Christus der König

Wir alle wissen es noch, Christus ist ein König. Ja, wir wissen sogar noch mehr, Er ist nicht nur irgendein König, sondern als Gottmensch ist Er der König der ganzen Welt, der ganzen sichtbaren und unsichtbaren Schöpfung, denn „alles ist durch Ihn und für Ihn geschaffen. Er ist vor allen, und alles hat in Ihm Bestand.“ Er ist der König der Könige und die ganze Welt muß Ihm gehorchen und Ihm dienen. Wir sagten „muß“ – aber besser ist es zu sagen, „müßte“, denn es hat doch schon alles ganz anders begonnen, als man aufgrund der Allmacht dieses Königs erwartet, zwingt doch der König der Könige Seine Herrschaft niemandem auf. Daher stirbt der König der Könige freiwillig am Kreuz, Seine Freunde laufen Ihm alle davon und Seine Feinde triumphieren.

Die Verfolgung der Christen durch die römischen Kaiser

Vergessen wir auch nicht zu bedenken, wie es die ersten drei Jahrhunderte war. Die Katholiken hatten im Römischen Reich zwar einen Kaiser, der ließ sie jedoch überall verfolgen und grausam töten, weil er sie für gefährliche Staatsfeinde hielt. Was natürlich nicht stimmte, bzw. zumindest nur eine Halbwahrheit war. Wenn der Staat heidnisch ist, so sind die Katholiken freilich in gewissem Maße immer Feinde des Heidentums, aber deswegen noch nicht des Kaisers. Aber einen Kaiser als Gott verehren, wie es die römischen Kaiser verlangten, das kann kein Katholik. Da besteht in der Tat eine Feindschaft, ein absoluter Gegensatz, denn nur einer ist wahrer Gott, unser Herr Jesus Christus. Und deswegen hielten viele Katholiken etwa schon den Kaiser Nero, einen der grausamsten Christenverfolger, für den Antichristen, wollte er doch den christlichen Glauben auslöschen, wie es vom Antichristen ebenfalls vorhergesagt ist.

Von Kaiser Konstantin bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches

Wir wissen auch, mit Kaiser Konstantin änderte sich die Lage für die Katholiken im römischen Weltreich schlagartig. Jetzt hatten auch die Katholiken einen Kaiser, der sie nicht mehr verfolgte, sondern förderte. Dieses nunmehr christlich gewordene römische Kaisertum setzte sich über Karl den Großen fort – und hat das christliche Morgen- und Abendland geschaffen. Während das christliche Morgenland schließlich vom Islam überrannt wurde, konnten sich die Kaiser bis ins Jahr 1806 halten. Aber am 06. August 1806 legte schließlich Kaiser Franz II auf Druck Napoleons die Krone des Heiligen Römischen Reiches nieder. Der Kaiserthron war gestürzt, es folgten alle katholischen Königsthrone nach.

Heute leben wir darum wieder in einer kaiser- und königslosen Zeit. Alle katholischen Staaten sind weltweit aufgelöst. Dem König der Könige wurden durch die international agierenden Freigeister die Throne geraubt. Und wenn es nicht mehr dazu kommen sollte, daß durch das Eingreifen Gottes doch noch ein großer Monarch die Herrschaft antritt, stehen wir unmittelbar vor dem Weltreich des Antichristen. Wir wissen ebenfalls, so denke ich wenigstens, dieses antichristliche Reich hat immer wieder im Laufe der Jahrhunderte seine Schatten vorausgeworfen. Es hat immer wieder Vorläufer des Antichristen gegeben, anhand derer Wirken man das nahende Unheil in etwa erahnen kann.

1938: Eine friedliche Koexistenz zwischen Staat und Kirche?

Es ist erst – oder auch schon – 80 Jahre her, als in Österreich die Nationalsozialisten die Macht übernahmen, d.h. der „friedliche Anschluß“ Österreichs ans Deutsche Reich erfolgte. Drei Tage nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 gab Adolf Hitler Kardinal Innitzer persönlich die grundsätzliche Zusicherung einer friedlichen Koexistenz zwischen Staat und Kirche. Diese Zusicherung war freilich nicht ernst gemeint, wie jeder Österreicher zu diesem Zeitpunkt schon wissen konnte oder zumindest aufgrund genügend klarer Beweise befürchten mußte.

