Modernisten

Nachgedanken zum Fronleichnamsfest

Das Gleichnis vom Gastmahl

Beim Gastmahl, von dem das Evangelium des Sonntags in der Oktav von Fronleichnam berichtet, ist es ganz anders. Ein Mann gibt ein Gastmahl und lädt viele dazu ein. Der Mann möchte seine Gäste nicht tyrannisieren, er möchte sie vielmehr an seiner Freude teilnehmen lassen – sozusagen ganz ohne Nebenabsichten. Es soll ein Gastmahl der Freude für alle sein, die daran teilnehmen dürfen, einer vollkommenen Freude, durch keine Sorgen oder Ängste getrübt.

Aber offensichtlich haben die Geladenen gerade das vollkommen vergessen, denn die Freude dieses Gastmahles ist rein geistig, ja sogar übernatürlich, man kann sie nur im göttlichen Glauben erfassen, nur mit einem ganz lebendigen göttlichen Glauben. Die geladenen Gäste hatten keinen lebendigen übernatürlichen Glauben mehr, weshalb sie meinten, weltliche Freuden dem Gastmahl vorziehen zu sollen und zu können. Sie bildeten sich tatsächlich ein, sie seien durch ein Landgut, fünf Joch Ochsen oder eine Frau vom Gastmahl entschuldigt. Darin liegt eine ganz tiefe Tragik, denn wir Menschen neigen seit der Erbsünde zur Selbsttäuschung. Gott hat sozusagen Seine liebe Not, uns Menschen jene übernatürliche, göttliche Freude greifbar zu machen, die Er uns schenken möchte, erscheinen uns doch die irdischen Freuden größer und vor allem greifbarer als die himmlischen.

Die Wüstenwanderung des Volkes Israel – Das Bild unseres Menschenlebens

Ein ganz großes Vorbild und immer gültiges Gleichnis dafür ist das auserwählte Volk Israel auf seinem Weg durch die Wüste. Die Kirchenväter haben diesen Weg durch die Wüste als Bild unseres Menschenlebens gedeutet. Der Zug durch das Meer war Bild der Taufe, der Einzug ins Gelobte Land ein Bild des Einzugs in den Himmel. Dazwischen aber ist die Zeit der Bewährung und Prüfungen.

Das himmlische Manna – Die Speise auf dem Weg ins gelobte Land

Wir wissen, Gott hat das auserwählte Volk durch die Wüste geführt und dort Jahrzehnte hindurch auf wunderbare Weise mit einem Himmelsbrot genährt, wie im Buch Exodus berichtet wird: „Die Israeliten aber nannten es Manna. Es war weiß wie Koriandersamen, und sein Geschmack war wie der von Honigkuchen. Daher befahl Mose dem Aaron: ‚Nimm einen Krug, tu einen Gomer voll Manna hinein und stelle ihn vor der Gesetzeslade zur Aufbewahrung für die kommenden Geschlechter nieder!‘ Die Israeliten aßen vierzig Jahre lang Manna, bis sie in bewohntes Land kamen. Sie aßen Manna, bis sie die Grenzen des Landes Kanaan erreichten“ (Ex 16, 31. 33. 35).

Das sind überaus aussagereiche Sätze. Der erste gibt zu bedenken, das Manna hatte kein außergewöhnliches Aussehen, es war wie Koriandersamen und schmeckte wie Honigkuchen. Moses befiehlt Aaron, einen Krug voll Manna vor die Gesetzeslade zu stellen, damit auch die folgenden Geschlechter von der wunderbaren Speisung in der Wüste Zeugnis bekommen. Das Manna ist aber diejenige Speise, durch die das auserwählte Volk solange genährt wird, bis es endlich an die Grenze des verheißenen Landes Kanaan gelangt. Kanaan ist das Land, in dem Milch und Honig fließt, also ein Vorbild für den Himmel. Mit der Himmelsspeise gelangt man also bis zur Grenze des gelobten Landes, bis zur Grenze des Himmels! Das Manna ist die himmlische Nahrung für diese irdische Zeit der Bewährung.

