Der Große Monarch

Das Zeitalter Mariens

Das neue Zeitalter, das Gott uns wunderbarerweise noch schenken möchte, wird das Zeitalter Mariens sein. Darüber sind sich unsere Visionäre alle einig. So hat etwa die spanische Äbtissin Maria von Agreda († 1665) das Erlöschen der Irrlehren vorausgesagt: „Es ist mir geoffenbart worden, daß durch die Fürbitte der Mutter Gottes künftig einmal alle Irrlehren erlöschen werden. Den Sieg über die Irrlehren hat Christus seiner Mutter vorbehalten. Ihrem Einschreiten ist es zu danken, daß die alten Ketzereien des Arius, Nestorius, Pelagius und anderer verschwunden sind. In den letzten Jahrhunderten wird der Herr den Ruhm seiner heiligen Mutter erhöhen und verbreiten.“

Besonders zu erwähnen ist hierzu natürlich der heilige Ludwig Maria Grignon de Montfort († 1716), dieser außerordentliche Missionspriester und glühende Marienverehrer, der besonders für diese Endzeit die vollkommene Andacht zu Maria gelehrt hat. Er erklärt: „Durch Maria hat das Heil begonnen und durch Maria muß es vollbracht werden … Vor der zweiten Ankunft Christi muß Maria mehr als je an Erbarmen, Macht und Gnade hervorleuchten, um die armen Verirrten zur Katholischen Kirche zurückzubringen und liebevoll aufzunehmen … Die Macht Mariens über alle Teufel wird besonders in den letzten Zeiten hervortreten. Maria wird das Reich Christi auch über das der Götzendiener und Mohammedaner ausdehnen. Es wird eine glückliche Zeit sein, wo Maria als Herrscherin und Königin der Herzen eingesetzt sein wird“ (Ebd. S. 60).

Nach Prof. Alfons Konzionator unterscheidet der heilige Ludwig Maria drei Hauptperioden im Reiche Gottes, nämlich:
1. Das Reich des Vaters, das bis zur Sündflut dauerte und mit den Wasserfluten abschloß;
2. Das Reich des Sohnes, das durch Fluten von Blut endete;
3. Das Reich des Heiligen Geistes, das gegenwärtig besteht und sein Ende findet in Fluten von Feuer, Liebe und Gerechtigkeit.

„O käme doch schon diese Flut des reinen Liebesfeuers, das der Heilige Geist auf der ganzen Erde so gewaltig entzünden wird, daß sich alle Nationen daran entflammen und sich bekehren, auch Türken, Heiden und Juden!“ Dasselbe ahnte auch Papst Pius IX., der in seinem Apostolischen Rundschreiben am 8. Dezember 1854 erklärte: „Wir erwarten, daß die Unbefleckte Jungfrau und Mutter Gottes Maria durch ihre mächtige Fürbitte die Gnade erlangen wird, daß die heilige Mutter, die Katholische Kirche, nach Entfernung aller Hindernisse, nach Überwindung aller Irrtümer unter allen Völkern und an allen Orten von Tag zu Tag an Kraft gewinne, blühe und herrsche von Meer zu Meer, vom großen Strome bis zu den Enden des Erdrundes, daß sie des Friedens, der Ruhe und Freiheit genieße;… daß alle Irrenden nach Zerstreuung der Finsternisse des Geistes auf den Pfad der Wahrheit und Gerechtigkeit zurückkehren und dann eine Herde und ein Hirt werde“ (Ebd. S. 61).

