Der Große Monarch

Der Große Monarch nach Batholomäus Holzhauser und anderen Sehern

Nach dem ehrwürdigen Diener Gottes Bartholomäus Holzhauser (†1658) soll der Große Monarch kommen, nachdem überall Republiken und die Länder durch Kriege verheert sein werden und auf Erden die größte Trostlosigkeit herrschen wird:

„Wenn alles durch Krieg verheert sein wird, die Katholiken von treulosen Glaubensgenossen und Irrgläubigen bedrängt, die Kirche und ihre Diener entrechtet, die Monarchien beseitigt, die Herrscher ermordet und überall Republiken errichtet sein werden, —dann wird durch die Hand des allmächtigen Gottes eine wunderbare, nach menschlichen Begriffen unmöglich scheinende Veränderung hervorgebracht werden. Es wird jener tapfere Monarch kommen, der von Gott gesandt sein wird. Er wird die Freistaaten von Grund aus zerstören und sich alles unterwerfen. Er wird für die wahre Kirche Christi eintreten, alle Irrlehren ausrotten, auch den Mohammedanismus, und dessen Herrschaft vernichten. Seine Herrschaft wird sich vom Morgenland bis zum Abendland erstrecken. Alle Völker werden dann kommen und Gott ihren Herrn nach dem wahren katholischen Glauben anbeten. Es wird dann viele Gerechte und viele gelehrte Männer auf Erden geben. Die Menschen werden Recht und Gerechtigkeit lieben und Friede wird auf der ganzen Erde sein. Denn die göttliche Macht wird den Satan auf viele Jahre binden, bis endlich der Sohn des Verderbens kommen wird, wo die Fesseln des Satans wieder gelöst werden. Die von dem Großen Monarchen errichtete christliche Weltmonarchie soll dauern bis zur Ankunft des Antichrists“
(Ebd. S. 49f).

Es ist beeindruckend, die von Prof. Alfons Konzionator zusammengetragenen Texte zu lesen, die vom Wirken des kommenden Großen Monarchen sprechen. Als eines der frühesten Zeugnisse erwähnt er einen der Briefe des Abtes Adso von Derby, den dieser an die Königin Gecberga, der Gemahlin Ludwigs des Autremer – so genannt, weil er in England erzogen war –, der von 936 bis 954 regierte, um die Mitte des 10. Jahrhunderts – etwa um 954 – geschrieben hat. Darin heißt es: „Einige unserer Lehrer sagen, daß ein König der Franken in der Endzeit der Welt das ganze Römische Reich beherrschen und unter allen Herrschern der größte und letzte sein wird. Nach einer glücklichen Regierung wird er schließlich nach Jerusalem kommen und daselbst auf dem Ölberge Zepter und Krone niederlegen — was das Ende und der Höhepunkt des Römisch-Christlichen Reiches sein wird — und allsogleich soll darauf der Antichrist erscheinen“ (Original bei Migne, patr. lat. 40, 1133; Ebd. S. 35).

Somit sind die Prophezeiungen, die sich auf die Ankunft und das Wirken des Großen Monarchen und auf die Endzeit dieser Welt beziehen, schon uralt – sie reichen bis zur ersten Jahrtausendwende, ja sogar bis ins 4. Jahrhundert zurück. Denn schon der hl. Bischof und Märtyrer Methodius hat folgendes über den Großen Monarchen geweissagt:

