalypse wird auch in der Großen Botschaft von La Salette nicht allein von der Kirche und der übernatürlichen Gnadenordnung gesprochen, es wird auch die Weltgeschichte mit ihren konkreten Ereignissen erwähnt. Wie in der Apokalypse geht es auch um Könige und Reiche, denn der Antichrist wird nicht nur ein religiöser Führer sein, er wird auch politisch die ganze Welt beherrschen. Dementsprechend wird er den römischen Kaisern gleichen, die einerseits Weltherrscher waren, anderseits sich aber auch als Gott verehren ließen.

In La Salette werden ganz parallel zur Apokalypse endzeitliche Katastrophen beschrieben – Naturkatastrophen, gesellschaftliche Katastrophen und Kriege. Zudem findet sich aber in der großen Botschaft der Bericht eines Ereignisses, durch welches das Kommen des Antichristen noch einmal hinausgeschoben wird. Wir lesen:

„Frankreich, Italien, Spanien und England werden im Kriege sein. Das Blut wird auf den Straßen fließen. Der Franzose wird mit dem Franzosen kämpfen, der Italiener mit dem Italiener. Schließlich wird es einen allgemeinen Krieg geben, der entsetzlich sein wird. Für eine Zeitlang wird Gott weder Italiens noch Frankreichs gedenken, weil das Evangelium Christi ganz in Vergessenheit geraten ist. Die Bösen werden ihre ganze Bosheit entfalten. Man wird sich töten, man wird sich gegenseitig morden bis in die Häuser hinein.
Auf den ersten Hieb seines Schwertes, das wie ein Blitz einschlagen wird, werden die Berge und die ganze Natur vor Entsetzen zittern, weil die Unordnungen der Menschen und ihre Verbrechen das Himmelsgewölbe durchdringen. Paris wird niedergebrannt und Marseille verschlungen werden.
Mehrere große Städte werden niedergebrannt und durch Erdbeben verschlungen werden. Man wird glauben, alles sei verloren. Man wird nur Menschenmord sehen. Man wird nur Waffengetöse und Gotteslästerungen hören. Die Gerechten werden viel leiden; ihre Gebete, ihre Bußübungen und ihre Tränen werden zum Himmel emporsteigen, und das ganze Gottesvolk wird um Verzeihung und Erbarmen flehen und meine Hilfe und meine Fürbitte anrufen.
Dann wird Jesus Christus durch eine Tat seiner Gerechtigkeit und seiner großen Barmherzigkeit für die Gerechten seinen Engeln befehlen, alle seine Feinde dem Tode zu überliefern. Plötzlich werden die Verfolger der Kirche Jesu Christi und alle der Sünde ergebenen Menschen zugrunde gehen, und die Erde wird wie eine Wüste werden.
Dann wird der Friede, die Versöhnung Gottes mit den Menschen werden. Man wird Jesus Christus dienen, ihn anbeten und verherrlichen. Die Nächstenliebe wird überall aufblühen. Die neuen Könige werden der rechte Arm der heiligen Kirche sein, die stark, demütig, fromm, arm, eifrig und eine Nachahmerin der Tugenden Jesu Christi sein wird. Das Evangelium wird überall gepredigt werden, und die Menschen werden große Fortschritte im Glauben machen, weil es Einigkeit unter den Arbeitern Jesu Christi geben wird und die Menschen in der Furcht Gottes leben werden.
Dieser Friede unter den Menschen wird aber nicht von langer Dauer sein. 25 Jahre reichlicher Ernten werden sie vergessen lassen, daß die Sünden der Menschen die Ursache aller Strafen sind, die über die Erde kommen.“

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