25 Jahre Friedenszeit

Spricht man über diese kommende Friedenszeit, dann werden oftmals Zweifel an diesen Vorhersagen laut, weil diese Zeit doch nur allzu kurz sein soll. Die weinende Jungfrau von La Salette verkündet: „Dieser Friede unter den Menschen wird aber nicht von langer Dauer sein. 25 Jahre reichlicher Ernten werden sie vergessen lassen, daß die Sünden der Menschen die Ursache aller Strafen sind, die über die Erde kommen.“ Demgemäß würde der wahre Friede nur eine Generation lang anhalten. Schon die nächste Generation würde wieder damit beginnen, lauer zu werden und die unglaublichen Wohltaten Gottes zu vergessen. Prof. Konzionator überschreibt ein Kapitel seines Buches so: „Die glückliche Zeit unter dem Großen Monarchen dürfte aber keine wahre Freude aufkommen lassen bei denen, die sich vor Augen halten, daß bald darauf die Zeit des Antichrists anbrechen soll.“ In La Salette heißt es sofort im Anschluß an obige Feststellung: „Ein Vorläufer des Antichrists wird mit seinen Truppen aus vielen Völkern wider den wahren Christus, den alleinigen Retter der Welt, kämpfen. Er wird viel Blut vergießen und die Verehrung Gottes vernichten wollen, damit man ihn wie einen Gott ansehe.“

Schon die hl. Hildegard hatte das angedeutet: „Gleichwie der ersten Ankunft Christi Friede vorausging, so wird auch Friede der zweiten Ankunft Christi vorausgehen… Nur wird dieser Friede nicht vollkommen sein, sondern getrübt durch die Furcht vor dem bevorstehenden Gerichte.“ Ferner sagt sie in ihrem Buch „Von den göttlichen Werken“: „In jenen Tagen des Segens werden alle Fürsten den Gebrauch der Waffen verbieten… Und gleichwie die Wolken die Erde fruchtbar machen werden, so wird auch der Heilige Geist die Völker bereichern mit dem Tau seiner Gnade … Es wird ein wahrer Sommer des geistlichen Lebens entstehen. Die Priester, die Mönche, die Jungfrauen und die übrigen Stände werden gerecht und fromm leben … In dieser Zeit werden die heiligen Engel in vertrauten Verkehr mit den Menschen treten, weil sie entzückt sind von der Erneuerung und Heiligkeit ihres Lebens… Die Menge der Gläubigen wird einen bedeutenden Zuwachs erhalten durch das Zuströmen der Heiden… Doch wird die Freude nicht vollkommen sein, weil die Menschen einsehen werden, daß der Tag des Gerichtes nahe bevorsteht“ (Ebd. S. 118f).

Der Antichrist

Daß der Antichrist bald nach dem Kommenden Großen Monarchen kommen soll zur Strafe für die Undankbarkeit und Sittenlosigkeit der Menschen, hat schon Methodius, Bischof von Olympus, im 4. Jahrhundert geweissagt; er erklärte: „Die Christen werden sich in der Endperiode der Welt zu wenig dankbar erweisen für die große Gnade, die ihnen zuteil geworden durch die Erweckung des Kommenden Großen Monarchen, durch die unter ihm lang andauernde herrliche Friedenszeit und Fruchtbarkeit der Erde; sie werden sich sogar wieder einem lasterhaften Leben hingeben: der Hoffart, Eitelkeit, Unzucht, Leichtfertigkeit, dem Haß und Neid, der Unmäßigkeit im Essen und Trinken und anderen Lastern, so daß die Wunden ihrer Sünden vor Gott ärger als Pestilenz stinken werden. Es werden dann viele Menschen zu zweifeln anfangen, ob auch wirklich der katholische Glaube der allein seligmachende sei und ob Christus wirklich der Sohn Gottes und Heiland der Welt sei; ob denn nicht vielleicht die Juden Recht haben, wenn sie noch auf den Messias warten. Es werden deshalb Irrtümer entstehen und Verwirrungen hervorgerufen. Der gerechte Gott wird darüber so entrüstet sein, daß er dem Luzifer und allen Teufeln Gewalt geben wird, aus der Hölle auf die Erde zu kommen und die Gottlosen erst recht zu verführen“ (Ebd. S. 120).