„Es wird die Zeit kommen, wo die Christenfeinde sprechen werden:
‚Wir haben die Erde samt allen denen, die auf ihr wohnen, überwältigt und unterdrückt und die Christen werden sich durchaus nicht mehr aus unseren Händen erretten. Alsdann wird plötzlich im höchsten Grimm ein Römischer Kaiser wider sie aufstehen; er erwacht wie einer, der nach Genuß von viel Wein eingeschlafen ist, den die Menschen anfänglich für nichtswürdig gehalten haben. Dieser wird über die Christenfeinde herfallen, sein Schwert wider sie ausstrecken und ein Geschlecht nach dem anderen zerschlagen. Hernach wird großer Friede und Ruhe auf Erden sein; die Menschen werden in Frieden leben und die Priester sollen aus allen ihren Nöten erlöst werden‘.
Der hl. Franz de Paula († 1508) hat geweissagt: ‚Durch die Kraft des Allerhöchsten wird der Große Monarch die Häretiker und die Ungläubigen vernichten. Er wird eine große Armee haben und die Engel werden mit ihm kämpfen. Er wird alle Rebellen gegen den Allerhöchsten töten. Er wird wie eine Sonne mitten unter den Sternen sein und er wird die Fürstengewalt über die Welt erlangen‘“ (Ebd. S. 51).

La Salette und die hl. Hildegard von Bingen

Auch die Muttergottes hat bei ihrer Erscheinung in La Salette, nachdem sie von dem Strafgericht gesprochen hat und davon, wie plötzlich „die Verfolger der Kirche Jesu Christi und alle der Sünde ergebenen Menschen zugrunde gehen (werden), und die Erde … wie eine Wüste werden (wird)“, gesagt: „Dann wird der Friede, die Versöhnung Gottes mit den Menschen werden. Man wird Jesus Christus dienen, ihn anbeten und verherrlichen. Die Nächstenliebe wird überall aufblühen. Die neuen Könige werden der rechte Arm der heiligen Kirche sein, die stark, demütig, fromm, arm, eifrig und eine Nachahmerin der Tugenden Jesu Christi sein wird. Das Evangelium wird überall gepredigt werden, und die Menschen werden große Fortschritte im Glauben machen, weil es Einigkeit unter den Arbeitern Jesu Christi geben wird und die Menschen in der Furcht Gottes leben werden.“

Die hl. Hildegard († 1179), Äbtissin zu Bingen am Rhein, weissagte: „Gleichwie der ersten Ankunft Christi Friede vorausging, so wird auch Friede der zweiten Ankunft Christi vorausgehen; nur wird dieser Friede nicht vollkommen, sondern getrübt sein durch die Furcht vor dem bevorstehenden Gerichte der Ankunft des Antichrists… In jener Zeit des Friedens werden Wolken und Luft der Erde günstig sein und sie überaus fruchtbar machen, weil die Menschen gottesfürchtig leben werden, gleichwie die Erde zuvor um die Sünden der Menschen willen mit Unfruchtbarkeit geschlagen war“ (Ebd. S. 52f).

Die Friedenszeit vor der Ankunft des Antichristen

Eine solche Friedenszeit kann natürlich nur geschaffen werden, wenn auch die hl. Kirche wiederhergestellt wird. Davon spricht die Ordensschwester Nativitas († 1798), Franziskanerin aus der Bretagne im Konvent zu Fougeres: „Ich sehe eine große, vom Heiligen Geist geführte Macht, welche zum zweitenmal alle bestehenden Verhältnisse umstürzen, aber eben dadurch die rechte Ordnung wiederherstellen wird. Ich sehe durch den Geist Gottes eine zahlreiche Versammlung von Dienern der Kirche, die gleich einem Schlachtheere fest und unerschütterlich die Rechte der Kirche wahren und die alte Zucht wiederherstellen wird. Alle falsche Gottesverehrung wird ausgerottet werden, ja alles Verderben, was der Lauf der Zeit gebracht hat, wird wieder verschwinden. Die Religion wird in vielfacher Beziehung blühender sein denn je“ (Ebd. S. 50).

