Archiv der Kategorie: Traditionalisten

Die Traditionalisten im hl. Evangelium

Es macht einen jeweils recht nachdenklich, wenn man die Pharisäer am Werke sieht. Ihr Verhalten ist gar nicht so einfach zu begreifen, denn immerhin, sie durften mit unserem Herrn Jesus Christus zusammenleben, sie durften Seine Worte hören, Seine Wunder sehen und Seine Tugenden bewundern – man möchte sie dafür direkt beneiden – aber was hat es ihnen genützt? Nichts!

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Der Ersatzpapst

Der Katholik lebt in einer Gemeinschaft, in einer übernatürlichen Gemeinschaft sogar, die katholische Kirche umfaßt schließlich die triumphierende, die leidende und die streitende Kirche. Die Mehrheit dieser Gemeinschaft lebt also im Jenseits, entweder schon im Himmel wie die Engel und Heiligen oder im Fegfeuer wie die Armen Seelen. Wir auf Erden gehören zur streitenden Kirche, weil unser ewiges Heil noch nicht gesichert ist. In unserem irdischen Teil der Kirche gibt es deswegen eine sichtbare Hierarchie, welche von Gott den Auftrag und die Befugnis erhalten hat, die von Gott anvertraute Herde zu weiden. D.h. im katholischen Glauben und in der heiligmachenden Gnade zu erhalten, indem die rechtmäßigen Hirten den wahren Glauben predigen, die gottgeschenkten Sakramente spenden und die hl. Kirchenordnung aufrechtherhalten und bewahren. Das ganze geistige Gebäude dieser übernatürlichen Gemeinschaft ruht auf dem Papst als dem Stellvertreter Jesu Christi auf Erden. Das weiß jeder Katholik, und all die Jahrhunderte war darum der Kampf um den hl. Glauben immer wieder auch ein Kampf um das Amt des Petrus, ein Kampf, der sich mit der Zeit immer mehr verschärfte. Denn die Feinde der Kirche erkannten immer deutlicher, daß sie die Kirche nicht überwinden konnten, solange sie den Felsen Petri nicht überwunden haben. 

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Aufruhr und Unmut im Tradiland

oder: Wie Herr Bergoglio das berühmteste aller Motu Proprio einfach in Luft auflöste

Das Leben im Tradiland bleibt spannend – dank Jorge Mario Bergoglio! Nun haben die Tradis wieder einmal einen echten, nachhaltigen Grund, sich moralisch zu entrüsten, denn Herr Bergoglio hat ihnen einfach ihr Lieblingsspielzeug weggenommen, wenn auch noch nicht ganz. Dennoch, was für eine rücksichtslose Gemeinheit, jawohl! Wenn Ratzinger noch da wäre, ja wenn Ratzinger noch wäre, dann wäre das ganz anders, denn Ratzinger war ein wahrer Freund der Tradition, jawohl das war er…

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Gewissensentscheide im Tradiland (2/2)

Wir setzen unseren Beitrag von voriger Woche fort mit einer Ehrenrettung Kardinal Newmans gegen seine Vereinnahmung durch Modernisten und Traditionalisten.

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Gewissensentscheide im Tradiland (1/2)

Die Traditionalisten sind moderne Menschen und wie diese haben sie große Angst um ihre moderne Freiheit, von der sie im Grunde gar nicht wissen, was sie ist. Diese Aussage wird freilich vielen Lesern als eine unverschämte Behauptung vorkommen, ziehen doch gerade die Traditionalisten in den Krieg gegen die moderne Freiheit – so wenigstens scheint es zu sein. Aber stimmt das? Nun, etwas zu verteidigen, das man gar nicht kennt, ist gar nicht so einfach, weswegen diese Verteidigung nicht selten ins Absurde abgleitet. Jeder Katholik weiß, daß der moderne Mensch vordringlich seine „Freiheit“ gegen die Wahrheit verteidigt bzw. verteidigen muß, ist doch seine Freiheit gleichbedeutend mit Willkür. Freiheit, das heißt für den modernen Menschen: „Tue, was du willst!“