Dennoch versuchten die österreichischen Bischöfe eine vertragliche Einigung mit dem Hitlerregime zu erreichen. Das vorläufige Ergebnis dieses Ringens um den kleinsten gemeinsamen Nenner war die sogenannte „Feierliche Erklärung“ vom 21. März 1938, die Kardinal Innitzer auf Anraten oder wohl besser auf Druck von Gauleiter Bürckel mit „Heil Hitler“ beendete. Die Reaktionen der Bevölkerung auf diese Erklärung der österreichischen Bischöfe waren, wie nicht anders zu erwarten, recht unterschiedlich. Die Spannbreite geht von begeisterter Zustimmung für die Anerkennung „Adolf Hitlers, unseres neuen Christus“ – das muß man sich vorstellen, so schreibt ein Katholik! – bis hin zu erbitterter Entrüstung über den „Verrat des Kardinalschweines“.

Den ganzen Sommer hindurch wurde zwischen Kirche und nationalsozialistischem Staat weiter in geheimen Verhandlungen um einen gemeinsamen Nenner für einen dauerhaften Vertrag gerungen. Wie nicht anders zu erwarten, waren die Nazis gar nicht kompromißbereit, sondern forderten einen unzumutbaren Einfluß in den kirchlichen Bereich. Durch die Einführung der obligatorischen Zivilehe in Österreich mit Datum vom 1. August 1938 sowie die Entziehung des Öffentlichkeitsrechtes geistlicher Lehranstalten galten die Verhandlungen schließlich als gescheitert, weshalb die österreichischen Bischöfe diese am 19. August 1938 abbrachen – nicht umgekehrt, wie manchmal gerne berichtet wird.

Damit standen die Zeichen auf Sturm! Bereits im September wurde Kardinal Innitzer anläßlich einer Visitation in Kirchberg am Wagram tätlich angegriffen. Am 7. Oktober sollte der Sturm richtig losbrechen.

Der 7. Oktober im Wieners Stephansdom

Für diesen 7. Oktober 1938 war die jährliche Jugendfeier im St. Stephansdom geplant, mit der für die Jugend das Arbeitsjahr mit einer religiösen Feier beginnen sollte. Erwartet wurden 1500 bis 2000 Jugendliche, gekommen sind schließlich an die 7000 junge Menschen. Alles Jugendliche, die in rund 500 Burschen- und 400 Mädchenvereinen in fast allen Pfarreien der Erzdiözese aufgewachsen waren und sich infolge der Auflösung ihrer Vereine und Verbände oft monatelang nicht mehr gesehen hatten. Meistens durch Mundpropaganda waren sie zu dieser Feier im St. Stephansdom in Wien zusammengerufen worden.

An diesem Abend herrschte im überfüllten Dom zu St. Stephan, wie man sich leicht vorstellen kann, eine „unbeschreibliche Stimmung“. Kardinal Innitzer hatte zugesagt, die Feier persönlich zu halten. Nachdem zuerst der Jugendseelsorger, Martin Stur, gesprochen hatte, bestieg Kardinal Innitzer, wie im Programmheft angekündigt, die alte Pilgramkanzel des Domes und richtete folgende Botschaft an seine Jugend: „Dies ist eine Stunde des Gebets, aber auch des Bekenntnisses […] Ihr habt es nicht leicht gehabt in letzter Zeit. Man hat euch vieles genommen, eure Vereinigungen und Uniformen, eure Fahnen und Abzeichen. Eines aber ist euch geblieben!“ Man hätte in dem riesigen Dom eine Stecknadel fallen hören können, so ruhig war es und so gespannt waren alle Anwesenden. Und dann sagte der Kardinal: „Einer ist euer Führer, euer Führer ist Christus, wenn ihr ihm die Treue haltet, werdet ihr niemals verloren gehen.“

Dieses flammende Bekenntnis zu Jesus Christus als dem wahren und einzigen König, von dem jede Herrschaft seinen Namen hat, war zugleich eine Kriegserklärung an den Führer und das Nazi-Regime, wie es sie im Großdeutschen Reich nie zuvor gegeben hat – und auch nie mehr geben sollte. Die Andacht endete mit dem sakramentalen Segen, und der gotische Dom wurde beim feierlichen Schlußlied von tausenden jugendlichen Stimmen erfüllt: „Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke […] Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum.“ Draußen, vom Riesentor her drang ein zaghafter Sprechchor in den Kirchenraum: „Sieg Heil, Sieg Heil…“ Es waren etwa hundert Rufer der Hitlerjungend, die sich bei der Goldschmiedgasse versammelt hatten.