Nun müßte man meinen, das auserwählte Volk wäre überaus dankbar gewesen für diese himmlische Nahrung und die darin zum Ausdruck kommende Güte und Zuvorkommenheit Gottes. Aber das war nicht immer so. Der folgende Bericht aus dem Buch Numeri zeigt uns, auch an ein so großes Wunder kann man sich mit der Zeit gewöhnen. Ein Wunder, das Tag für Tag geschieht, erscheint einem allmählich gewöhnlich. Das Wunder verliert sogar so sehr seinen übernatürlichen Glanz, daß man es nicht mehr als solches wahrnimmt. „Als nun das zugelaufene Volk, das sich in ihrer Mitte befand, Gelüste nach anderen Speisen bekam, fingen auch die Israeliten wieder an zu jammern. Sie klagten: ‚Wer gibt uns Fleisch zu essen? Wir denken an die Fische zurück, die wir in Ägypten umsonst zu essen bekommen haben, an die Gurken und Melonen, an den Lauch, die Zwiebeln und den Knoblauch. Jetzt aber sind wir am Verschmachten. Gar nichts ist da. Wir bekommen nichts zu sehen als Manna.‘ Das Manna hatte die Gestalt von Koriandersamen und sah aus wie Bdelliumharz“ (Num. 11, 4-7).

Es ist schon sehr eigenartig, aber auch wieder so ganz und gar menschlich. Das Wunder der himmlischen Speisung des Volkes Israel in der Wüste hat sich auch bei den anderen Völkern herumgesprochen, sodaß sich sogar manche Leute auf den Weg in die Wüste machten, um ebenfalls von dem Wunder zu leben. Es war doch allzu verlockend, nicht mehr arbeiten und sich abmühen zu müssen und doch immer genügend zu essen zu haben – auch wenn man dafür in der Wüste leben mußte. Dieses zugelaufene Volk wurde jedoch den Israeliten zur Verführung, denn sie bekamen Gelüste nach anderen Speisen. Man kann es kaum glauben, die Israeliten sehnten sich mit einem Mal zurück zu den Fleischtöpfen Ägyptens! „Wir denken an die Fische zurück, die wir in Ägypten umsonst zu essen bekommen haben, an die Gurken und Melonen, an den Lauch, die Zwiebeln und den Knoblauch.“ Sie haben vor Begierde nach Fleisch sogar ganz vergessen, daß sie in Ägypten Sklaven waren und meinen jetzt irrtümlich, dort hätten sie „umsonst zu essen bekommen“. Und wie schmackhaft erscheinen ihnen die Gurken und Melonen, der Lauch, die Zwiebeln und der Knoblauch Ägyptens. Das Manna war ihnen nicht mehr gut genug, ja sie jammerten: „Jetzt aber sind wir am Verschmachten. Gar nichts ist da. Wir bekommen nichts zu sehen als Manna.“

Die meisten Israeliten verlieren den Geschmack am himmlischen Manna

Man hört direkt das Jammern beim Lesen dieser Worte: Immer nur Manna essen, wir können das Manna nicht mehr sehen, riechen und schmecken. Uns ekelt vor dem Manna! Es ist erschütternd, die meisten Israeliten haben den Geschmack an der himmlischen Speise vollkommen verloren, deswegen erschienen ihnen die Fleischtöpfe Ägyptens erstrebenswerter, begehrenswerter als das himmlische Manna. Immer nur dieses Manna da – wir wollen endlich wieder einmal Fleisch zu essen!

Der Herr schickt Wachteln … und straft Sein Volk

Der biblische Bericht geht weiter: „Da erhob sich auf Gottes Geheiß ein Wind, der vom Meer her Wachteln herbeiführte und sie über dem Lager im Umkreis von einer Tagereise auf allen Seiten des Lagers bis auf zwei Ellen über dem Boden herabdrückte. Das Volk machte sich nun daran, den ganzen Tag und die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag Wachteln einzufangen. Wer wenig sammelte, brachte es auf zehn Hómer. Man breitete sie dann rings um das Lager herum zum Dörren aus. Noch war das Fleisch zwischen ihren Zähnen nicht verschwunden, da entbrannte der Zorn Gottes gegen das Volk. Und der Herr ließ über das Volk eine sehr schwere Heimsuchung kommen“ (Num. 11, 31-33). Gott ist zornig über Sein undankbares, aufrührerisches Volk und sendet – „Noch war das Fleisch zwischen ihren Zähnen nicht verschwunden“ – eine sehr schwere Heimsuchung.

