Spiritualität

Vom ersten und vom letzten Platz

Obwohl unser heiliger Glaube unseren Lebensweg hell beleuchtet, können wir dennoch den Weg zum Himmel nicht direkt fassen, sondern immer nur indirekt, weil wir nämlich die Gnade nicht sehen, d.h. mit unseren Sinnen nicht fassen können. Wir können letztlich die Gnade nur aus ihren übernatürlichen Wirkungen begreifen und verstehen lernen. Darum ist es ja gar nicht so einfach, aus dem übernatürlichem Glauben recht zu leben – und darum ist auch jeder Irrglaube so gefährlich. Denn jeder Irrglaube verfälscht unser Wissen über die Gnade und ihre Wirkungen. Jeder Irrglaube schließt also auch immer einen Irrweg mit ein.

Nehmen wir etwa die Protestanten. Diese bilden sich ein – indem sie das Sakrament der hl. Beichte leugnen –, Gott würde ihnen selbstverständlich auch ohne das Sakrament der hl. Beichte ihre Sünden vergeben. Sie bräuchten keinen Menschen, sondern könnten die Verzeihung ihrer Sünden mit Gott allein ausmachen. Aber ist das wahr? Wie werden die Protestanten einmal entsetzt sein, wenn sie von ihrem göttlichen Richter erfahren werden, daß sie sich darin in schwerster Weise geirrt haben – und daß sie es doch besser hätten wissen können und müssen, weil es schließlich die wahre Kirche Gottes immer so gelehrt hat? Und der göttliche Richter wird diesen entgegenhalten: „In meiner übergroßen Barmherzigkeit habe ich euch Beichtväter geschenkt, als ich zu den Aposteln nach der Auferstehung sagte: ‚Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen, welchen ihr sie aber behalten werdet, denen sind sie behalten.‘ Ihr aber habt in eurem Unglauben gemeint, Mich in meinen Beichtvätern verachten zu können. Und trotz dieser Verachtung soll ich euch eure Sünden vergeben?“

Es ist eine Erfahrungstatsache jedes Katholiken: Je tiefer man den heiligen Glauben versteht, desto aufmerksamer wird man auf die verschiedenen Wirkungen der Gnade in der Seele. Wir wissen, die Gnade wirkt zunächst die drei göttlichen Tugenden, Glaube, Hoffnung und Liebe; sodann aber auch alle anderen Tugenden, die uns tauglich machen, den göttlichen Willen immer vollkommener auch unter erschwerten Umständen zu erfüllen. Wir sehen dies so überdeutlich bei den Heiligen. Mit Hilfe der Gnade wurden sie zu einer heldenhaften Tugendübung befähigt, wodurch sie alle Versuchungen und Hindernisse siegreich überwanden. Darum sind diese unsere großen Vorbilder für ein wahrhaft christkatholisches Leben. In ihnen wird es ganz konkret greifbar, was der hl. Apostel Johannes in seinem ersten Brief schreibt: „Denn alles, was aus Gott gezeugt ist, besiegt die Welt; und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube“ (1 Joh 5, 4).

Auch in der hl. Lesung spricht der hl. Paulus von den Drangsalen, die er aufgrund seines Glaubens an Jesus Christus erlitten hat und wie er all diese Drangsale in der Kraft des Heiligen Geistes überwinden konnte, weil Christus durch den Glauben in seinem Herzen wohnte und er in der Liebe Christi, die alles Erkennen übersteigt, fest verwurzelt war. So soll jeder die Liebe Christi verstehen lernen, die alles Erkennen übersteigt, damit er so mit der ganzen Fülle Gottes erfüllt werde. Wie aber muß die Gesinnung unseres Herzens sein, damit es die Liebe Christi immer mehr erfüllen kann? Auf diese Frage gibt uns das heutige Evangelium die Antwort.

Sieger und Verlierer

Im Evangelium lesen wir, wie unser göttlicher Heiland die Pharisäer und Gesetzeslehrer dabei beobachtet, wie sie sich die ersten Plätze auswählten. Nun, mit diesem Verhalten ist eine seit der Erbsünde tief in die Seele eingewurzelte Neigung beschrieben. Jeder möchte doch gerne Sieger sein – und nicht Verlierer. Schon die Kinder haben oft beim Spiel große Mühe, wenn sie verlieren, ruhig zu bleiben – und nicht nur die Kinder! Wie viele Erwachsene gibt es, die bei einem verlorenen Spiel aus der Rolle fallen. Dabei müßte doch jeder bei einem Spiel vernünftigerweise denken: Das ist doch nur ein Spiel, was macht es denn da, wenn ich verliere? Und doch gibt es häufig Wut und Tränen.