Die „unbeschreibliche Stimmung“ im Dominneren setzte sich, nach den Worten des Kardinals, nach den Orgelklängen mit vollen Registern am Ende der Feier draußen am Platz vor dem Dom fort. Wie ein Lauffeuer wird die Parole ausgegeben: „Nicht provozieren lassen, ruhig bleiben!“ Dann plötzlich ein spontaner Chorgesang auf dem Platz: „Auf zum Schwure, Volk und Land, hebt zum Himmel Herz und Hand…“ Tausende junge Österreicher singen es mit erhobener Schwurhand. Hierauf rufen sie: „Wir wollen unsern Bischof sehen“ – in Anspielung auf die Nazis, die ständig ihren „Führer sehen“ wollten. Schließlich begleiten die jungen Leute ihren Kardinal noch bis zum Haupttor des bischöflichen Palais.

Dieses feierliche und klare Bekenntnis für den Christkönig war für die Nazis eine unzumutbare Provokation. Sie konnten diese nicht einfach auf sich beruhen lassen. Schon tags darauf drang eine Gruppe von etwa 100 Burschen im Alter von 14 bis 25 Jahren nach Sprengung des Tores Stephansplatz 7 in das Bischofspalais ein und stürmte, auf der Suche nach dem Kardinal, der sich über eine Wendeltreppe auf das Dach des Querbaues geflüchtet hatte, durch seine Räume und tobte, mangels ihres Feindbildes, ihren Zorn an der Einrichtung aus. Sie verbrannten die Kleider des Kardinals, stahlen Ringe, Ketten und Brustkreuze, zerrissen und durchstachen Bilder, wie auch das große Kreuzbild, das heute noch im Konsistorialsaal hängt, zertrümmerten Möbel und schändeten Kruzifixe. Mit abmontierten Messingstangen aus dem Stiegenaufgang zerschlugen sie sämtliche Fensterscheiben. Nach der Erstürmung des Palais drangen die Jugendlichen auch in das Kurhaus ein und warfen dort den Domkuraten Johannes Krawarik vom 1. Stock in den Hof. Wobei er, wie durch ein Wunder, „nur“ schwer verletzt auf einem Sandhaufen liegen blieb. Als man den schwerverletzten Domkuraten ins Krankenhaus gebracht hatte, wurde ihm über eine Stunde lang jegliche ärztliche Hilfe verweigert.

Gegen die Kirche grölende Nationalsozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten

Die Verwüstung und Plünderung des Erzbischöflichen Palais am 8. Oktober durch die Hitlerjugend und ihre Leiter war gewissermaßen das Vorspiel für die nun einsetzende Verfolgung der Kirche, die unter Priestern und Laien einen hohen Blutzoll fordern sollte. Während die Randalierer durch das Bischofspalais zogen, saß der nationalsozialistische Polizeipräsident Otto Steinhäusl im Kaffeehaus und schaute auf die Uhr, ob die mit der Parteileitung vereinbarte Zeitspanne für die inszenierten Ausschreitungen schon abgelaufen war. Erst als alle Randalierer abgezogen waren, begab er sich an den Ort des Geschehens. Am 9. Oktober fotografierte die Gestapo die Verwüstung am Stephansplatz, versiegelte das Palais und ließ alle Augenzeugen unterschreiben, daß sie Schweigen bewahren werden. Unter Polizeischutz durfte Innitzer am darauffolgenden Sonntag in den Dom, um das hl. Amt zu feiern.