Der Hausvater wird zornig

Auch der Hausvater im Evangelium wird zornig. Er hat gar kein Verständnis für die Entschuldigungen oder besser gesagt Ausreden der Geladenen. Warum hat er kein Verständnis? Weil es keine gültigen Entschuldigungen gibt, denn sie können und müssen wissen, um was für ein besonderes Gastmahl es sich hier handelt. Es ist das Gastmahl ihres Gottes und Herrn und Erlösers. Wie hätte es eigentlich sein sollen – der Wirklichkeit entsprechend sein sollen? Die Geladenen hätten beim Kommen des Boten sofort alles liegen und stehen lassen und sagen müssen: Wie schön, endlich darf ich zum Gastmahl kommen. Wie lange habe ich mich schon danach gesehnt, daran teilzunehmen, wie hat mich die Vorfreude beinahe verzehrt. Gibt es doch nichts Vergleichbares auf der ganzen weiten Welt.

Das himmlische Gastmahl ist über alle Maßen schön und erhaben und wohlschmeckend: Brot vom Himmel hast Du uns gegeben, das alle Süßigkeit in sich enthält! Das Manna in der Wüste war nur ein Schatten, das wahre Himmelsbrot ist der Leib und das Blut Jesu Christi. Im Grunde können wir es gar nicht richtig fassen: Das himmlische Gastmahl hat schon begonnen – und jeder ist dazu eingeladen, an der Tafel Gottes teilzunehmen. Das Fronleichnamsfest ist das Fest des unter der Gestalt der kleinen weißen Hostie verborgenen Gottes, die heilige Hostie ist die Opferfrucht aus dem heiligen Meßopfer.

Das Fronleichnamsfest – Das Fest vom himmlischen Gastmahl

Unser heiliger katholischer Glaube zeigt gerade am Fronleichnamsfest seine ganze Größe und seine gottgeschenkte Geheimnismacht, denn er leitet uns an, die kleine weiße Hostie aus unseren Kirchen und Kapellen hinauszutragen, um öffentlich zu bekennen: Wir glauben, daß unter der Brotsgestalt dieser kleinen Hostie unser Herr Jesus Christus mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut wahrhaft und wirklich gegenwärtig ist, so daß sich jedes Knie vor Ihm in der hl. Hostie beugen muß, um Ihn gebührend anzubeten und zu verherrlichen. Die göttliche Vorsehung hat alles in der Welt so gelenkt, damit wir das Fest Fronleichnam feiern können. Dieses Fest gibt uns schon eine Vorahnung dessen, was in der Geheimen Offenbarung des hl. Johannes für das Ende der Zeiten verheißen wird: „Und der auf dem Thron sitzt, sprach: ‚Siehe, ich mache alles neu‘“ (Offb 21, 5).

Vermittelt nicht der Schmuck unserer Kirchen und Kapellen und unserer Altäre – und die ganze wunderbare Natur draußen – eine Ahnung dieser neuen Welt, die für unseren Herrn Jesus Christus so schön ist? Die ganze Schöpfung soll unseren Gott in der weißen Hostie preisen: Ihr Berge und Hügel, lobet den Herrn! Ihr Felder und Wälder, lobet den Herrn! Ihr Gräser und Blumen, lobet den Herrn! All ihr Vögel des Himmels, lobet den Herrn! Lobet und preiset Ihn in alle Ewigkeit! In diesen Lobpreis wollen und dürfen wir selbst einstimmen und ihm sozusagen erst das verständige und liebende Herz hinzufügen. So wollen auch wir Menschen unseren Herrn in der weißen Hostie lobpreisen – und zwar mit der ganzen Kraft unserer Seele und mit unserem ganzen Gemüte.