Das große 21. Konzil

Der erste Teil dieser Prophezeiung hat sich schon erfüllt, denn zum erstenmal wurden die bestehenden Verhältnisse durch das sog. 2. Vatikanische Konzil umgestürzt, so daß die rechte Ordnung allseits zerstört wurde. Unter dem kommenden Großen Monarchen, also unter seiner Regierung, wird ein großes Konzil abgehalten werden wird, das die rechte kirchliche Ordnung aus dem wahren Glauben wieder herstellen wird. Im Lied der Linde heißt es übrigens:

Den Verbannten führest du nach Rom
Große Kaiserweihe schaut der Dom.
Preis dem einundzwanzigsten Konzil,
Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel,
Und durch strengen Lebenssatz verbürgt,
Daß nun reich und arm sich nicht mehr würgt.

In einem Kommentar zu dieser Strophe wird folgendes angemerkt: „Inhaltlich wurde an dem Gedicht lediglich eine einzige Sache geändert. Es ist dort eigentlich vom 21. Konzil die Rede. Das aber war schon das 2. Vaticanum. Gemeint ist jedoch eines nach dem Eingreifen Gottes. Deswegen habe ich daraus das 22. Konzil gemacht.“ Das ist nun freilich eine etwas seltsame Logik, denn es gibt natürlich eine viel einfachere und auch einzig richtige Erklärung, nämlich die: Das 2. Vaticanum war gar kein Konzil der Kirche, sondern eine Räubersynode, somit wird erst das Konzil unter dem Großen Monarchen und einem heiligen Papst das wahre 21. Konzil der katholischen Kirche sein, das darum auch für alle Katholiken preiswürdig ist, was ja von jedem wahren Konzil der Kirche selbstverständlich gelten sollte.

und der hl. Papst

Übrigens hat einen solch heiligmäßigen Papst schon Johann vom gespaltenen Felsen im Jahr 1340 vorausgesagt: „Gott wird einen heiligen lebenden Papst erwecken, über den sich selbst die Engel freuen werden. Dieser von Gott erleuchtete Mann wird fast die ganze Welt durch seine Heiligkeit neu gestalten und alle zum wahren Glauben zurückführen und überall wird dann Gottesfurcht, Tugend und gute Sitte herrschen. Er wird alle irrenden Schafe zum Schafstalle zurückführen und dann wird nur ein Glaube, ein Gesetz, ein Leben, eine Taufe auf Erden sein. Alle Menschen werden dann einander lieben und Gutes tun und aller Streit und Krieg wird verschwinden“ (Ebd. S. 63).

Ebenfalls über den heiligen Papst prophezeite in seinem Buch „Liber mirabilis“ der Mönch Johann Vatiguerro, der im 13. Jahrhundert im Kloster Heisterbach bei Köln am Rhein lebte und als Prior von Weiler starb: „Nach vielen Trübsalen in der ganzen Welt… wird ein Papst gewählt werden aus denen, die der Verfolgung der Kirche entgangen sind. Der Wille Gottes wird ihn ernennen und die heiligen Engel werden diesen frommen und vollkommenen Mann krönen und seine Brüder (die Kardinäle!), welche die Verfolgung der Kirche und ihre Verbannung überlebt haben, werden ihn auf den Heiligen Stuhl setzen. Dieser wird die ganze Welt durch Heiligkeit neu gestalten und alle Geistlichen zur wahren Lebensweise der Jünger Christi zurückführen. – Letzteres hat auch Holzhauser geweissagt! – Alle werden dann die Geistlichen wegen ihrer Tugend und Vollkommenheit achten. – Dasselbe weissagte auch Hermann von Lehnin in seinem 99. Vers! – Er wird barfuß predigen und keine Macht der Fürsten fürchten. Er wird fast alle Ungläubigen bekehren, besonders aber die Juden; und es wird nur ein Gesetz, einen Glauben, eine Taufe, ein Leben geben. Alle Menschen werden einander lieben und der Friede wird lange Jahre dauern“ (Ebd.).

Es sei hier kurz darauf aufmerksam gemacht, daß nach dieser Prophezeiung der neue Papst offensichtlich durch ein besonderes Eingreifen Gottes ernannt und dieser von den Engeln gekrönt werden wird, weshalb ihn auch wieder zunächst seine Brüder und schließlich alle Katholiken als ihren Papst anerkennen werden. Es ist also durchaus möglich, daß Gott die papstlose Zeit wieder beendet, kennt er doch Mittel und Wege, die uns verborgen sind.