Abschließend sei noch ein Gedanke Prof. Konzionators angeführt, der zum besseren Verständnis unserer Zeit durchaus erwägenswert ist:

„Es ist übrigens — nach dem bisherigen Verlauf der Kirchengeschichte zu urteilen — leicht vorauszusehen, daß sich zur Zeit des größten Triumphes der Kirche wieder eine Reaktion bilden wird. Sobald das Christentum ohne mächtigen Einfluß auf das Leben der Völker bleibt, wie es in den Zeiten religiöser Gleichgültigkeit der Fall ist, wird keine kräftige Gegenwirkung hervorgerufen; die Flammen des Hasses wider das Christentum würden ja zu wenig Brennstoff finden, als daß sie den Brand einer Christenverfolgung zu entzünden vermöchten. Erst wenn die Kirche zu Macht und Ansehen gelangt, wächst die Feindschaft der Welt. Auch bei Christus war es nicht anders. Als Christus durch die Auferweckung des Lazarus, der bereits 4 Tage im Grabe gelegen war, den Höhepunkt seines Ansehens beim Volke erreicht hatte, hielten die Hohenpriester und Pharisäer sogleich einen Rat und sprachen: ‚Was tun wir, dieser Mensch wirkt viele Wunder. Wenn wir ihn so lassen, werden alle an ihn glauben‘.
(Joh. 11, 47 ff). Daraufhin beschlossen sie, ihn zu töten. (Joh. 11, 53). So wird auch, wenn die Kirche unter dem Kommenden Großen Monarchen ihre Triumphe feiern wird, der Weltgeist Pläne ersinnen, um die Kirche wieder ihres Einflusses zu berauben und sie zu knechten. Mit der Kirche verhält es sich wie mit einem Wasser, das nicht vom Winde berührt wird. Dieses gerät in Fäulnis. So fängt auch die Kirche, wenn sie nicht von Verfolgungen beunruhigt wird, an, zu erschlaffen. Die Kirchengeschichte beweist das. Daher liegt es im Plane der Vorsehung, daß die Kirche nicht auf die Dauer ohne Verfolgungen sei. Im Leben der Gerechten ist es ähnlich. Die Geschichte der Kirche hat eine große Ähnlichkeit mit der Lebensgeschichte Christi. Bevor Christus in sein bitteres Leiden ging und das Kreuz bestieg, zog er erst am Palmsonntage in feierlichem Triumphe in Jerusalem ein und es erscholl der Freudenjubel des Volkes: ‚Hosianna, dem Sohne Davids!‘ (Matth. 21, 9). Auch die Kirche, bevor sie am Ende der Tage zur Zeit des Antichrists ihr bitteres Leiden beginnt, wird zuvor noch ihren Triumph feiern und zwar, wie geweissagt ist, unter dem kommenden Großen Monarchen“ (Ebd. S. 120f).

Wie wir aus der Großen Botschaft von La Salette und den kommentierenden Gedanken Prof. Konzionators ersehen können, leben wir in einer besonders schwierigen, ja ängstigenden Zeit. Jeder, der an Jesus Christus, den Sohn Gottes und das von IHM verheißene, ewige Leben glaubt, erkennt leicht, wie vorsichtig er inmitten dieser gottlosen Gesellschaft sein muß, um den im Acker verborgenen und glücklich gefundenen Schatz nicht wieder zu verlieren. Wir sollten darum die hier zusammengetragenen Informationen mit ruhigem Ernst betrachten und den Heiligen Geist um die notwendige Erleuchtung bitten, daß wir daraus das erkennen dürfen, was für uns notwendig ist, um in den kommenden Prüfungen allzeit standhalten zu können. Bewahren wir trotz aller Seelennot immer das Trostwort unseres Herrn, das ER uns vor Seinem Abschied geschenkt hat: „Seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

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Weiterführende Links: Wie weit ist es noch bis zum Weltuntergang?Ein Priester blickt in die Zukunft