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Disput im Tradiland

Wie wir inzwischen wissen, muß derjenige, der mit Alice ins Wunderland gerät, sich darauf einstellen, daß dort alles etwas anders ist als gewohnt. Es ist ein merkwürdiges Land, in dem merkwürdige Sachen passieren. Nachdem etwa Alice den Kuchen zum Wachsen völlig aufgegessen hatte, weil zunächst nichts geschah und sie zu wenig Geduld hatte, länger zu warten, wurde sie derart in die Länge geschoben, daß es zum Verzweifeln war. Ihre Füße entfernten sich immer mehr, weshalb sie zu weinen begann, und zwar einen ganzen Tränensee voll Tränen. Als sie in der Entfernung Schritte hörte, hörte Alice auf zu weinen, trocknete sich schnell die Tränen und sah das Kaninchen in vollem Hofstaat daherstolzieren. In ihrer Not rief Alice es an: „Bitte, lieber Herr!“ Da fuhr das Kaninchen derart zusammen, daß es die weißen Handschuhe und den Fächer fallen ließ. So schnell es konnte, lief es davon in die Nacht hinein.

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Alice im Tradiland

Das Tradiland ist schon ein recht merkwürdiges Land, es ist eine recht eigenartige Mischung von Phantasiewelt, Wunschwirklichkeit und religiös verbrämter Kirchenkritik. Im Tradiland wohnen recht eigenartige Leute, ein Katholik käme sich darin vor wie Alice im Wunderland. Auch im Wunderland der Alice ist die Wirklichkeit abhandengekommen, und es zeigen sich dort eigenartige Gestalten, recht merkwürdige Wesen und Fabeltiere – wie etwa der verrückte Hutmacher und der Faselhase oder die grinsende Katze, die häßliche Herzogin und die Suppenschildkröte oder auch sprechende Spielkarten samt ihrer Königin und viele andere. Was zeichnet diese Phantasiegestalten aus? Sie alle leben nach ihrer je eigenen Unsinnslogik. Ohne Wirklichkeit zerbricht nämlich jede wahre Logik und jeglicher Sinn verwandelt sich irgendwie in Unsinn. 

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Schuster bleib bei deinem Leisten

Der traditionalistische Blätterwald ist ein recht bunter geworden – und zudem ein kahler, denn immer mehr leere Gedanken beherrschen ihn. Er gleicht eher einem Wald im Spätherbst als im Sommer. Die meisten Blätter sind welk geworden und abgefallen. Ein recht trostloses Bild der Vergänglichkeit alles Irdischen.

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„Cursed Coins“ – „Verfluchte Münzen“

Es ist eine Tatsache, die leider weder allgemein noch hinreichend anerkannt wird: Der Katholik hat es heutzutage grundsätzlich ganz besonders, ja außerordentlich schwer, will er nüchtern und ganz konsequent seinen hl. Glauben verteidigen. Viele nehmen zwar das Phänomen wahr, erkennen aber nicht den entscheidenden Grund dafür. Letztlich hat dieser Mangel an klarer Einsicht in den jetzigen Stand der kirchlichen Dinge zur sog. Bewegung der Tradition geführt.

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Wohlfühlseele?

Jeder Prediger, aber auch jeder religiöse Schriftsteller, steht beständig vor einer schweren Aufgabe, nämlich den „alten“ Glauben in einer „neuen“, einer „zeitgemäßen“ Sprache auszudrücken. Dabei unterliegt er ungewollt der Versuchung, aus dem „alten“ Glauben einen „modernen“ zu machen, also mit der Sprache auch unmerklich den Inhalt zu verändern. Diese inhaltliche Veränderung ist nicht immer sofort und leicht erkennbar, weshalb das Predigen oder Schreiben in einer modernen Sprache insofern immer eine Gefahr darstellt. Hinzu kommt noch, daß besonders der katholische Glaube durch das Dogma fest an bestimmte Begriffe gebunden ist, also an durch das kirchliche Lehramt gefestigte sprachliche Ausformungen der Glaubenslehre, die schon über Jahrhunderte gleichgeblieben sind, weil sie sprachlich nicht mehr überholbar bzw. verbesserbar sind.

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