Der Gnadenstrom, der vom Kreuze fließt

Es ist zu befürchten, daß wir Katholiken allzu leicht vergessen, wie denn überhaupt diese neue Welt wiedererstehen konnte, wo doch nach der Sünde Adam und Evas alles so aussichtslos schien, menschlich vollkommen aussichtslos schien. Das „Siehe, ich mache alles neu“ muß zusammen gesehen und gelesen werden mit einem anderen Wort, nämlich: „Es ist vollbracht!“ Das Werk der Neuwerdung unserer Menschenwelt ist am Kreuz vollbracht worden. Der menschgewordene Sohn Gottes hat am Kreuz das Erlösungswerk vollbracht – und zwar mit einem unermeßlichen Übermaß an Gnade. Angesichts dieser Tatsache beginnt man sich doch zuweilen zu fragen: Warum ist unsere Welt nicht besser und heiliger, wenn doch der Gnadenstrom so reichlich fließt? An einem Mangel an Gnade kann es nicht liegen – wohl aber an einem Mangel an Bereitschaft der Menschen, sich der Gnade Gottes zu öffnen und diese in sich wirken zu lassen.

Versuchen wir, uns diese neue Gnadenwelt Gottes lebendig vor Augen zu stellen, wenn wir unseren göttlichen Herrn, verborgen in der kleinen weißen Hostie, durch unsere kleine Welt tragen. Versuchen wir, die Gnade wahrzunehmen, die überall wirken möchte und vielfach am Wirken ist. Um die ganze übernatürliche Wirklichkeit zu fassen, gehört wohl noch ein anderes Wort hierher: „Und ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine Braut, die für ihren Bräutigam geschmückt ist“ (Offb 21, 2). Die erlöste Welt, das ist die so überaus teuer erkaufte Braut unseres göttlichen Erlösers, das neue Jerusalem, das vom Himmel stammt. Wie schön ist die Braut Christi, wie makellos rein und heilig!

Wenn wir das himmlische Jerusalem betrachten, dann wird es faßbar, es ist gar nicht so leicht, eine neue Welt zu schaffen aus der Sünde, denn die Braut des Lammes ist reingewaschen im kostbaren Blut ihres göttlichen Erlösers. Letztlich hat es die Allmacht Gottes allein ermöglicht, die Macht der Sünde zu überwinden – und durch zwei Worte bleibt das Wunder der Wandlung durch alle Jahrhunderte gegenwärtig: „Das ist mein Leib“ – und: „Das ist der Kelch meines Blutes, des neuen und ewigen Bundes“. Die kleine weiße Hostie und das kostbare Blut im Kelch beim heiligen Meßopfer weisen uns hin auf die durch das Opfer Jesu Christi verwandelte Welt – und sie zeigen uns zugleich, daß diese Welt allein aus der Kraft des hl. Meßopfers bewahrt werden kann. Nur diese durch das kostbarste Blut Jesu erlöste Welt kann Gott wahrhaft anbeten und recht huldigen. Welch eine Gnade ist es, zu dieser erlösten Welt zu gehören und dieses Fest gebührend mitfeiern zu dürfen. Ein Priester hat in einem Gedicht, dieses unser wunderbares katholisches Glaubenswissen so wiedergegeben:

Gebet

O Gott,
mit Trümmern hast Du meinen Weg bestreut,
und zu Gefährten gabst Du mir die Todeskranken –
zu Träumen aber Deiner Ewigkeit
und Deiner Allmacht Gottgedanken.

So schmerzt die Lippen, daß ich heimlich weine,
das Wort der Weihe, wenn statt Wein und Brot
ich Scherben nur erheb’ und harte Steine,
der wunden Herzen Harm und Not.

O, sprich erst Du das hohe Wort und wende
zu Brot den Stein und meiner Hände
leidvollen Kelch zu Wein, und ich
will dankend Deiner Wandlung Brote brechen,
mit wundersamem Spruch den Wein besprechen,
will wandeln alle Welt in Dich!