Die Verwüstung des bischöflichen Palais war jedoch den Nazis noch nicht genug. Am 13. Oktober erfolgte am Wiener Heldenplatz die große, endgültige Demaskierung der neuen Machthaber: Ein alkoholisierter Gauleiter Bürckel grölte unflätig gegen Kirche, Kardinal und politischen Katholizismus, aber auch gegen Juden und Judentum. An die 200.000 Menschen – Nationalsozialisten, Sozialdemokraten, Kommunisten – hatten sich mit Spruchbändern eingefunden, die Aufschriften wie „Pfaffen an den Galgen“ – „Zum Teufel mit den Jesuiten“ – „Ohne Juden, ohne Rom, wird erbauet Deutschlands Dom“ trugen. Nach der Kundgebung formierten sich Demonstrationszüge, die mit antiklerikalen Sprechchören, wie „Zwei, drei, vier – Innitzer krepier“ und Transparenten, auf denen zu lesen stand: „Innitzer und Jud – eine Brut“, unter anderem auch am Erzbischöflichen Palais vorbeimarschierten. Die Polizei war auch diesmal nicht zu sehen. Die Nazistaat hatte sich ganz klar auf die Seite der kirchenfeindlichen Demonstranten gestellt.

Die Geschehnisse in Wien wurden von den internationalen Medien aufgegriffen und beschäftigten die Weltöffentlichkeit. 130 US-Bischöfe sandten ein Sympathietelegramm nach Wien. Der Breslauer Kardinal Bertram protestierte beim Berliner Reichskirchenminister Hanns Kerrl. Die „Neuen Zürcher Nachrichten“ schrieben von einem „geistigen Tiefstand“.
Diese dramatischen Ereignisse brachten letztlich für die Kirche in Österreich die Wende. Das arg mitgenommene Palais war in den folgenden Tagen ein Ziel vieler Wiener, nicht nur der Schaulustigen, sondern vor allem der Katholiken, die ihrem Bischof Mitgefühl und Betroffenheit und Treue zum Ausdruck bringen wollten. Die Fronten waren durch den zurückgewonnenen Bekennermut des Kardinals wieder ganz klar gezogen. Die katholische Kirche war nunmehr von dem Vorwurf der Kollaboration reingewaschen, bzw. hatte sie dafür gebüßt und eben dadurch auch eine ganz neue, grundsätzliche Festigkeit gewonnen. Für den oft gescholtenen Kardinal waren die Ereignisse des Oktober 1938 jedenfalls eine Ehrenrettung.

Ein Blick aus gesicherter Distanz

Wobei wir, wenn wir heute sozusagen aus gesicherter Distanz auf jene Geschehnisse zurückblicken, nicht vergessen dürfen, daß es Adolf Hitler eine Zeit lang durchaus gelungen war, die ganze Weltöffentlichkeit zu täuschen. Immerhin war Hitler rechtmäßig an die Macht gekommen und wurde von allen Ländern als Reichskanzler Deutschlands anerkannt. Noch im Jahr 1936 wurden die Olympischen Spiele in Berlin veranstaltet. Und sogar die anfangs sehr kritischen Amerikaner waren von diesen Spielen ganz begeistert. So ließ sich etwa der Journalist Thomas Wolfe von der gekonnten Inszenierung durch die Nazis täuschen. Er schrieb damals aus Berlin: „Langsam näherte sich der blitzende Wagen des Führers, kerzengerade, ohne eine Bewegung und ohne ein Lächeln stand er darin. Ein kleiner, dunkler Mann mit einem Operettenbärtchen.“ Hitlers rechter Arm, so stellte der Amerikaner sodann fest, war nicht zum gewohnten Nazigruß erhoben, „sondern hoch aufgereckt mit der segnenden Gebärde eines Buddha oder eines Messias“. Das war doch eine unmißverständliche Geste, die jeden Katholiken hätte aufschrecken müssen.

Adolf Hitler und seine Hintermänner wußten, wie man das Volk für sich gewinnen konnte. Die ungerechten Forderungen des Friedensvertrages von Versailles wurden von Hitler zurückgewiesen, wodurch nach der katastrophalen Inflation das deutsche Wirtschaftswunder möglich wurde. Die vielen ,vielen Arbeitslosen hatten plötzlich wieder Arbeit. Es herrschte wieder Ordnung im Land und die Vaterlandsliebe galt wieder etwas. Man hatte den Eindruck einer allgemeinen Besserung im ganzen Land.

Und trotzdem konnte auch damals jeder, der es sehen wollte, klar sehen, daß Adolf Hitler und seine Leute schon lange keine Christen mehr waren, sondern Esoteriker, Neuheiden oder Okkultisten. Und ein Kardinal der katholischen Kirche hätte das klarer sehen müssen als andere. Kardinal Innitzer hatte sich jedenfalls nur kurze Zeit täuschen lassen. Schnell hat er wieder zum klaren Bekenntnis an Jesus Christus, unseren Herrn und Gott, dem König der Könige zurückgefunden.

