Archiv der Kategorie: Traditionalisten

Biedermann und die Brandstifter

Der moderne Mensch hat die Fähigkeit, nüchtern zu denken, weitgehend verloren, wobei er sich zugleich einbildet, der aufgeklärteste und gebildetste Mensch der Geschichte zu sein. Eine lange geistesgeschichtliche Entwicklung – oder besser gesagt Fehlentwicklung – ist für dieses Phänomen verantwortlich. Weiterlesen

Katholiken im Widerstand?

Die sog. Kirchenkrise treibt immer wieder neue Stilblüten, Stilblüten, die auf eine mangelnde gedankliche Durchdringung dieses Phänomens hinweisen, wie ja der Begriff „Kirchenkrise“ selbst schon eine solche gedankenlose Stilblüte ist. So fand sich kürzlich auf „Katholisches.info“, einer der „Piusbruderschaft“ mehr als nahestehenden Internetpräsenz, ein Beitrag zu Kardinal Burkes Ausführungen bezüglich der letztjährigen Familiensynode im Vatikan mit der Überschrift „Widerstand“. Weiterlesen

Wie weit ist es in der Nacht?

Es ist uns eine große Freude, zum Sonntag „Gaudete“ unseren Lesern erneut eine Abhandlung des ausgezeichneten Theologen Anton Holzer vorlegen zu dürfen: „Die katholische Glaubensregel und der Kanon des hl. Vinzenz von Lérins. Über eine unter Traditionalisten verbreitete Irrlehre“. In der Tat wird in diesen Kreisen, wie Anton Holzer aufzeigt, der sog. „Kanon des hl. Vinzenz von Lérins“ weithin mißverstanden und mißbraucht, um eine verbreitete Irrlehre über die katholische Glaubensregel zu bemänteln. Weiterlesen

Kirchliche Verwandlung mit Gaspedal und Bremse

1. Als Weihbischof Fellay, der „Generalobere“ der „Piusbruderschaft“, im September mit „Kardinal“ Müller von der „Glaubenskongregation“ zusammentraf, vereinbarte man miteinander, „die doktrinellen Gespräche in einem erweiterten und weniger formellen Rahmen als bei den vorherigen Unterredungen aufrechtzuerhalten“, wie Mgr. Fellay es in einem „DICI“-Interview formulierte. Konkret hatte man darunter zu verstehen, wie später „durchsickerte“, daß „informelle“ Treffen zwischen „Pius“-Mitgliedern und „Bischöfen“ der „Konzilskirche“ stattfinden sollten, um auf dieser Ebene die Hindernisse abzubauen und der Einigung vorzuarbeiten. Weiterlesen

Halb-gute Konzilspäpste

1. Welch kuriose Blüten die in „Traditionalisten“-Kreisen verbreitete „Sedisphobie“ treibt, zeigte unlängst wieder ein lefebvristischer Bischof, welcher meinte, es scheine zwar „dem katholischen Hausverstand“ zu genügen, wenn man annehme, die „konziliaren Päpste“ seien keine Päpste gewesen, jedoch: „für die meisten Katholiken scheint jene Annahme noch stärker dem katholischen Hausverstand zu genügen, wonach die von Gott auf einem lebenden Papst gegründete Kirche das letzte halbe Jahrhundert (1962–2014) nicht ohne einen solchen hätte auskommen können“. Weiterlesen

Vierzig Jahre Lefebvrismus

Der vierzigste Jahrestag eines denkwürdigen Ereignisses förderte eine erfreuliche Harmonie der verschiedenen „traditionalistischen“ Strömungen zutage. In ungewohnter Einmütigkeit gedachten sowohl die offizielle „Piusbruderschaft“ als auch ihre Dissidenten von links bis rechts der berühmten Erklärung von Erzbischof Lefebvre vom 21. November 1974. Weiterlesen

Knick in der Optik

Es ist nicht gerade einfach, im Leben immer objektiv zu sein, immer rein sachlich zu urteilen, also eine Sache genau so zu sehen, wie sie in Wirklichkeit auch ist und nicht so oder nur so, wie sie mir bloß scheint oder vielleicht sogar nur so, wie ich sie mir wünsche. Nur allzu leicht mischen sich unter die persönlichen, rationalen Urteile irrationale Vor-Urteile, die den eigenen Vor-Lieben entspringen und den nüchternen Blick des Geistes trüben. Man bekommt einen „Knick in der Optik“, wie es die Alltagssprache ausdrückt. Weiterlesen

Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

Die Sprache ist doch eine wunderbare Gabe. Sie ermöglicht uns nicht nur, uns auszudrücken und zu verständigen, sie birgt auch einen reichen Erfahrungsschatz in sich, den sie etwa in Sprichwörtern eingängig zu formulieren weiß. Jede Sprache hat hierbei ihren eigenen Genius, also eine außergewöhnliche Fähigkeit, Erfahrenes unübertrefflich auszudrücken. Weiterlesen

Und sie bewegen sich doch

Vor wenigen Tagen, am 23. September, „traf der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Msgr. Bernard Fellay, in Begleitung des ersten und zweiten Generalassistenten, Pater Niklaus Pfluger und Pater Alain-Marc Nély, den Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller“, so berichtet uns ein „Kommuniqué des Generalhauses der Priesterbruderschaft St. Pius X.“ Weiterlesen

Seliger Irrtum

1. Was wäre unsere heilige Mutter, die Kirche, ohne den Orden des heiligen Dominikus, die Predigerbrüder oder Dominikaner? So durfte auch in „Tradiland“, in welchem man seit Jahrzehnten Kirche spielt, ein Kloster solcher Mönche nicht fehlen, das freilich entsprechend dem Charakter dieser Bewegung nicht als originärer Sproß aus dem Boden jenes Ordens erwuchs, sondern gewissermaßen nach dem Baukastenprinzip gemäß Bauanleitung frei errichtet wurde. Weiterlesen