(Hildebrand Bernet)

Die Gegenwart Jesu im Tabernakel

Legen einem die Worte dieses Gedichtes nicht die Frage auf die Lippen: Bin ich noch geheimnistauglich? Nehme ich das Wunder der Wandlung noch wahr? So lebendig wahr, daß mein Herz zittert und meine Seele jauchzt vor überfließender Freude? In der „Nachfolge Christi“ ist zu lesen: „Viele wallfahrten zu verschiedenen Orten, um die Reliquien von Heiligen zu verehren, staunen über deren Taten, bewundern die herrlichen Gotteshäuser und betrachten und küssen die in Seide und Gold gehüllten Gebeine. Und siehe, hier im Altar bist Du bei Mir gegenwärtig, Du, mein Gott, der Heilige der Heiligen, der Schöpfer der Menschen und der Herr der Engel. Bei solchen Wallfahrten der Leute sind oft nur Neugier und Schaulust die treibenden Momente. Darum bedeuten sie auch nicht viel für die sittliche Erneuerung, besonders wenn es nur ein leichtfertiges Umherlaufen ist, ohne wahre Herzensreue. Hier aber, im Altarssakrament, bist Du, mein Jesus, als Gott und Mensch ganz gegenwärtig. Hier erntet man die reife Frucht des ewigen Heils, sooft man Dich würdig und andächtig empfängt. Dahin aber treibt nicht irgendeine Leichtfertigkeit, Neugier oder Sinnlichkeit, sondern der feste Glaube, Andacht, Zuversicht und aufrichtige Liebe!“

Der übernatürliche Glaube – das Fundament des Gnadenschatzes im Allerheiligsten Altarsakrament

Der Gnadenschatz, der uns im Allerheiligsten Altarsakrament eröffnet ist, ist unermeßlich, denn „im Altarssakrament, bist Du, mein Jesus, als Gott und Mensch ganz gegenwärtig“. Aber der Zugang zu dieser Gnadenquelle ist allein „der feste Glaube, Andacht, Zuversicht und aufrichtige Liebe“. Das allein ist das Fundament einer wahren eucharistischen Frömmigkeit und nicht „irgendeine Leichtfertigkeit, Neugier oder Sinnlichkeit“, wie es die Modernisten den Leuten einreden. Ohne das Fundament des übernatürlichen Glaubens kann man dieses Geheimnis nicht fassen und darum auch nicht gnadenhaft verlebendigen. Wer nicht vor der hl. Hostie niederknien und den göttlichen Herrn voller Ehrfurcht im Allerheiligsten anbeten kann, der kann auch nicht Fronleichnam feiern. Er muß es umfunktionieren zu irgendeinem „Event“, um die Leute zu unterhalten, so wie sie es von der sog. Neuen Messe her gewöhnt sind.

Wer sich aber von der wirklichen Gegenwart Gottes ergreifen läßt, der wird auch durch die Gnade immer mehr verwandelt werden. Er wird mit der „Nachfolge Christi“ zum Herrn im allerheiligsten Altarsakrament sprechen: „Ohne Dich kann ich nicht sein, ohne Deine Gegenwart nicht leben. Deshalb muß ich häufiger zu Dir kommen und Dich als Arznei des Heiles empfangen, damit ich nicht etwa auf dem Wege ermatte, wenn ich die himmlische Nahrung entbehre… Da ich sooft falle und sündige, so schnell ermatte und versage, muß ich eifrig beten und öfters beichten und kommunizieren, um mich zu erneuern, zu reinigen und die Glut in mir anzufachen… Wenn ich auch nicht an jedem Tag fähig und zur Feier der heiligen Messe genügend vorbereitet bin, so will ich mich doch bemühen, zu geeigneten Zeiten die göttlichen Geheimnisse zu empfangen und mich einer so großen Gnade teilhaftig zu machen…“ (IV. Buch, Kap. 3, Nr. 2-3).

Wir wollen unsere Gedanken über das Fronleichnamsfest mit jener Bitte beenden, welche in der hl. Messe des Tages vom hl. Thomas von Aquin so eindringlich formuliert wurde: „O Gott, Du hast uns in dem wunderbaren Sakramente das Andenken an Dein Leiden hinterlassen; wir bitten Dich, laß uns die heiligen Geheimnisse Deines Leibes und Blutes so verehren, daß wir die Frucht Deiner Erlösung allezeit in uns erfahren, der Du lebst…“

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