Oder denken wir zurück an die Schule. Normalerweise möchten die Schüler doch eine gute, wenn nicht eine sehr gute Note erzielen. Und es gibt die sog. Streber, die alles dafür tun, um die Besten in der Klasse zu sein. Die, wenn es sein muß, sogar Tag und Nacht lernen, nur um besser als die anderen zu sein. Ein Streber würde deshalb auch niemals einem anderen in einer Arbeit helfen, denn er könnte ja von diesem sodann vielleicht übertroffen und auf den zweiten Platz verwiesen werden. Ein solcher Streber ist immer auch ein Egoist – er allein ist der Beste der Klasse.

Kommen wir noch kurz zum Sport. Es gibt Sportler, die die ewigen Zweiten sind. Da könnte man meinen, der zweite Platz ist doch eine hervorragende Leistung – und doch bleibt bei aller Leistung eine gewisse Bitterkeit, nie der Erste gewesen zu sein. Es steckt wirklich sehr tief im Menschenherzen, der Erste sein zu wollen, alle anderen hinter sich zu lassen, sie zu übertreffen und zu besiegen. Keiner käme auf die Idee, den Letzten als Held zu feiern, den Verlierer zu ehren, denjenigen, der als letzter ins Ziel geht, besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Freilich kann sich der trösten: Dabei sein ist alles – aber ist das nicht ein allzu fadenscheiniger, billiger Trost?

Natur und Gnade

Unser göttlicher Lehrmeister sieht die Pharisäer und Gesetzeslehrer auf ihren ersten Plätzen sitzen und erzählt ihnen ein Gleichnis, in dem Er dieses erbsündlich belastete Denken des Menschen auf den Kopf stellt. Wenn jemand zum Gastmahl geladen ist, dann soll er sich nicht auf den ersten, sondern auf den letzten Platz setzen, denn dann wird der Hausvater kommen und ihn einen höheren Platz zuweisen.

Es ist durchaus erwähnenswert, daß unser Herr Jesus Christus mit diesem Rat über das Urteil der natürlichen Klugheit hinausgeht. Denn wenn etwa der Bürgermeister zu einer Versammlung in seiner Gemeinde kommt, wird er sich doch wohl auf den entsprechenden Platz setzen. Wenn er aber vermutet, der Landrat könnte auch noch kommen, dann wird er sich nicht auf den letzten Platz neben irgendjemanden im Saal setzen, sondern auf einen entsprechenden Platz in der Nähe des ersten Platzes. Das sagt einem die natürliche Klugheit. Unser Herr fordert also im heiligen Evangelium mehr als nur eine natürliche Klugheit, er fordert mehr – warum eigentlich? Weil im Reich Gottes und der Gnade alles etwas anders ist als im Reich der Natur.

Viel und wenig

Jeder kennt die Erzählung im hl. Evangelium vom Scherflein der Witwe: „Jesus setzte sich dem Opferkasten gegenüber und schaute zu, wie das Volk Geld in den Opferkasten warf. Viele Reiche warfen viel hinein. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Lepta, das ist ein Quadrans, hinein. Da rief er seine Jünger zu sich und sagte zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten gelegt als alle anderen, die etwas hineinwarfen. Denn alle warfen von ihrem Überfluß hinein, sie aber warf aus ihrer Armut alles, was sie hatte, hinein, ihren ganzen Lebensunterhalt“ (Mk. 12, 41- 44).

Wenn ein Millionär 1000 € spendet, dann ist das so viel, wie wenn einer, der 100 000 € besitzt, 100 € spendet, und einer, der 10 000 € hat, 10 € spendet, und wer nur noch 1000 € besitzt, einen Euro. Das kann man mathematisch genau berechnen, es ist immer ein Tausendstel. Bei der Gnade ist es aber nochmal ganz anders. Denn es kommt hierbei nicht so sehr auf den Betrag an, sondern auf die Gesinnung des Herzens. Es ist doch nicht nur anzunehmen, daß die Witwe trotz ihrer Armut viel geopfert an, sondern aufgrund dieses Opfers kann man auch schließen, daß ihr Gott dieses Opfer wert war. Sie hat ihr Opfer aus reinster Herzensgesinnung dargebracht, weil sie Gott ihre Liebe zeigen wollte. Hätte sie aber ihr Opfer mit neidischem Blick auf jene dargebracht, die mehr gegeben hatten, dann wäre auch ihr Opfer in den Augen Gottes nicht viel wert gewesen. Ja sogar weniger als etwa das Opfer eines der Reichen, der in den Augen der Menschen viel hineingeworfen hat, aber mit seinem Opfer auch die rechte Gesinnung seines Herzens verband. Wir müssen nun aber eingestehen, daß wir gerade den Wert unserer Gesinnung selbst gar nicht abschätzen können. Das kann letztlich allein Gott, der in die Herzen der Menschen schaut.