Ein römischer Hexenmeister

Ganz anders ist es heute. Die meisten Leute, die sich zwar noch Katholiken nennen, es aber schon lange nicht mehr sind, spielen sich als die großen Richter über die damalige Zeit auf und erheben den Vorwurf: „Das hätte man doch sehen müssen!“ Nun, genau dieselben Leute, die den damaligen Menschen diesen Vorwurf machen, halten einen Mann, der von sich selbst sagt, er sei der Teufel, der zudem kürzlich vor der ganzen Weltöffentlichkeit bei einem Jugendfestival mit dem Hexenstab in der Hand auftrat und sich somit vor aller Welt, so daß es jeder sehen konnte, als Hexenmeister bekannte, also als praktizierender Satanist, für den Papst der katholischen Kirche und faseln von der Wiederherstellung des Christkönigtums mit einem Hexenmeister an der Spitze!

Angesichts solcher Tatsachen, muß man doch zugestehen: Adolf Hitler war sicherlich für seine Zeitgenossen schwerer zu durchschauen als ein Bergoglio heute. Man kann es kaum fassen, sie dienen und huldigen dem Antichristen Bergoglio und schwätzen vom Reich des Christkönigs. Sie feiern ihre hl. Messe in Einheit mit dem Teufel und meinen damit dem Glauben zu dienen und Gott zu verehren. Da kann man nur zutiefst erschüttert feststellen: Denen graust vor gar nichts mehr, selbst ein Teufel in ihrer hl. Messe läßt sie kalt. Eine solch große Verblendung mahnt einen schon sehr an die Sünde gegen den Heiligen Geist, was unheimlich ist. Jedenfalls bekehrt sich noch viel eher ein Progressist als ein solcher Traditionalist.

Papst Pius XI. über das Christkönigsfest

Wie steht es nun eigentlich um das Christkönigtum angesichts dieser neuheidnischen Gesellschaft? Angesichts dieser kaiser- und königslosen Zeit? In seinem Rundschreiben zur Einführung des Christkönigsfestes umschreibt Papst Pius XI. das Wesen der Königsherrschaft Jesu Christi: „Daß Christus in übertragenem Sinn König genannt wird wegen des hohen Grades seiner Würde, durch die er über alle Geschöpfe emporragt und sie übertrifft, ist schon lange allgemein üblich. So kommt es, daß man sagt, er beherrsche den Geist der Menschen, nicht so sehr wegen der Schärfe seines Geistes und der Fülle seines Wissens, als vielmehr weil er die Wahrheit ist und die Sterblichen bei ihm die Wahrheit suchen und willig von ihm annehmen müssen. Auch den Willen der Menschen, nicht nur weil in ihm der Heiligkeit des göttlichen Willens die vollkommene Unversehrtheit und willige Unterordnung des menschlichen entspricht, sondern auch weil er durch Anregung und Antrieb unseren freien Willen dazu bringt, daß wir uns für alles Edle begeistern. Schließlich wird Christus als König der Herzen anerkannt wegen seiner Liebe, die alles Erkennen übersteigt, und wegen seiner Sanftmut und Güte, die die Herzen anzieht. Denn keinem ward es zuteil, von allen Völkern so geliebt zu werden wie Christus Jesus, und keinem wird es in Zukunft zuteil werden. Doch um genauer auf die Sache einzugehen, so sieht ein jeder, daß man für den Menschen Christus den Titel und die Gewalt eines Königs auch im eigentlichen Sinn des Wortes in Anspruch nehmen muß. Denn nur soweit er Mensch ist, kann man von ihm sagen, er habe vom Vater die Macht und Ehre und Herrschaft empfangen; denn das Wort Gottes, das mit dem Vater eine Wesenheit besitzt, muß mit dem Vater alles gemeinsam haben, darum auch die höchste und uneingeschränkte Macht über alle geschaffenen Dinge.“

Es macht einem schon etwas wehmütig zu lesen: „Denn keinem ward es zuteil, von allen Völkern so geliebt zu werden wie Christus Jesus, und keinem wird es in Zukunft zuteil werden.“ Was ist von dieser Liebe der Völker noch übrig? Was bleibt dem Christkönig nach den vielen antichristlichen Revolutionen in der ganzen Welt noch an Herrschaftsgebiet? Eines bleibt Ihm immer: Unsere Herzen! „Schließlich wird Christus als König der Herzen anerkannt wegen seiner Liebe, die alles Erkennen übersteigt, und wegen seiner Sanftmut und Güte, die die Herzen anzieht.“ Lassen wir uns von der Liebe des Christkönigs anziehen und unterwerfen wir uns freiwillig Seiner Herrschaft, ist doch Sein Joch süß und Seine Bürde leicht.