Die Überzeugung, nach einem allgemeinen Zusammenbruch wird es nochmals ein Aufblühen der heiligen katholischen Kirche und des Christentums geben, war offensichtlich in früheren Jahren noch allgemein verbreitet. So hat Kardinal Melchior von Diepenbrock, Bischof von Breslau, († 1853), in seiner Predigt am Silvesterabend 1840 seinen Zuhörern erklärt: „Der Abfall vom Glauben und der Liebe Christi wird zur Folge haben, was im Evangelium steht: Kriege, Empörung, Erhebungen von Volk zu Volk, von Reich gegen Reich, Drangsale der Völker, was alles dem Ende voraus gehen wird. Das zerfressende Gift der Gottlosigkeit und Selbstsucht wird die gesellschaftlichen Bande lockern, die Ordnung der Dinge zuerst von oben nach unten, dann aber im Gegenangriff von unten nach oben gewaltsam umstürzen… Doch lasset uns von Gottes Erbarmen hoffen, daß nach den größeren Wirren noch eine friedliche, blühende Epoche des Christentums bevorsteht, wo es alle Segnungen, die es in seinem Schorfe birgt, über die ganze Menschheit ausgießen wird, wo sich Barmherzigkeit und Wahrheit, Friede und Gerechtigkeit unter allen Zonen bei den Völkern begegnen und umarmen werden, wo die Schwerter in Pflugscharen, die Lanzen in Sicheln umgeschmiedet werden, wo der Geist Gottes wahrhaft in Fülle über alles Fleisch wird ausgegossen werden, und wo das liebliche Wort von dem einen Hirten und der einen Herde noch in einem ganz höheren, herrlicheren Sinn wird in Erfüllung gehen, als es in der Vergangenheit geschehen ist.“

Die Zeit nach der dreitägigen Finsternis

Nach der dreitägigen Finsternis wird nochmals ganz unerwartet, durch das wunderbare Eingreifen Gottes, eine Blütezeit kommen. In seinem Buch „Le sécret complet de la Salette“ faßt P. Alfred Parent zusammen: „Alle Weissagungen stimmen darin überein, daß der Kommende Große Monarch gegen das Ende der großen Krise plötzlich, und zwar dann erscheinen wird, wenn die Menschen daran verzweifeln, jemals wieder eine Ordnung des öffentlichen Lebens aufrichten zu können.“

Das beschreibt zweifelsohne unsere gegenwärtige Situation, denn jeder vernünftige Mensch zweifelt daran, allein mit natürlichen Mitteln jemals wieder eine Ordnung des öffentlichen Lebens aufrichten zu können – man darf auch ruhig hinzusetzen: und des kirchlichen Lebens! Das Eingreifen Gottes kann aber bei der allgemeinen Verderbnis nur eine entsprechende Strafe sein, wie Madame Marie Messmin zu Bordeaux, die viele Offenbarungen hatte, erklärte: „Es gibt Leute, die auf einen von Gott gesandten König hoffen, der die Ordnung wieder herstellen soll. Ist das möglich bei der schlechten Gesinnung, die überall herrscht? Bevor ein König kommen kann, muß die Welt vollständig anders geworden sein und nur große Strafen werden diese vollständige Umwandlung zustande bringen“ (Ebd. S. 90). Aus unserer heutigen Sicht klingt es ganz gewiß wie eine Utopie, wenn etwa der hl. Franz de Paula in einem Brief an Simon von Limena, Herrn von Montalti, am 13. August 1469 über den Kommenden Großen Monarchen schreibt und seine Vorhersagen schließt: „In der ganzen Welt werden 12 Könige sein, ein Kaiser und ein Papst und wenige Fürsten, die alle heilig leben werden“ (Ebd. S. 54).