Eine Prüfung der Demut

Nach der Auferstehung erschien unser Herr einigen Aposteln am Meere von Tiberias. Sie hatten die ganze Nacht vergeblich gefischt, als plötzlich gegen morgen der Herr am Ufer stand und ihnen sagte: „So werft das Netz aus, rechts vom Boote, dann werdet ihr etwas bekommen.“ Sie warfen es aus und vermochten es vor der Menge der Fische nicht heraufzuziehen. Es heißt sodann weiter: „Nachdem sie gefrühstückt hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Da sagte er zu ihm: Weide meine Lämmer!“

Auf die Frage des göttlichen Meisters gibt Petrus keine direkte, sondern nur eine indirekte Antwort. Petrus wagt es nicht, einfach zu antworten: Ja, ich liebe Dich mehr als diese, sondern nur: du weißt, daß ich dich liebe. Übrigens wäre die Antwort, Ja, ich liebe Dich mehr als diese, mehr als gewagt gewesen, da doch gerade der hl. Johannes neben ihm stand, der als einziger Apostel unter dem Kreuz stand. Der göttliche Meister wollte den heiligen Petrus offensichtlich mit dieser ersten Frage nochmals besonders prüfen, denn als oberster Hirte Seiner Herde mußte Petrus vor allem hervorragen durch die Tugend der Demut. Und Petrus zeigt mit seiner Antwort, er ist demütig geworden. Die Bitterkeit seiner Verleugnung hat ihn zutiefst demütig gemacht, hat ihn bereit gemacht für den letzten Platz.

Vor dem Leiden hatte er, als der göttliche Heiland ihnen prophezeite, sie würden diese Nacht noch alle an IHM irre werden, noch recht selbstbewußt geantwortet: „Und mögen alle an dir irre werden, ich werde niemals irre werden.“ Als Jesus ihm entgegnet: „Wahrlich, ich sage dir: Noch heute nacht vor dem Hahnenschrei wirst du mich dreimal verleugnet haben“, beteuert Petrus noch leidenschaftlicher: „Und wenn ich mit dir sterben müßte, ich würde dich doch nicht verleugnen.“ Im hl. Evangelium wird hinzugefügt: „In gleicher Weise sprachen alle Jünger.“ Keiner konnte sich vorstellen, an ihrem Herrn irre zu werden und den Herrn zu verleugnen. Noch in derselben Nacht werden sie die Unberechenbarkeit des Menschenherzens kennenlernen und Petrus die plötzliche Größe der Menschenfurcht. Vor dem Leiden hätte Petrus es sicher gewagt zu antworten: „Ja, Herr, ich liebe Dich mehr als diese.“ Jetzt wagt er nicht mehr, so etwas zu sagen. Viel ruhiger, ernster und wahrer antwortet er: „Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe.“

Wir wissen, unser Herr stellt diese Frage an Petrus ein zweites und drittes Mal. Beim zweiten und dritten Mal, heißt es übrigens dann nur noch: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ – wie gesagt hatte Petrus die Prüfung bestanden; und beim dritten Mal heißt es sodann: „Da ward Petrus traurig, weil er ihn zum drittenmal fragte: Liebst du mich? Und er antwortete ihm: Herr, du weißt alles, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!“ Nicht nur die Lämmer, auch die Schafe soll Petrus für seinen göttlichen Herrn weiden. Weil er nun den letzten Platz eingenommen hat, erhöht ihn der HERR und gibt ihm den ersten Platz in Seiner hl. Kirche. Das ist lebendiges Evangelium, oder etwa nicht?!

Die Übung der Demut – Die Nachfolge Christi

Das Beispiel Petri zeigt uns, es ist gar nicht so einfach, sich auf den letzten Platz zu begeben – d.h. das natürliche Urteil in ein Urteil der Gnade zu verwandeln. Dazu sind gewöhnlich viele Demütigungen notwendig. In der „Nachfolge Christi“ gibt Thomas von Kempen zu bedenken, wenn wir vor dem göttlichen Richter stehen werden, dann wird dessen Urteil sich ganz anders anhören als das Urteil der Welt:

„Dann ist der Arme und Demütige voll Vertrauen, aber der Stolze muß jämmerlich verzagen.
Dann zeigt sich, daß der in dieser Welt klug war, der es gelernt hat, um Christi willen ein Tor und verachtet zu sein.
Dann findet jede geduldig ertragene Trübsal Anerkennung „und alle Bosheit verstummt“ (Ps 106, 42).
Dann freut sich jeder Fromme und jeder Gottlose härmt sich.
Dann frohlockt der Leib, der abgetötet wurde, mehr, als wäre er allezeit gepflegt und verweichlicht worden.
Dann leuchtet die ärmliche Tracht auf und die feine Kleidung verliert ihren Glanz.
Dann wird die kleine Hütte mehr gepriesen als der goldstrotzende Palast.
Dann hilft standhafte Geduld mehr als alle Macht der Welt.
Dann gilt der einfältige Gehorsam mehr als alle weltliche Klugheit.
Dann erfreut ein reines, gutes Gewissen mehr als gelehrte Weltweisheit.
Dann wiegt die Verachtung des Reichtums schwerer als alle Schätze der Erdenkinder.
Dann hast du von einem andächtigen Gebet mehr Trost als von einem leckeren Mahl.
Dann freust du dich über dein Schweigen mehr als über lange Plaudereien.
Dann gelten heilige Werke mehr als viele schöne Worte.
Dann macht ein strenges, in harter Buße verbrachtes Leben mehr Eindruck als alle irdische Lust.
Lerne jetzt im Kleinen Geduld üben, damit du dort vor Schwererem bewahrt bleibest.“

Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden

Allmählich sollte jeder aus den verschiedenen Gedanken den letzten Platz herausspüren, von dem unser göttlicher Herr im hl. Evangelium spricht. Der letzte Platz ist das Leben nach dem Geist der hl. Evangelien, nach dem Geist unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Dieser letzte Platz in Reiche Jesu Christi, im Himmelreich, ist sicher nicht ein Platz der Resignation, nicht der Platz des Verlierers, sondern im Gegenteil der Platz des geheimnisvollen Siegers. Hat doch unser Herr Jesus Christus selbst am Kreuz gesiegt. Die menschlich gesehen größtmögliche Niederlage war durch die göttliche Erlöserliebe zum größtmöglichen Sieg verwandelt: Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Wahrer kann dieses Wort nicht mehr werden als es am Kreuz geworden ist. Den letzten Platz einzunehmen ist nur möglich mit einer echten Kreuzesliebe. Wer das Kreuz nicht zu lieben vermag, der wird niemals den letzten Platz erwählen, denn er wird immer im Geist der Welt urteilen.

Magnificat anima mea…

Werfen wir unsere Gedanken abschließend ganz kurz noch einen Blick auf Maria. Es wird wohl niemanden wundern, daß die Mutter Jesu vollkommen vom Geist ihres göttlichen Sohnes erfüllt war. Und das von Beginn ihres Daseins an. Maria ist die demütige Magd des Herrn, die vollkommen nach dem Willen Gottes lebt. Sie kennt das Reich der Gnade wie sonst niemand und sie lebt vollkommen in diesem unsichtbaren Reich aufgrund ihres lebendigen Glaubens. Als Maria ihre Base Elisabeth besucht, beweist sie sowohl ihre Nächstenliebe als auch ihre Demut. Nach dem Bekenntnis Elisabeths – „Du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Womit habe ich verdient, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, sobald der Klang deines Grußes mein Ohr berührte, frohlockte jubelnd das Kind in meinem Schoße. Selig, die geglaubt hat, daß das in Erfüllung gehen werde, was ihr vom Herrn gesagt ward.“ – stimmt Maria das Magnifikat an.

Dieses wunderbar tiefe Gebet ist durchweht vom Geiste Gottes und dementsprechend natürlich auch vom Geist des hl. Evangeliums. So wundert es einem nicht, wenn hier so auffallend eindringlich von den ersten und letzten Plätzen die Rede ist: „Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.“ Und: „Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen.“

Diese Worte sind die Beschreibung der göttlichen Vorsehung und damit der verborgenen göttlichen Heilsgeschichte. Dem Hochmut der Erbsünde setzt die Erlösungsgnade die Demut Jesu Christi und Seiner gebenedeiten Mutter Maria entgegen. Wer mit ihnen den letzten Platz erwählt, den wird das Trostwort Jesu aufrichten: Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. Es ist die wunderbare Tugend der Demut, die uns im Reiche Christi und der Gnade zu Siegern macht. Aber gerade zur Erlangung dieser Tugend ist eine besondere Gnade nötig, die uns hilft, die Neigung unserer Natur, immer der Erste sein zu wollen, zu überwinden. Nur durch die allseitige Hilfe der Gnade wird uns das möglich sein, wie wir im Kirchengebet bitten: „Wir bitten Dich, o Herr, Deine Gnade möge uns allezeit vorangehen und nachfolgen, und uns unablässig zu guten Werken aneifern. Durch unseren Herrn…“

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