Diese Unterwerfung aber gelingt nur dem geistigen Menschen, wie Pius XI. in seinem Rundschreiben betont: „Doch dieses Königtum ist in erster Linie ein geistiges und bezieht sich auf Geistiges. Das zeigen klar die Worte, die wir oben aus der Bibel angeführt haben; das bestätigt auch Christus, der Herr, durch seine Handlungsweise. Denn mehr als einmal, als die Juden, ja selbst die Apostel, irrtümlich glaubten, der Messias werde sein Volk zur Freiheit führen und das Reich Israel wieder aufrichten, da nahm er ihnen diese irrige Meinung und Hoffnung und zerstörte sie. Als er von der Volksmenge, die ihn bewundernd umringte, zum König ausgerufen werden sollte, da lehnte er Titel und Ehre ab, zog sich zurück und verbarg sich. Vor dem römischen Landpfleger erklärte er, sein Reich sei nicht von dieser Welt. Dieses Reich wird in den Evangelien so dargestellt: Durch Bußetun können die Menschen sich zum Eintritt bereiten; nur durch Glaube und Taufe können sie eintreten. Letztere ist zwar ein äußerer Ritus, doch sie versinnbildet und bewirkt die innere Wiedergeburt. Dieses Reich steht einzig zum Reiche Satans und der Macht der Finsternis in Widerspruch. Es verlangt von seinen Anhängern nicht nur, daß sie ihr Herz losreißen von den Reichtümern und irdischen Dingen, ein gütiges Wesen zeigen, nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, sondern auch daß sie sich selbst verleugnen und ihr Kreuz tragen. Da Christus, der Erlöser, durch sein Blut sich die Kirche erworben und als Priester sich für die Sünden als Opfer dargebracht hat und sich immerfort darbringt, wer sieht da nicht, daß sein Amt als König die wesentlichen Züge dieser beiden Ämter (als Erlöser und Priester) übernimmt und sich zu eigen macht? Im übrigen würde einem schändlichen Irrtum verfallen, wer dem Menschen Christus die Herrschaft über die staatliche Ordnung absprechen würde. Denn er hat vom Vater uneingeschränkte Macht über die ganze Schöpfung erhalten und seinem Urteil ist alles überlassen. Kraft unserer apostolischen Gewalt setzen wir also das Fest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs, ein. Es soll jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober, also an dem Sonntag, der dem Fest Allerheiligen unmittelbar vorausgeht, auf der ganzen Erde begangen werden. Ebenso verordnen wir, daß an diesem Tag jedes Jahr die Weihe des Menschengeschlechts an das heiligste Herz Jesu erneuert werden soll.“

Wenn wir also wirklich in das Reich des Christkönigs eintreten wollen, dann ist uns zunächst Standfestigkeit im Glauben und Klarheit in der Lehre notwendig. Nur einem lebendigen Glauben erschließt sich das heiligste Herz des Christkönigs. Sodann brauchen wir Glaubensfreude und Bekennermut. Bedenken wir doch einmal, Er, Jesus Christus, ist wahrhaft unser König und wir dürften in dieser apokalyptischen Zeit Christkönigskinder sein. Was für eine Auserwählung und was für eine Auszeichnung! Wahren wir unserem König unverbrüchlich die Treue, damit wir einst mit Ihm in seinem Reich herrschen dürfen, denn Ihm dienen heißt mit Ihm herrschen, wie es im Schlußgebet der hl. Messe des Christkönigsfestes heißt: „Nachdem wir die Speise der Unsterblichkeit empfangen haben, bitten wir Dich, o Herr: da es unser Stolz ist, unter dem Banner des Königs Christus zu dienen, laß uns auch einst mit Ihm auf himmlischen Throne ewig herrschen: der mit Dir lebt…“