Antimodernist – Ausgabe Juli erschienen

Die Ausgabe Nr. 26 unserer Zeitschrift „Antimodernist“ für Juli 2020 ist erschienen und kann auf unserer „Homepage“ bestellt werden. Im Rundbrief Nr. 32 heißt es dazu:

Heutzutage noch katholisch zu sein und bleiben zu wollen, ist ein geistiges Abenteuer. Früher war es noch relativ einfach, die katholische Identität zu bewahren – früher, d.h. als es noch echte Päpste gab. Der wahre Katholik hat sich immer am Papst orientiert, weil dieser von unserem Herrn Jesus Christus die Schlüssel des Himmelreiches erhalten hat, womit ein ganz außergewöhnlicher, übernatürlicher Beistand des Heiligen Geistes verbunden ist. Früher hat man gesagt: Wo Petrus ist, da ist die Kirche!

Diese Glaubens-Einsicht ist jedoch mit dem Geist der sog. Aufklärung selbst bei vielen Katholiken schon vor gut 200 Jahren verloren gegangen. Mit der Aufklärung, die letztlich eine protestantisch-freimaurerische Bewegung war, gelang ein weiteres Vordringen des Neuheidentums der Renaissance, wenn auch noch im christlichen Gewand, weshalb auch viele Katholiken begannen, liberal zu werden – also ihren selbst zusammengebastelten Glauben über den Glauben der Kirche zu stellen. Anstatt aber die Kirche zu verlassen, nannten sie sich weiter katholisch, ja sie gebärdeten sich sogar als die besseren Katholiken, die aufgeklärteren, die geistig reiferen usw.

Seither ist das Wort „katholisch“ und auch „Katholik“ mehrdeutig. Wenn jemand zu Ihnen sagt: Ich bin katholisch, so müssen Sie nachfragen: Wie genau? Sind Sie modern-katholisch, traditionell-katholisch, charismatisch-katholisch oder etwa bergogliolisch-katholisch? Was glauben Sie genau? An wen oder an was halten Sie sich?

Unser erster Artikel versucht, die Frage zu beantworten, was es denn nun genau, dem ursprünglichen Wortsinn gemäß, heißen müßte, wenn man jemand sagt: Ich bin katholisch. Eine Hilfe bei der Beantwortung dieser Frage ist uns dabei der „Hirtenbrief des hochwürdigsten, hochgeborenen Herrn Karl August, Bischofs von Eichstätt, an die Gläubigen der Diözese Eichstätt, zum Bistums-Antritt erlassen“, aus dem Jahr 1837. Übrigens steht diese ganze Ausgabe der Zeitschrift unter dem Motto: Alte Texte neu gelesen.

Die katholische Kirche ist etwas ganz und gar Einmaliges in der Menschheitsgeschichte. Sie ist dies, weil sie eine göttliche Gründung ist. Der ewige Sohn des Vaters hat, als Er 33 Jahre als Mensch in unserer Welt gelebt hat, durch Seinen Sühnetod am Kreuz für uns die himmlische Glückseligkeit wiedergewonnen. Die Vermittlung dieses wiedergewonnenen Himmelsglückes an die einzelnen Menschen aber hat Er der von Ihm gegründeten Kirche übertragen, also der katholischen Kirche. Darum ist die katholische Kirche die einzig wahre Kirche, sie ist alleinseligmachend. Der zweite aus Wetzer und Welte‘s Kirchenlexikon genommene Artikel zieht aus der Tatsache der göttlichen Stiftung der katholischen Kirche die sich daraus notwendig ergebenden Folgen. Um nämlich diese göttliche Stiftung unversehrt durch die Jahrhunderte bewahren zu können, bedarf es des dauernden göttlichen Beistandes. Der hl. Cyrill von Jerusalem faßt es folgendermaßen zusammen: „Katholisch wird sie genannt, weil sie über den ganzen Erdkreis, von einem Ende bis zum andern ausgebreitet ist, und weil sie allgemein (καϑολικῶς) und ununterbrochen alle für das Wissen der Menschen notwendigen Glaubenslehren verkündigt, weil sie das ganze Menschengeschlecht der rechten Gottesverehrung unterwirft, die Herrscher wie die Untertanen, die Gelehrten wie die Ungelehrten, und endlich weil sie alle Sünden der Seele und des Leibes heilt.“ Es müßte eigentlich jedem unvoreingenommen Geist ein Leichtes sein einzusehen, nichts von dem hier für die Kirche Jesu Christi notwendig Geforderten ist bei der Menschenmachwerks-kirche zu finden.

Unser hl. Glaube ist immer beides: Theorie und Praxis. Auch die Praxis unseres hl. Glaubens, also die Umsetzung ins tägliche, alltägliche Leben ist durch die moderne Gesellschaft erschwert. Man könnte es so ausdrücken: Gott begegnet uns nicht mehr im Alltag, weil Er im Leben der allermeisten Menschen keinerlei Rolle mehr spielt. Wer spricht noch über Gott? Welchen Einfluß hat der Glaube noch auf Wirtschaft oder Politik?

Je mehr Gott aus der Gesellschaft verdrängt wird, desto fester muß Er in unserem Herzen, d.h. vor allem in unserem Gebetsleben begründet sein. Um Ihnen hierzu einige Anregungen zu bieten, legen wir Ihnen die „Kurzgefaßte Lebensordnung eines Christen“ des hl. Alfons Maria von Liguori vor. Der hl. Kirchenlehrer entwirft einen idealen Abriß des Tages eines Katholiken. Freilich wird jeder diese Lebensordnung auf seine persönliche Situation anpassen müssen. Aber sie erinnert uns doch wieder einmal daran, wie bedeutsam das Gebet, die Betrachtung und die geistliche Lesung, und wie notwendig deswegen eine feste Tagesordnung ist. Den allermeisten ist es zwar nicht möglich, täglich eine hl. Messe zu besuchen, es ist aber durchaus möglich, täglich zu beten, zu betrachten und in einem guten Buch zu lesen…